Mittwoch, 23. Mai 2018 von Holger Much

Bücherberg wird unbezwingbar

Da liegt seit langem „Das Labyrinth der Lichter“ von Carlos Ruiz Zafon, der mit diesem Buch die Sage um die Bibliothek der verlorenen Bücher fortsetzte, die er mit „Der Schatten des Windes“ begann. Dann „In Kalabrien“ von Peter S. Beagle, ein Buch, in dem der „Das letzte Einhorn“-Autor seine Liebe für die zarten Fabelwesen neu in Szene setzt, sowie die neu aufgelegte, umfangreiche H.P. Lovecraft-Biographie von S.T.Joshi.

Dann gesellte sich noch das Buch „Seelenübertritte“ von Benjamin Schmidt dazu, eines befreundeten Autors aus Berlin, sowie „Die Ernte des Bösen“ von Robert Galbraith, hinter dem sich eigentlich die schwerreiche Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling verbirgt, die unter dem männlichen Pseudonym aber herrlich altmodische Krimis um den hinkenden Privatdetektiv Cormoran Strike schreibt.

Wo all das liegt? Auf meinem Nachttisch natürlich. Dort bilden die Bücher einen lockenden, Glück verheißenden Stapel an Lesewonnen, an selbstvergessenen Stunden hinter Buchseiten. Nur frage ich mich so langsam, wann ich all das lesen soll. Meistens schaffe ich es abends gerade noch, mich vom Fernsehprogramm kurz berieseln zu lassen, bevor ich ins Bett falle. Ohne zu lesen. Dennoch tut allein der Anblick all der noch ungelesenen Schätze gut. Man könnte ja, wenn man wollte. Irgendwann einmal...

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Donnerstag, 17. Mai 2018 von Holger Much

Ich will lesen, nicht hören

Das Schöne an einem gedruckten Text ist, dass man ihn lesen kann. Wann man möchte, so schnell oder so langsam man möchte. Und vor allem kann man das tun in absoluter Stille, so dass die Gedanken Platz haben, sich auszubreiten und das eben Gelesene aufzunehmen.

Dabei ist es mir zunächst mal egal, ob ich den Text in Form eines Buches, einer Zeitschrift oder online auf einer Webseite lese. Doch letzteres scheint immer mehr aus der Mode zu kommen. Denn immer öfter passiert es mir, dass ich nach einem bestimmten Thema im Netz suche, dann auch fündig werde, mich schon aufs Lesen freue und dann merke, dass da gar kein Text ist, sondern ein Video. Das gilt dann wohl als besonders hip und außergewöhnlich, dem Informationssuchenden bunte bewegte Bildchen samt Ton anzubieten. Doch das möchte ich nicht. Ich möchte weder Filmchen schauen noch irgendjemand zuhören müssen – ich will still und in Frieden vor mich hin lesen dürfen. Doch da bin ich wohl altmodisch.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 12. Mai 2018 von Holger Much

Vom Grend zum Bräschdleng

Ich muss ja durchaus gestehen, dass ich, wenn es nur um das rein ästhetische Klangempfinden geht, den schwäbischen Dialekt nicht unbedingt als den Schönsten empfinde, obwohl ich selbst, in Albstadt geboren, aufgewachsen und hier bis heute hängengeblieben, schwäbisch „schwätze“. Was ich am Schwäbischen aber von Herzen liebe, sind die wunderbaren Worte und Begriffe, die sich immer wieder im Schatzkästlein unseres Dialektes finden lassen.

Erst jüngst stolperte ich im übertragenen Sinne über den „Grend“, womit der Schwabe, die meisten Leser werden es wissen, den Kopf meint. In dem Zusammenhang fällt gleich der „Riasl“ ein, ein Begriff, der ebenfalls den Kopf bezeichnet, aber wohl auch ein Begriff für einen schmutzigen Mund ist. Bei genauem Hinhören mag man in diesem Wort gar den „Rüssel“ entdecken. Ein wunderbares Wort ist „Bräschdling“, mein momentanes schwäbisches Lieblingswort, nicht nur, weil das damit bezeichnete Ding so lecker schmeckt. Haben Sie auch ein schwäbisches Lieblingswort?

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 14. April 2018 von Holger Much

Ich bin ein Blumenwrack

Mit Jürgen von der Lippe hatte ich ja mal eine eher ernüchternde Begegnung. Was uns jedoch beide tief verbindet, ist die Tatsache, dass wir beide Blumenmänner sind. Wir „lieben Blum'“. Und zumindest für meine Person äußerte sich das jüngst so, dass ich vergangenes Wochenende, unwiderstehlich gelockt von Sonnenschein und Wärme, in den Garten stürmte um dort zwei Tage lang zu schnippeln und zu hacken, zu pflanzen und zu rechen.

Meine wochenendlichen Bemühungen zeitigten gleich zwei Ergebnisse. Zum einen macht mein Garten, zumindest für die Jahreszeit, einen bereits recht manierlichen Eindruck. Und zum anderen kann ich nun fast nicht mehr laufen. Alles tut weh, auch an Stellen, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie an meinem Körper gibt. Jede einzelne Muskelfaser brennt und sticht und ich muss einfach eingestehen, dass ich mich vom Blumenmann zum Blumenwrack gewandelt habe. Eine Runde Mitleid bitte.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 4. April 2018 von Holger Much

Einfach kurz mal neue Farbe

Renovieren gehört vermutlich nicht zu den Lieblingstätigkeiten der meisten. Zu meinen auch nicht. Doch jüngst fassten wir den mutigen und bitter nötigen Entschluss, das Wohnzimmer streichen zu lassen. Das, dachten wir, würde sicher in einem bewältigbaren Rahmen zu schaffen sein. Dachten wir...

Zwei Tage waren wir damit beschäftigt, Tonnen von Büchern von einem Raum in den anderen zu schleppen, gefolgt von Bildern, Krimskrams, nochmals Krimskrams, erneut Krimskrams und Schallplatten – ja, solche besitzen wir tatsächlich noch in nicht unerheblichen Mengen. Ganz schlecht fürs Kreuz.

Dann galt es, die Möbel in die Mitte des Raums zu wuchten. Gestrichen wurde innerhalb eines einzigen Tages, am Abend standen alle Möbel wieder an ihrem Platz, leer natürlich. Also wurde alles wieder zurück geschleppt, nur eben viel langsamer. Denn bei fast jedem Stück fragt man sich: „Wieder einräumen oder wegwerfen?“. Eine ganze Woche haben wir gebraucht, für nur einen Raum. Da überlegt man sich zwischendurch schon, Mönch zu werden.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.