Freitag, 31. Juli 2009 von Volker Bitzer

Erinnerungs- Bilder

Wenn einer eine Reise tut... – ja, dann kann er etwas erzählen. Und nicht nur das: Die meisten Ausflügler zeigen später auch gerne, was sie alles gesehen und erlebt haben. Sie fotografieren und knipsen, was das Zeug hält. Urlaubszeit ist Fotozeit. Das war schon immer so. Allerdings dienen heute fast nur noch digitale Speicherchips statt filmisches Zelluloid als Träger, um die schönste Zeit des Jahres festzuhalten. Kam man früher gerade einmal mit einem halben Dutzend belichteter (weil ja auch teuer zu entwickelnden) Filme nach Hause, quillt heute der Fotochip schnell mal mit über tausend Aufnahmen über. Das Digitale geht nicht mehr ins Geld, dafür an die Zeit. Beim mühevollen Aussortieren und unentschlossenen Löschen der „Duplikate“. Denn weil jede Südseepalme und jeder Berggipfel gleich fünfmal abgelichtet wurde, erweisen sich zwei Drittel aller nach Hause gebrachten Aufnahmen als recht überflüssig. Und vermissen Sie – trotz all der unbestrittenen Vorteile der Digi-Fotografie – nicht auch ein wenig jene Nachurlaubs-Zeit, wo man mehr oder weniger ungeduldig zu Hause, aber mit Spannung und Vorfreude, auf die Ferienbilder aus dem Fotolabor wartete? „Wie sind sie nur geworden?“ war es doch beinahe so, als hätte man den Urlaub nochmals vor sich.

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Freitag, 3. Juli 2009 von Volker Bitzer

Im Flecktarn auf dem Sattel

Gerade jetzt, wenn endlich das Wetter besser ist und die Temperaturen allmählich sommertauglich werden, sind sie wieder verstärkt unterwegs auf unseren Straßen: Die dynamisch-lässigen Rennrad-Fahrer in ihrer auffälligen Montur. Eng anliegende Funktionsbekleidung bildet perfekt die durchtrainierten Körper bis zum letzten Muskel des „Eight-Pack“ ab. Schweiß-glänzende, stramme und rasierte Waden zeugen von kraftvollem Hinterrad-Antrieb. Windschnittige „Kiemen“-Helme machen optisch gleich noch zehn Stundenkilometer schneller. Und für die unabdingbare Coolness im Sattel sorgen schwarze oder verspiegelte Spezial-Sonnenbrillen, die sich Handschuh gleich um Nase und Augenpartie schmiegen und spätestens jetzt jeden Renn-Radler zum absolut anonymen Cyclisten machen. Ist es Ihnen nun als ungetarnter Autofahrer auch schon so ergangen, dass Ihnen einer dieser Flitzer bei der Begegnung auf der Straße freundlich zuwinkt, sie aber beim besten Willen nicht wissen (können), wer gerade so nett war? Und Sie selbst deshalb auch nicht zurück grüßen? Nein, nicht Sie sind deshalb unhöflich. Vielmehr sollten die Radsportler einfach wissen, dass sie „verkleidet“ und deshalb nicht identifizierbar sind.

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Mittwoch, 10. Juni 2009 von Volker Bitzer

Doppeltes Jubiläum

Heute dürfen wir Jubiläum feiern: Ein Jahr Tagebuch im ZOLLERN-ALB-KURIER. Es war am 10. Juni 2008, als Kollege und Redaktionsleiter Karl-Otto Müller mit dem Premieren-Tagebuch diese neue Rubrik eröffnete. Eine überaus erfolgreiche, wie wir freudig nach einem Jahr bilanzieren können. Denn die Resonanz aus der Leserschaft ist beachtlich. Viele Anrufe, E-Mails oder Postzuschriften bestätigen, dass unser ZAK-Tagebuch gerne gelesen wird. Mit Zustimmung, Kritik, Anregungen oder Lob. Und wenn man dann beim Einkaufen plötzlich mit dem erstaunten Ausruf „Sie kenn ich doch aus der Zeitung“ konfrontiert wird, ist es ein weiterer schöner Beleg, wie sehr diese wenigen Zeilen, garniert mit Foto und Kontaktmöglichkeiten des Autors, bei der Leserschaft ankommen. Das heutige Tagebuch trägt übrigens, passend zum Anlass und wie bestellt, auch eine schöne Jubiläumszahl: Es ist das 250.

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Donnerstag, 4. Juni 2009 von Volker Bitzer

Rauchzeichen Don Quijotes

„Mehr Tote durch Rauchen“ – Eine Nachricht die – gerade vor dem soeben begangenen Weltnichtrauchertag – aufschreckt. Genau genommen aber nicht wirklich verwundert. Zunehmend die jungen Frauen sind's, welche dem starken Geschlecht in der Unart des Rauchens seit Jahren nacheifern und nun die hässliche Bilanz dieses Bemühens präsentiert bekommen: Gestiegen ist die Zahl der Frauen an den Rauchertoten. Rund zehn Jahre früher stirbt – statistisch gesehen – eine Raucherin gegenüber einer Nichtraucherin. Das sollte zum Denken geben. Männlein wie Weiblein. Vor allem aber den jungen Menschen, von denen noch immer viele irrtümlicherweise glauben, man sei mit Glimmstängel im Mund erwachsener oder besonders cool. Die Aufklärung soll es nun wieder richten. Erstaunlich jedoch, dass man nun einerseits mit Schockfotos auf Zigarettenschachteln auf die Gefahr des Rauchens eindringlich-visuell hinweisen will, andererseits aber beim Nichtraucherschutz wieder halbherzig an Gesetzen bastelte. Statt konsequentes „Nichtrauchen in der Öffentlichkeit“ gibt es zig Ausnahmeregeln. Da macht die Politik einen gefälligen Hofknicks vor so manch Lobbyisten, kämpft gleichzeitig aber gegen Schlagzeilen wie die einleitende. Don Quijote lässt grüßen.

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