Dienstag, 12. Januar 2016 von Volker Bitzer

Botschafter für Deutschland

Erneut wurde ein ganz Großer von der Bühne abberufen: David Bowie. Die Nachricht über seinen plötzlichen Tod – zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag – schockiert die Musikwelt. Auch mich begleiten der Weltstar und seine Lieder seit Jahrzehnten. Noch gut kann ich mich erinnern, als mich zum ersten Mal David Bowies außergewöhnliche Musik erreichte... und sogleich berührte. Im Gymnasium ging es ums Thema Drogen und wir behandelten das Buch „Christiane F. – die Kinder vom Bahnhof Zoo“. Die Lehrerin zeigte den dazu gehörigen, äußerst intensiven Film. In diesem geht es auch um einen Liveauftritt David Bowies in seiner mehrjährigen Wahlheimat Berlin und natürlich untermalte seine Musik den Streifen. Ohnehin liebte Bowie das Deutsche. So war er – ungewollt – auch Botschafter für jene deutsche Musikgruppe, die bislang als einzige einen Grammy für ihr Lebenswerk erhielt. Als großer und bekennender Kraftwerk-Fan war es nämlich der damals ziemlich hippe Blonde, der für die Düsseldorfer Klang-Pioniere in England, dem Land des Pop schlechthin, den Weg ebnete. „Wenn Bowie den lieben langen Tag Kraftwerk hört und sich davon für die eigene Arbeit inspirieren lässt, dann muss das genial sein“ sagten sich britische Radiosender, die fortan die kühl-elektronischen Rhythmen „Made in Germany“ zelebrierten und damit in nicht geringem Maße zum Weltruhm der Elektro-Götter beitrugen. Ja, David Bowie – der mit Queen, den Stones und vielen anderen zusammen Musik machte – ging sogar so weit, dass er Kraftwerk mit „V2 Schneider“ sogar mit einer eigenen Komposition huldigte. Der gebürtige Londoner bleibt unvergessen, seine Musik lebt weiter und unstrittig: David Bowie gebührt ein Ehrenplatz in der Ruhmeshalle der Popmusik. Eben für Heroes.

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Mittwoch, 16. Dezember 2015 von Volker Bitzer

Altershürden für die Klugheit

Mit dem Alter und dem Älterwerden haben ja nicht wenige Menschen – und beileibe nicht nur Frauen – so ihre Probleme. Und wie es sich für die Südwestdeutschen mit ihrer knitzen Art gehört, haben sie auch für den Lebensabschnitt zwischen „gerade noch jung“ und „noch nicht wirklich alt“ eine recht originelle Umschreibung: Das Schwabenalter. Jeder kennt den Spruch: Mit 40 Jahren kommt man ins Schwabenalter. Woher aber kommt diese niedliche (?) Alters-Kennzeichnung? Hierzu liefern Brockhaus, Wikipedia, Google und Konsorten natürlich vielerlei Erklärungen. Eine der gängigsten wohl, dass der Schwabe halt mit 40 g'scheit wird. Ließe andererseits aber rückschließen, dass er zuvor „geistig etwas eingeschränkt“ gewesen ist, um es mal vorsichtig auszudrücken. Aber das – da werden Sie mir, liebe Leser, natürlich uneingeschränkt Recht geben – kann im Land der „Käpsele“ freilich gar nicht der Fall sein. Äußerst interessant und gefällig scheint hierbei ausgerechnet die Feststellung eines Berliners; das sind übrigens jene Schwaben-Freunde aus einer größeren Stadt im Nordosten Deutschlands. Friedrich Nicolai meinte 1781, dass der Spruch keine späte Entwicklung der Verstandeskräfte bei den Schwaben dokumentiere, sondern nur, dass sie den Verstand erst spät zum eigenen Vorteil nutzten. Na, das lässt sich doch schon viel besser hören.

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Samstag, 28. November 2015 von Volker Bitzer

Augen auf im Straßenverkehr

Immer vorausschauend fahren! Sagte schon mein Fahrlehrer vor zig Jahren. Und die heutigen tun’s bestimmt noch immer. Diesen weisen Satz zu befolgen ist ja auch angeraten. Nicht nur der Verkehrssicherheit Willen, sondern auch um das eigene Portemonnaie zu schonen. Das gleich in mehrfacher Hinsicht. Kavaliersstart sowie regelmäßiges Wechselspiel zwischen Gasgeben und abruptem Abbremsen kostet reichlich Sprit und geht ins Geld. Gerade im Stadtverkehr.

Sparen kann auch, wer aufmerksam unterwegs ist und den Blick nicht nur nach vorne auf die Straße, sondern auch aufs Geschehen daneben richtet. Denn hier tummeln sich bisweilen jene uniformierten Zeitgenossen, die – bewaffnet mit Radarpistolen, Kameras und roten Blitzen – auf „Beute“ warten. Nicht nur rund um Kindergärten, Schulen oder sonstigen Straßen, wo freilich besondere Vorsicht geboten ist. Häufig lauern die – natürlich amtlich beauftragten – „Jäger“ jedoch an ganz anderen Plätzen. Solchen, wo zwar kaum andere gefährdet sind, die jedoch finanziell besonders einträglich sind und die klammen kommunalen Kassen füllen.

Vorausschauendes Fahren hilft, Strafzettel zu verhindern. Denn mobile „Starenkästen“ in Schienbeinhöhe sind gut zu erkennen. „Achtung Blitz!“ gilt oft auch bei auffällig geparkten Kombis mit nicht-örtlichem Kennzeichen, z.B. „KA“. Und dann gibt es ja noch die lieben Mitmenschen, die gestikulierend oder mit Lichthupe auf entdeckte Radar-Fotografen hinweisen. Es braucht ein wenig Übung, aber man kann das eigene Auge schulen, um nicht ins Visier von manch‘ übereifrigem Auge des Gesetzes zu kommen.

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Donnerstag, 26. November 2015 von Volker Bitzer

Der Mensch als Papagei

Hallo oder servus, grüß Gott oder guten Tag, tschüs oder tschau, auf Wiedersehen oder ade. Grüßen gehört zu den guten Umgangsformen. Keine Frage. Aber ist Ihnen, liebe Leser, schon einmal aufgefallen, welche Gepflogenheiten hier die meisten Menschen an den Tag legen? Also meine Beobachtungen haben nun freilich nicht die Qualität einer repräsentativen Erhebung, aber über den Daumen gepeilt würde ich mal sagen, dass 90 Prozent der Zeitgenossen nachplappern. Verabschiede ich mich mit einem „tschüs“, sagt auch das Gegenüber „tschüs“. Grüße ich mit einem „hey“, sagt auch der andere „hey“. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und unmittelbar nacheinander verschiedene Grüße bei verschiedenen Leuten beim Verabschieden angewandt: „ade, bye, auf Wiedersehen“ zum Beispiel. Alle drei Angesprochenen erwiderten, ebenfalls höflich, nacheinander mit: ade, bye, auf Wiedersehen. Ist doch interessant? Es funktioniert sogar in der Gruppe. Neulich im Sport habe ich in der Umkleide „tschüs“ gesagt. Fast alle noch Anwesenden wiederholten mein „tschüs“. Bewusst habe ich eine Woche später, gleiche Umkleide, fast gleiche Leute, aber „tschau“ gesagt. Und, tatsächlich: Alle sagten... Ciao!

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Samstag, 14. November 2015 von Volker Bitzer

Keine Sterne weit und breit

So gut der kosmische November-Sternenhimmel überm Zollernalbkreis in den vergangenen Tagen auch zu sehen ist, so düster ist der astrale Blick, wenn es um hochklassige Restaurants geht. Am Donnerstag veröffentlichte Michelin seine Gourmet-Bibel 2016. Und viele Küchenchefs warteten gespannt und hoffnungsvoll auf die Sterne-Verkündung: Bin ich erstmals dabei? Habe ich ihn gehalten? Oder wird er mir entzogen?

Während die gesamte Schwarzwaldschiene und der erweiterte Ballungsraum Stuttgart wieder viele Auszeichnungen einheimsen kann – und damit Baden-Württemberg erneut zum deutschen Genussland Nummer eins machen – sieht es darüber hinaus sehr mau aus. Erneut Fehlanzeige auch für unseren Landkreis. Das nun schon seit vielen Jahren. Dabei war das nicht immer so. Insider erinnern sich noch bestens an die alte „Linde“ in Ebingen, als zu Paul Hettlers Zeiten sein Feinschmecker-Restaurant als erstes kreisweit mit einem der begehrten Michelin-Sterne dekoriert wurde. Später gesellte sich dann unter „Maitre“ Bernhard Diers der Haigerlocher „Schwanen“ hinzu. Ja, als bislang einziges Restaurant im Kreis, schaffte dieser Genusstempel dank der außergewöhnlich akribischen Kochkunst von Diers einen zweiten (von insgesamt drei möglichen) Michelin-Sternen. Alles aber längst Vergangenheit.

Ein Trost mag nun sein, dass aktuell wenigstens der Gault Millau etliche seiner kulinarischen Punkte über Albstadt und Balingen ausschüttet (siehe dazu Artikel „Feinschmecker aufgepasst...“ unten auf de Seite....). Die echte Adelung – und das sind in Kochkreisen einzig und allein die Michelin-Sterne – bleibt jedoch weiter aus.

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