Mittwoch, 12. August 2009 von Volker Bitzer

Aalglatte Politiker

Jetzt strahlen sie uns bald wieder entgegen, lachen einem auf der Straße von überdimensionierten Plakaten aus zu: All die Politikerinnen und Politiker. Fast faltenlos und knitterfrei werben sie um die Programme ihrer Partei. Wie frisch aus dem Ei gepellt und mit einer Haut wie ein Baby-Popo buhlen sie um unsere Wählerstimme. Keine Frage: Schminken und Verschönern ist erlaubt. Bei dem ein oder anderen plakatierten Konterfei kommt man allerdings nicht nur ins Staunen über die Fähigkeiten einer offenbar begnadet guten Visagistin, sondern fühlt sich beinahe schon verschaukelt. Und zwar von den fotografischen „Schminkern“ am PC-Bildschirm. Dank „Photoshop“ wird da selbst ein Guido Westerwelle – von dokumentarischen Tagesbildern kennen wir seine etwas kraterhafte Gesichtshaut – per Mausklicks problemlos glatt gebügelt. Und eine puppig dargestellte Frau Bundeskanzlerin ohne Sorgenfalten im Gesicht vermittelt doch fast schon einen weltfremden Eindruck? Wir als Wähler dürfen derweil ganz ungeschminkt der Frage nachgehen, wie vertrauenswürdig Personen sind, die nicht mal auf Bildern ihr reales Gesicht zeigen.

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Donnerstag, 6. August 2009 von Volker Bitzer

So klein ist die Welt

Die Unglücks-Kette scheint nicht abzureißen: Schon wieder sorgt ein Flugzeugunfall für Schlagzeilen. Dieses Mal in Thailand, auf der Urlaubsinsel Ko Samui. Unweigerlich werde ich hellhörig, als ich diese Neuigkeit vernehme. Sofort werden Erinnerungen wach an die eigene Südostasien-Reise vor einigen Jahren. Denn im Rahmen dieser Tour führte auch mein Weg zum Baden und Ausspannen auf das beliebte Eiland im Golf von Thailand. Mit ihrem herzigen kleinen Flugplatz. Wo die Abfertigung in einem ringsum offenen Holz-Haus mit mechanischen Kofferwagen von statten geht. Wo nur kleinste Düsenjets, meist aber die wunderschönen, bunt-bemalten Turbo-Prop-Flieger von Bangkok Airways landen können. Ein solches – mit der Registrierung HS-PGL – schlidderte jetzt in den still gelegten Kontrollturm; wie durch ein Wunder kam nur der Pilot ums Leben. Spontan krame ich abends in meinen Urlaubsfotos von damals. Finde natürlich ein Bild des Propeller-Flugzeugs. Bevor ich in einen Flieger steige, mach ich immer gerne ein Foto davon. So auch damals in Thailand. Es stockt kurz mein Atem, als mir plötzlich die Kennung „meines Fliegers“ ins Auge sticht: HS-PGL. Tatsächlich bin ich einst nicht nur mit der gleichen Maschine, sondern derselben geflogen. Das Unglück macht nun doppelt betroffen.

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Freitag, 31. Juli 2009 von Volker Bitzer

Erinnerungs- Bilder

Wenn einer eine Reise tut... – ja, dann kann er etwas erzählen. Und nicht nur das: Die meisten Ausflügler zeigen später auch gerne, was sie alles gesehen und erlebt haben. Sie fotografieren und knipsen, was das Zeug hält. Urlaubszeit ist Fotozeit. Das war schon immer so. Allerdings dienen heute fast nur noch digitale Speicherchips statt filmisches Zelluloid als Träger, um die schönste Zeit des Jahres festzuhalten. Kam man früher gerade einmal mit einem halben Dutzend belichteter (weil ja auch teuer zu entwickelnden) Filme nach Hause, quillt heute der Fotochip schnell mal mit über tausend Aufnahmen über. Das Digitale geht nicht mehr ins Geld, dafür an die Zeit. Beim mühevollen Aussortieren und unentschlossenen Löschen der „Duplikate“. Denn weil jede Südseepalme und jeder Berggipfel gleich fünfmal abgelichtet wurde, erweisen sich zwei Drittel aller nach Hause gebrachten Aufnahmen als recht überflüssig. Und vermissen Sie – trotz all der unbestrittenen Vorteile der Digi-Fotografie – nicht auch ein wenig jene Nachurlaubs-Zeit, wo man mehr oder weniger ungeduldig zu Hause, aber mit Spannung und Vorfreude, auf die Ferienbilder aus dem Fotolabor wartete? „Wie sind sie nur geworden?“ war es doch beinahe so, als hätte man den Urlaub nochmals vor sich.

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Freitag, 3. Juli 2009 von Volker Bitzer

Im Flecktarn auf dem Sattel

Gerade jetzt, wenn endlich das Wetter besser ist und die Temperaturen allmählich sommertauglich werden, sind sie wieder verstärkt unterwegs auf unseren Straßen: Die dynamisch-lässigen Rennrad-Fahrer in ihrer auffälligen Montur. Eng anliegende Funktionsbekleidung bildet perfekt die durchtrainierten Körper bis zum letzten Muskel des „Eight-Pack“ ab. Schweiß-glänzende, stramme und rasierte Waden zeugen von kraftvollem Hinterrad-Antrieb. Windschnittige „Kiemen“-Helme machen optisch gleich noch zehn Stundenkilometer schneller. Und für die unabdingbare Coolness im Sattel sorgen schwarze oder verspiegelte Spezial-Sonnenbrillen, die sich Handschuh gleich um Nase und Augenpartie schmiegen und spätestens jetzt jeden Renn-Radler zum absolut anonymen Cyclisten machen. Ist es Ihnen nun als ungetarnter Autofahrer auch schon so ergangen, dass Ihnen einer dieser Flitzer bei der Begegnung auf der Straße freundlich zuwinkt, sie aber beim besten Willen nicht wissen (können), wer gerade so nett war? Und Sie selbst deshalb auch nicht zurück grüßen? Nein, nicht Sie sind deshalb unhöflich. Vielmehr sollten die Radsportler einfach wissen, dass sie „verkleidet“ und deshalb nicht identifizierbar sind.

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Mittwoch, 10. Juni 2009 von Volker Bitzer

Doppeltes Jubiläum

Heute dürfen wir Jubiläum feiern: Ein Jahr Tagebuch im ZOLLERN-ALB-KURIER. Es war am 10. Juni 2008, als Kollege und Redaktionsleiter Karl-Otto Müller mit dem Premieren-Tagebuch diese neue Rubrik eröffnete. Eine überaus erfolgreiche, wie wir freudig nach einem Jahr bilanzieren können. Denn die Resonanz aus der Leserschaft ist beachtlich. Viele Anrufe, E-Mails oder Postzuschriften bestätigen, dass unser ZAK-Tagebuch gerne gelesen wird. Mit Zustimmung, Kritik, Anregungen oder Lob. Und wenn man dann beim Einkaufen plötzlich mit dem erstaunten Ausruf „Sie kenn ich doch aus der Zeitung“ konfrontiert wird, ist es ein weiterer schöner Beleg, wie sehr diese wenigen Zeilen, garniert mit Foto und Kontaktmöglichkeiten des Autors, bei der Leserschaft ankommen. Das heutige Tagebuch trägt übrigens, passend zum Anlass und wie bestellt, auch eine schöne Jubiläumszahl: Es ist das 250.

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