Mittwoch, 29. Dezember 2010 von Holger Much

Geheimnisse der Natur

Der Kosmos – unendliche Weiten. Und nie werden wir auch nur einen Bruchteil aller seiner Geheimnisse enträtseln. Denn bereits hier auf Erden wirft jedes mit Mühe beantwortete Mysterium zugleich wieder mehrere unbeantwortete Fragen auf.

Ein Mysterium aber, dessen bin ich mir ganz sicher, habe ich jüngst ganz unzweifelhaft gelöst. Denn bisher war es mir immer ein Rätsel, warum beispielsweise Tauben oder Hühner beim Gehen so seltsam ruckartig-rhythmisch mit dem Kopf rucken und zucken.

Doch nichts ist erhellender als vergleichende Verhaltensforschung am warmen Caféfenster. Von dort aus konnte ich jüngst mehrere Jugendliche beobachten, die sich mit exakt denselben pumpenden Kopfbewegungen vorwärtsbewegten wie die genannten Vögel. Daraus lässt sich messerscharf schließen: Tauben und Hühner tragen alle kleine MP-3-Player im Ohr und wackeln deshalb so seltsam mit dem Kopf – zum Rhythmus der Musik.

Doch wie bei jedem enträtselten Geheimnis quälen sofort neue Fragen: Woher haben die Vögel die MP-3-Player? Hören sie HipHop oder eher Techno? Oder doch lieber deutschen Schlager, beispielsweise „Oh La Paloma Blanca“? Fragen über Fragen. Ich sollte noch öfter in Cafés sitzen...

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Donnerstag, 16. Dezember 2010 von Holger Much

Prominentester Kaffee bisher...

„Der ist privat ein ganz normaler Mensch wie Du und ich.“ Dieser zumeinst mit großen Augen und ebenso großem Erstaunen geäußerte Satz fällt oft bei Leuten, die eine Begegnung mit einem Menschen hatten, den man allgemein als „Promi“ bezeichnet.

Die Erwartungen, wie der von Film und Fernsehen bekannte Mensch sich „real“ verhalten solle, sind hoch und diffus – und wenn der Prominente sich dann nett, freundlich und unkompliziert gibt, ist man bass erstaunt.

Ich habe schon mit Alex Wesselsky, dem „Checker“ von Dmax am Würstchenstand Senf gekleckert, habe mit „Bienzle“ Dietz-Werner Steck in Stuttgart eine vertrocknete Butterbrezel geteilt oder mit Luci-“Ich bin so froh dass ich ein Mädchen bin“-Lectric in Karlsruhe über Kindergeburtstagspartys von Sechsjährigen diskutiert und bin meist sehr sympathischen Promis begegnet. Aber noch nie hat mir ein echter Promi einen Kaffee serviert – bis gestern.

Da hat Fernsehkoch Ralf Zacherl für mich nicht nur auf das Knöpfchen der vollautomatischen Kaffeemaschine gedrückt, sondern den Kaffee auch formvollendet serviert. Und wie hat der Kaffee geschmeckt? Heiß, gut – aber irgendwie gar nicht prominent.

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Mittwoch, 15. Dezember 2010 von Holger Much

Pisa-Schock zu Weihnachten

„Tränen lügen nicht“ sang einst Michael Holm. Statistiken und Umfragen lügen manchmal schon eher. Zumindest mag man die Hoffnung hegen, dass die neuesten Umfragen zu den unbeliebtesten Weihnachtsgeschenken wenigsten in einem Punkt lügen.

In den überwiegenden Fällen wird man sich immerhin bestätigt fühlen, wenn man liest, bei welchem Anblick die Deutschen offenbar die Augen verdrehen: Socken und Unterwäsche, Haushaltsgeräte und Werkzeug, das berühmte Rasierwasser samt Krawatte für den Herrn, Seifengeschenkpackungen aus der Drogerie und selbst Süßigkeiten und die beliebten Gutscheine – all das möchte die Mehrheit der Deutschen laut aktuellen Umfragen beim Aufreißen des Geschenkpapieres definitiv nicht entdecken.

Was jedoch zumindest mich erstaunt und ehrlich auch erschreckt, ist, dass Bücher ebenfalls unter die zehn unbeliebtesten Weihnachtsgeschenke fallen. Bei meinen offenbar lesefaulen Geschlechtsgenossen fällt das Buch auf Platz sieben der unbeliebtesten Geschenke, bei den Frauen – etwas besser, aber immer noch schlimm – auf Platz neun. Im Land der (ehemaligen?) Dichter und Denker schon ein Armutszeugnis. Pisa-Schock unterm Christbaum, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Listen der beliebtesten Weihnachtsgeschenke mal wieder von Hightech-Tand wie Handys, LED-Fernsehern und Spielkonsolen angeführt wird. Da muss ich doch unwillkürlich an Michael Holm denken und leise ein Tränchen weinen...

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Samstag, 11. Dezember 2010 von Holger Much

Kein Ufo im Tiefflug...

Was ist das? Es ist klein, bewegt sich im Dunkeln knapp über dem Boden und leuchtet und blinkt – vorzugsweise rot.

Nein, es ist kein Ufo im Tiefflug, es ist auch nicht ein neues, besonders kleines und wendiges Schneeräumfahrzeug unseres rührigen Betriebsamtes und es ist auch nicht Rudolf, das rotnasige Rentier auf Irrwegen.

Jüngst auf meinem abendlichen Spaziergang durch den herrlichen Grüngürtel von Tailfingen stob ein rot blinkendes Wesen in wildem Zickzack aus dem Unterholz auf mich zu, so dass mich der jähe Schreck ob des ungewohnten, skurrilen Anblicks fast in den vom Roten Blinken erleuchteten Schnee warf. Der Blick auf das leicht entnervte Frauchen, das dem entwischten Liebling dank dessen unfreiwilligen Lichtsignalen durchs Gebüsch folgen konnte, entlarvte das fremdartige Wesen dann als ganz banalen, fröhlichen Dackel. Einen Dackel mit Leucht-Halsband.

Mittlerweile habe ich des Nachts noch einige weitere Vertreter der Spezies Leuchthund beim Gassi gehen beobachten dürfen und muss sagen, dass in Punkto Adventsromantik die blinkenden Waldis jede Lichterkette und jedes Kerzlein im Fenster weit in den Schatten stellen. Jetzt warte ich auf die erste blinkende Katze, die des nächtens über die weiß verschneiten Dachfirste stolziert.

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Dienstag, 30. November 2010 von Holger Much

Die Magie der Krawatte...

Normalerweise ist mein Sohn ein überzeugter Fan von Sweat-shirts und Jeans, der typischen Uniform aller Jungs von zwei bis zwanzig. Doch auch in der Brust sechsjähriger junger Männer schlägt das Herz eines Modeliebhabers. Und so hat sich Simon bei seinem letzten Einkauf entschieden für den Kauf eines Hemdes ausgesprochen. Dazu musste unbedingt eine kleine Kinderkrawatte gekauft werden. Denn „der Papa zieht auch immer eine an, wenn er hübsch sein will“. Das keimende Pflänzchen einer ästhetischen Selbstwahrnehmung wurde gehegt, Hemd samt Krawatte wurden käuflich erworben.

Das modisch-mutige Statement wurde am nächsten Tag auch sogleich in die Schule angezogen. Allerdings nicht ohne die leise geäußerte Befürchtung, ob man im ungewohnten Aufzug nicht doch eher ausgelacht werden würde.

Der Mut wurde belohnt: Die Jungs zeigten sich beeindruckt und klopften ihrem schicken Kumpel anerkennend auf die Schulter. Auch die Lehrer waren baff. Am meisten aber machte der Schlips Eindruck auf die Mädchen, von denen gleich mehrere konkrete Heiratswünsche äußerten.

Ohne nun die alte Mär von der Symbolkraft der Krawatte zu bemühen, so scheint es sich doch zu bewahrheiten, dass gut angezogene Männer definitiv bestens ankommen beim weiblichen Geschlecht: Also, Männer, nix wie ran an die Krawatten!

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