Donnerstag, 26. März 2015 von Volker Bitzer

Warum nicht gleich 30-Zone?

Auf der Bundesstraße 27 zwischen Balingen und Bisingen müssen sich die Autofahrer künftig auf Tempo 120 einstellen. Das auf einer bestens ausgebauten, vierspurigen Straße, obendrein an vielen Stellen schnurgerade und mit optimalem Weitblick. Diese Tempodrosselung ist Unsinn hoch zehn. Zumal die B 27 auf diesem Teilabschnitt absolut keinen Unfallschwerpunkt markiert. Vertretbar ist diese Geschwindigkeitsbegrenzung von Bisingen, weiter Richtung Hechingen; mit der gefährlichen und doch etwas unübersichtliche Senke. Aber was, bitteschön, soll dieser Schabernack auf dem anderen Teilstück?

Nein, es geht nicht ums Rasen, aber ums zügige Überholen. Wenn schon langsamer, dann wenigstens 140 Stundenkilometer, aber doch nicht 120. Vier von fünf Bürgern – so zeigt das Stimmungsbarometer – ärgern sich über dieses Vorgehen. Aber im stillen Kämmerlein will offenbar wieder ein Polit-Schreibtischtäter vermeintlich Gutes tun. Das Gegenteil ist der Fall. Denn mit nur 120 Sachen ist es heutzutage sogar beschwerlich, einen durchzugsstarken Lkw zu überholen. Vielmehr könnte die Tempominderung dazu führen, dass künftig unsägliche Brummi-Wettkämpfe auf beiden Fahrspuren zwischen Balingen und Bisingen (und umgekehrt natürlich) ausgetragen werden. Das freut dann die Autofahrer, vielfach Pendler, ungemein.

Der Vorstoß aus dem Landratsamt Zollernalb (in Ansprache mit Regierungspräsidium und Polizei) nimmt in diesem Falle grotesk-tübingerische Züge mit Palmer'scher Anti-Autogesinnung an. Aber gut ist: Wohin Politik abseits von offensichtlichen Bürger-Mehrheiten führen kann, sieht man zunehmend an so genannten Wahlabenden. Diese kommen immer wieder.

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Freitag, 6. März 2015 von Volker Bitzer

Straße sticht Gleis

Freiheit bedeutet auch Mobilität und das hat für den modernen Menschen mit den höchsten Stellenwert. Egal ob das Pendeln zur Arbeit, die Restaurant-Visite am Abend oder die Urlaubsfahrt. Jeder will immer und jederzeit die Ziele seiner Wahl so schnell wie möglich erreichen. Die meisten in unserer Region sicherlich mit dem eigenen Auto. Auch dann, wenn dieses viele frenetische ÖPNV-Verfechter immer wieder aufs Neue „verteufeln“. Neben den hohen Spritpreisen (welche derzeit ja sogar verträglich sind) ist es meist die Schwarzmalerei von vollen Straßen oder gar Stau. Das mag sicherlich für manche Autobahnen oder Ballungsräume gelten. Wann aber, frage ich mich, war auf Albstadts oder Balingens Straßen letztmals ein richtiger Stau? Vom Umland erst gar nicht zu reden. Die Bus-Bahn-Fraktion übersieht bei ihren Anti-Auto-Appellen aber geflissentlich, dass durch Streiks (mittlerweile ja fast an der Tagesordnung), Unfälle oder technische Defekte vielfach weder Züge noch Straßenbahnen verkehren. Erst jüngst wieder in der grünen Stadt Freiburg, wo der Straßenbahnverkehr über Stunden hinweg total lahm gelegt war. Mit dem Auto wären die Leute aber zur Arbeit oder ans Ziel gekommen.

Ortswechsel: Von verstopften Innenstädten oder echten Blechlawinen zwischen Ortsteilen sind wir hier soweit entfernt wie die Zugspitze von der Ostsee. Und was ist schon dabei, wenn man mal an der ein oder anderen Kreuzung oder Ampel etwas warten muss? Am Bahnsteig wartet man auch auf den Zug und dort hinkommen muss man auch erst noch. In unseren Breiten sticht der Schienenverkehr aus rein zeitlicher Betrachtung den Straßenverkehr in den weitaus meisten Fällen einfach nicht aus. Fraglich ist und bleibt deshalb die hoch subventionierte Regionalbahn-Träumerei. Zumal gerade hier – wenn schon ÖPNV – jeder Omnibus für die Passagiere x Mal geschickter und für Betreiber viel effizienter ist.

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Samstag, 14. Februar 2015 von Volker Bitzer

Der Adelsweg gegen Viren

Regelmäßig überfallen uns Erkältungsviren in der kalten Jahreszeit. Auch wenn wir noch so sehr aufpassen und uns alle Mühe geben, die Bösewichte fernzuhalten, so erwischt es einen immer wieder im Handumdrehen. Ärzte und Wissenschaftler raten ja stets zu extrem penibler Handpflege. Auf der Toilette die Hände waschen ist ja ohnehin eine absolute Selbstverständlichkeit. Aber gerade in den Monaten, in welchen die Erreger besonders angriffslustig sind, sollte diese Hygiene noch ausgiebiger sein. Empfehlen die Fachleute. Allerdings stellt sich hier die Frage: Was nutzt es mir, wenn ich noch so reinlich und sorgsam bin, mein Vorgänger auf dem stillen Örtchen es mit der Sauberkeit nicht sonderlich genau nimmt? Denn kaum habe ich meine Hände intensiv mit Seife gewaschen, greife ich eventuell zum Lichtschalter, auf alle Fälle aber an die Türklinke, um die Toilette zu verlassen. Auch der Unreinliche, der vor mir sein Geschäft erledigte, hat es nicht anders gemacht. Und somit seine Krankheitserreger zielsicher und fast unausweichlich für andere platziert. Was also tun? Wie wäre es mit Handschuhen? So wie einst der gute alte Adel mit seinen in weiß oder schwarz gewandeten Fingern. Zugegeben, man würde wohl auffallen; aber wenigstens lassen sich so die virulenten Keime von nicht stubenreinen Mitmenschen auf Distanz halten.

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Samstag, 24. Januar 2015 von Volker Bitzer

Fotos entlarven Unfallflüchtige

Es vergeht keine Woche, ja, oft nicht einmal ein Tag, dass die Polizei nicht nach einem Unfallflüchtigen fahndet, der beispielsweise beim Ein- oder Ausparken ein anderes Fahrzeug beschädigt hatte, aber ohne sich darum zu kümmern einfach abhaute. Darüber informiert die Polizei die Zeitung per Pressebericht und bittet per Abdruck um Mithilfe. Wie oft solche Suchaktionen nach verantwortungslosen, egoistischen Autofahrern ins Leere laufen, kann sich jeder selbst vorstellen. Um so origineller war ein Fall, der vor nicht all zu langer Zeit auf unserem elektronischen Redaktionstisch landete. Auch hier beging ein Autofahrer Unfallflucht, nachdem er auf einem Parkplatz ein fremdes Auto mit seinem touchiert hatte. Seine Flucht war aber nicht lange von Erfolg gekrönt. Dank einer cleveren und umsichtigen Frau, deren Wagen beschädigt worden war. Sie hatte nach dem Abstellen ihres Autos – vorausschauenderweise – die Parkszene auf einem Foto festgehalten. „Ach, schau mal, noch andere kommen auf diese Idee“ kam mir sogleich in den Sinn. Weil ich das nämlich auch schon so praktizierte. Aber warum eigentlich nicht grundsätzlich kurz ein Handyfoto machen von der Parksituation und den Autos der Parknachbarn? Samt gut lesbaren Kennzeichen, versteht sich. Im Falle eines Falles gäbe es so zumindest Anhaltspunkte, wer das eigene Heilix-Blechle demoliert haben könnte. Und sollte dieses Vorgehen erst einmal Schule machen, dann sind potenzielle Unfallflüchter ohnehin gewarnt. Diese überlegen es sich garantiert zweimal, bevor sie nach verursachtem Blechschaden feige und rücksichtslos das Weite suchen.

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Man kennt das

Typisch deutsche Denunziationstradition.

Lisa Witsch am 26.01.2015 07:28:04

Antwort auf Man kennt das

Quatsch was Sie da von sich lassen. Wenn ich mein Hab und Gut durch Photos schütze hat dies nicht im entferntesten etwas mit denunzieren zu tun.

Bernd Hoflach am 27.01.2015 18:07:29

Antwort auf Antwort auf Man kennt das

Mit was denn sonst? Sowas gibt es nur in Deutschland, das hat Tradition.

Lisa Witsch am 30.01.2015 06:47:03

Erst nachdenken!

Der Parkplatz könnte nochmals und nochmals "beparkt"worden sein.
Dann denunzieren Sie einen Unschuldigen!

Nachdenken: denunzieren - anschwärzen - verunglimpfen!


Lothar Gerstenecker am 27.01.2015 19:07:19

Antwort auf Erst nachdenken!

So ist es!

Lisa Witsch am 30.01.2015 06:48:17

Antwort auf Erst nachdenken!

Lothar, lesen Sie meine zuvorgehenden Kommentar und Sie sehen Licht am Ende des Tunnels. Spuren müssen natürlich da sein, sonst gibt es weder einen Schaden an meinem noch am anderen Auto, ok?

Bernd Hoflach am 27.01.2015 19:17:17

Antwort auf Antwort auf Erst nachdenken!

Herr Hoflach,

keine Sorge, ich habe auch Ihren Kommentar gelesen.
Meine Ausführungen bezogen sich auf die unlogische
Schlussfolgerung in "Fotos entlarven Unfallflüchtige".

Daher der Ausdruck: mehrmals "beparkt"!

Nun begeben Sie sich mal auf die Suche nach dem Licht
am Ende des Tunnels.

Lothar Gerstenecker am 27.01.2015 20:17:44

Antwort auf Antwort auf Antwort auf Erst nachdenken!

Vielleicht hat er den Tunnelblick für sein heilix Blechle. Könnte ja sein.

Lisa Witsch am 30.01.2015 06:49:39

Antwort auf Antwort auf Antwort auf Antwort auf Erst nachdenken!

Für manche wird auch der Blick in den Tunnel zur Qual!

Lothar Gerstenecker am 30.01.2015 09:12:04

Na und?

Ein solches Foto würde lediglich beweisen, dass man an dieser Stelle geparkt hat, mehr nicht. Ansonsten würde es auch falschen Anschuldigungen Tür und Tor öffnen und echte Beschädigungen müssten erst bewiesen werden.

Lisa Witsch am 24.01.2015 17:50:00

Antwort auf Na und?

Und wenn dann noch die Beschädigungen (Lackübertragungen usw.) mit den Schäden am daneben befindlichen Fahrzeug übereinstimmen, dann hat man endlich so einen flüchtigen Straftäter.

Bernd Hoflach am 27.01.2015 18:04:39

Antwort auf Antwort auf Na und?

Sie sind aber ein sehr schlaues Kerlchen.

Lisa Witsch am 30.01.2015 06:52:40

Entlarvung im Zwielicht!


Vor knapp 6 Wochen hat der Europäische Gerichtshof in einem Grundsatzurteil entschieden, dass Überwachungskameras auf dem eigenen Grundstück gekennzeichnet werden müssen.

Vor ein paar Monaten übernahm eine Google-Tochter den Hersteller von Überwachungskameras.
Das führte zu einem Aufschrei der Empörung – in der Presse!

Wie passt der ZAK-Vorschlag dazu in die Reihe?

Lothar Gerstenecker am 25.01.2015 14:00:08

Donnerstag, 8. Januar 2015 von Volker Bitzer

Das Leiden der kalten Füße

Kalte Füße sind fürchterlich. Nicht nur im Winter, aber da natürlich erst recht. Wer darunter leidet, weiß ein Klagelied darüber zu singen. Wenn beim Arbeiten am heimischen Schreibtisch weder die normale Zentralheizung, noch reine Schafschurwoll-Socken oder gar super-mollige Polarstrümpfe (oder gar beides kombiniert) helfen, bleiben nur noch wenige Lösungen: Wärmflasche oder eine zusätzliche Elektroheizung, die bei Bedarf zugeschaltet werden kann. Das Angebot ist groß: Konvektoren, Keramik-Heizer, Thermosäulen, Frostwächter, Badwärmer, Heizlüfter – alles mit Stecker und trotzdem natürlich höchst energiesparend. Egal, Hauptsache warme Füße. Im Baumarkt findet sich trotz der Fülle ein elegantes, unaufdringliches Modell, augenscheinlich geschickt für die Wandmontage. Viel mehr außer ein paar Bildchen, zehn Sprachen und der Wattzahl erfährt der Käufer aber auf der Verpackung nicht. Erst zu Hause, beim Auspacken, offenbart sich dann der, oh Schreck, Zweck des Geräts: Nicht in Bodennähe, sondern auf mindestens 1,50 Meter Höhe montieren. Steht da. Nichts also für kalte Schreibtischfüße. Der Umtausch im heimischen Baumarkt ist zwar kein Problem. Trotzdem stellt man sich als Konsument die Frage, warum eigentlich nicht mit das Wichtigste vom Hersteller gleich auf der aufwendigen Hochglanz-Schachtel aufgedruckt wird: Wie und wo montierbar. Jedem wäre geholfen: Dem Verkäufer, der keine Rücknahmen bearbeiten und ein letztlich nicht mehr fabrikfrisches Gerät zurück nehmen muss; dem Kunden, der nicht unnötig ein weiteres Mal zum Laden fahren darf; aber auch dem Hersteller, schließlich vergrault er den Käufer durch derlei mangelnde Information. Die Konkurrenz jedenfalls durfte sich freuen.

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Sandmännchen?

Ich finde, der Redaktionsblog verkommt immer mehr zur Abteilung "Sandmännchen".

Lisa Witsch am 08.01.2015 14:46:37

Kalte Füße sind lästig, besonders die eigenen,

sagte schon Wilhelm Busch.

Lothar Gerstenecker am 08.01.2015 14:36:30