Mittwoch, 18. Mai 2016 von Volker Bitzer

Bärendienst für die Hygiene

Viele Keime und Erreger und somit Krankheiten werden sehr häufig durch persönliche Kontakte direkt von Mensch zu Mensch übertragen. So beispielsweise beim Händeschütteln. Nicht von ungefähr ist es in vielen Ländern Asiens Sitte, zum Gruß nur die Hände vor der Brust zu falten, anstatt sie dem Gegenüber zu reichen.

Eine Gefahrenquelle, sich ungewollt anzustecken, ist auch in vielen Lebensmittelgeschäften gegeben. Nehmen wir mal den Bäcker. Die Verkäuferin packt Weckle ab, schneidet Brot, schmiert Brezeln…. und immer zwischendurch nimmt sie Geld an und gibt Wechselgeld raus – das bereits durch unzählige Hände ging. In vielen Bäckerläden, vor allem in Filialen der größeren Backhäuser, trifft man deshalb seit geraumer Zeit auf Verkäuferinnen, die mit Zangen bewaffnet die Waren fassen und eintüten. Oder aber sie tragen spezielle Handschuhe. Saubere Sache.

Dumm nur, wenn in betrieblicher Hektik, einem Laden voll mit Leuten oder gar drängelnden Kunden, die Verkäuferinnen gar nicht dazu kommen, fortwährend die Handschuhe an- und auszuziehen. Dann wechselt das liebe Geld halt per Handschuh den Besitzer. Leider ebenso die bösen Keime.

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Donnerstag, 28. April 2016 von Volker Bitzer

Ein Tag ohne Smartphone...

Geht das überhaupt? Diese Frage beschäftigt mich, als ich dieser Tage am Morgen auf der Fahrt in die Redaktion mit Schrecken feststelle, dass ich das gute Teil zu Hause vergessen habe. Weil fast am Ziel, lohnt sich ein Umkehren nicht mehr. Okay. Also keine Whats-App-Botschaften lesen; keine privaten Emails checken in der Mittagspause; keine aktuellen Nachrichten vom Weltgeschehen empfangen; nicht prüfen, ob und wie sich in wenigen Stunden das Wetter dreht; im Ungewissen bleiben, wo gerade der Sprit am billigsten ist; nicht wissen, welche Flugzeuge gerade über meinem Kopf von wo nach wohin fliegen. Ja, nicht einmal Telefonieren ist möglich, wobei das ja eh zu vernachlässigen ist. Abgeschnitten von der Welt? Und das mitten in der Zivilisation. Undenkbar.

Der Tag vergeht jedoch wie jeder andere. Und abends wieder zu Hause, stelle ich staunend fest: Wichtige Mails kamen nicht, eine SMS wollte mir eh keiner schicken, das Wetter ist ohnehin beständig (schlecht), tanken musste ich nicht, die Weltnachrichten gab es auf dem Computer.

Also doch: Es geht auch ohne Smartphone. Wobei ich allerdings schon gerne gewusst hätte, welchen Flieger ich während des Mittags-Espresso erblickte: Ob der wohl nach Zürich oder ins ferne Johannesburg unterwegs war?

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Freitag, 8. April 2016 von Volker Bitzer

Keine Not am Untendrunter

Kürzlich ging es im Radio ziemlich schlüpfrig zu. Wie viele Unterhosen hat der deutsche Mann in seinem Wäscheschrank? Im Duschschnitt! Diese Frage stellte die Moderatorin drei Studiogästen. Männern natürlich, jüngeren Alters. Deren Antworten ließen auch nicht lange auf sich warten: „Zwei“, meinte der Erste; sicherlich etwas scherzhaft. „Mindestens sieben…“ argumentierte der Zweite, „…halt für jeden Wochentag eine.“ Der Dritte wollte sich nicht festlegen, war sich aber sicher, dass die Männer eher im Dreierpack einkaufen und es hier schon zwei bis drei solcher sein dürften. Die Jungs waren dann offenkundig baff, als die Radiofrau mit der laut Studie korrekten Zahl rausrückte: 19! In Worten: Neunzehn! Wohlgemerkt im Durschnitt.

Verraten wurde nicht, ob die jüngeren oder älteren Vertreter des starken Geschlechts diese Zahl in die Höhe schnellen ließen. Ebenso keine Infos über Optik und Machart des kompakten Wäscheteils. Ob nun klassische Slips, körperbetont-neckische Pants oder bunte Schlabber-Boxer, die an Pampers für Erwachsene erinnern und oben aus der Jeans rausquellen.

Schauen Sie, liebe Leser, doch mal in den Schrank und zählen Sie nach. Über oder unterm Schnitt beim textilen Untendrunter?

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Donnerstag, 3. März 2016 von Volker Bitzer

Manche Wähler sind gleicher

Tagtäglich neue Umfragewerte, kletternde oder fallende Prozentpunkte, mögliche Koalitionen und unmögliche Konstellationen – die Parteien (und zwar alle) zittern und bangen. Es ist fast förmlich zu spüren, jetzt gut eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl. Tatsächlich dürfte es spannend werden wie selten: Es gibt kein Fukushima und kein S21 als Steigbügelhalter für die Grünen. Es gibt keinen Mappus-Malus für die CDU, dazwischen jedoch allerlei Farben und Themen; vor allem aber eine neue Kraft, die den Etablierten das Fürchten lehrt. Diese nur lapidar als „schlicht rechts“ abzustempeln, ist sicherlich zu kurz gedacht.

Die Parteien setzen also wieder auf Wahlkampf und Wahlwerbung. Denn jede einzelne Stimme zählt. Sollte man zumindest meinen. Während Bekannte und Kollegen mit Hochglanz-Prospekten von Parteien und Broschüren mit schlauen Politikersätzen geradezu bombardiert werden, darbt mein Briefkasten zu Hause. Gähnende Leere in Sachen Wahlpropaganda: Weder etwas von schwarz oder rot, kein grün und kein gelb, lila oder blau sind eh verzichtbar. Nicht jeder Wähler scheint die Gunst der Parteien zu genießen.

Ohne Blendamed-Kandidatenlächeln und großspurige (weil schnell vergessene) Wahlversprechen als Hilfestellung frage ich mich nun ernsthaft: Wo soll ich denn nur mein Kreuzchen machen am 13. März? Habe ja noch Zeit zum Überlegen. Nur eins weiß ich schon sicher: nicht mehr da, wo letztes Mal.

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Dienstag, 23. Februar 2016 von Volker Bitzer

Politiker haben unser Mandat

„Das ist Politik über die Köpfe der Menschen hinweg!“ Oder: „Ohne uns, das Volk, zu fragen, wurde das beschlossen!“ Oder: „Nur ein kleiner Kreis von Bürgern entscheidet über unsere Zukunft!“ Die Sätze ähneln sich. Immer wieder tauchen derlei Unmutsäußerungen in Bezug auf Politiker auf. Egal, ob es nun um große Bundespolitik in Berlin, Landespolitik in Stuttgart oder Kommunalparlamente geht. Unbedeutend ebenso, ob ums Thema Eurozone, Flüchtlinge oder die lokale Klinikdebatte. Politikverdrossenheit bahnt sich so den Weg. Zu Recht?

Mich ärgern Äußerungen, wie einleitend genannt. Völlig losgelöst von einem x-beliebigen Thema oder eines bestimmten politischen Blickwinkels, kann ich sie nicht mehr hören. Denn warum sollen unsere gewählten Politiker die Menschen extra noch befragen? Warum soll nicht ein Gremium mit Mandatsträgern über die Marschrichtung entscheiden?

Unser deutsches Polit-System ist eine repräsentative, parlamentarische Demokratie. Und wie der Name sagt, repräsentieren gewählte Volksvertreter die Bürgerschaft. Entsprechend viele Volksvertreter bilden demnach auch Volkes Willen facettenreich und allumfänglich ab. Im Idealfall. Nämlich dann, wenn jeder gewählte Politiker nur nach seinem eigenen Gutdünken und nach bestem Gewissen entscheidet. Sich nicht aufoktroyierten Fraktionszwängen hingibt und keine Gefälligkeits-Abstimmungen mitmacht.

Setzen wir diese Unvoreingenommenheit voraus, ist es selbstverständlich in Ordnung, dass ein Landesparlament befindet, wohin wie viel Geld fließt. Und genauso, dass ein Kreistag oder ein Gemeinderat darüber entscheidet, wie es mit den Krankenhäusern weiter geht oder welche unrentable Schule geschlossen wird. In allen Fällen handelt es sich um gewählte Vertreter. Sie haben das Mandat der Wähler.

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