Freitag, 28. Juli 2017 von Pascal Tonnemacher

Polizeibeamter von Tölz

Die Polizei: Unfälle, Verbrecher, Blaulicht. Nicht nur für Reporter der Lokalzeitung ist das Geschehen rund um den Freund und Helfer immer interessant. Beim Besuch der Ferienspiele im Balinger Polizeirevier stellte sich heraus: Der Polizeiberuf erfreut sich auch bei Kindern ungeheurer Beliebtheit. Um den Polizisten schwebt eine Art faszinierende Aura. „Hast du schon mal auf einen Menschen geschossen?“ oder „Ist hier schon mal ein Verbrecher abgehauen?“, tönte es aus neugierigen Kindermündern. Die Kids zeigten sich sehr interessiert, und auch sehr geprägt von Actionfilmen und Fernsehserien. „Ich hab mal gesehen, wie sich einer in einem Film mit einem Löffel aus der Zelle gekratzt hat“, sagte einer. Dem Polizeibeamten entlockt das nur ein müdes Lächeln und ein: „Das kann bei uns nicht passieren.“ Es folgen erstaunte und zufriedene Blicke. Denen kann man vertrauen und helfen, wenn man sie braucht. Dabei, so würde ich behaupten, ist es hilfreich, wenn man die Beamten nicht mit „männlichen Rindern“ gleichsetzt und sie gar so anspricht. Daher ein gut gemeinter Rat: Vielleicht nicht so viel „Bulle von Tölz“ schauen, junge Dame.

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Mittwoch, 26. Juli 2017 von Pascal Tonnemacher

Den Türöffner an der Hand

Eines der schnelllebigsten Felder auf diesem Planeten ist wohl unbestritten die Technik. Fingerabdrucksensoren beispielsweise sind mittlerweile in so gut wie allen neuen Smartphone-Modellen eingebaut. So auch in meinem, dass ich mir vor knapp einem halben Jahr neu zulegen musste. Es stammt aus dem unteren Preissegment, all zu viel erwarten dürfte man also nicht. Habe ich auch nicht, doch wurde überrascht. Welche Türen der Fingerabdrucksensor wortwörtlich öffnet, ist mir nämlich erst vor Kurzem bewusst geworden. Ich hatte mir die App für ein kaum benutztes Bankkonto heruntergeladen. Sehr nettes Feature: Einloggen per Fingerabdruck. Bedeutet: Keine unzähligen Passwörter mehr merken und außerhalb von Actionfilmen wohl auch die beste Methode einen Zugang zu sichern. Ich zähle mich eigentlich zu den technikaffinen Menschen, doch war über mich selbst und auch über andere Banking-Apps überrascht. Es scheint jetzt so offensichtlich. Warum wird der Fingerabdruck nicht viel öfter zum Einloggen angeboten? Was spricht dagegen?

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Mittwoch, 19. Juli 2017 von Pascal Tonnemacher

Alternative zum Taxifahren

Wie klein die Welt doch ist. Ein ausgesprochen abgedroschenes Sprüchlein. Wie klein sie aber wirklich sein kann, habe ich auf dem Grundlagenseminar erlebt, das jeder Volontär, wie ich einer bin, zu absolvieren hat. Ziemlich einsam trifft man am ersten Tag auf über 20 andere einsame Zeitgenossen, allesamt mir unbekannt. Oder? Moment. Woher kenn ich das Gesicht? In der Runde tauscht man sich aus. Von welcher Zeitung man kommt, wie alt man ist und was man studiert hat. Und genau hier liegt der Hund begraben. Wie der Zufall und die kleine Welt es will, treffe ich frühere Kommilitonen aus spannenden Geschichtsseminaren. Die Chance dürfte bei rund 1:1 000 000 gelegen haben. Doch wenn man die Lebensläufe der Mit-Volontierenden betrachtet: circa 1:10. Das Seminar bestand quasi aus einem Haufen Sozial- und Geisteswissenschaftlern, wie ich einer bin. Da hatte der Professor im ersten Semester in einem wohl wirklich recht: „Seien Sie sich bewusst: Mit diesem Studium werden Sie entweder Taxifahrer oder Journalist.“

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Mittwoch, 17. Mai 2017 von Pascal Tonnemacher

Wap-bap, ich bin mal weg!

Die (jungen) Leute sind mittlerweile überall im Internet anzutreffen: Facebook, Twitter, Snapchat, Youtube. Auf letzterem Videoportal tummelt sich mittlerweile zwischen süßen Katzenvideos und E-Sportlern, die ihre Spiele live übertragen, auch ziemlicher Schund. Ich persönlich bin dort deshalb nicht mehr so oft zu finden. Die großen Trends und Aufreger bekommt man über die Medien mit, Musik gibt's bei Streaming-Portalen und Schönheits- und Schminktipps hol ich mir dort lieber auch nicht. Doch genau damit verdient die Kölnerin Bianca Heinicke alias Bibi mittlerweile ihre Brötchen. Ihr Youtube-Beauty-Salon versorgt 4,5 Millionen Abonnenten, Monatseinnahmen: 110 000 Euro. Nicht schlecht! Was jedoch schlecht sein soll, ist der Song, den die 24-Jährige produziert hat: Wap-bap, ba-da-di-da-da soll sie dort singen. Und es soll grauenhaft sein. Ich tu mir das aus Prinzip nicht an. Denn jede Werbung ist gute Werbung. Millionen Zuschauer dürften nur allein deshalb auf das Video geklickt und ihr Werbeeinnahmen beschert haben, weil sie sich vergewissern wollten, dass ihr Lied auch wirklich so grauenhaft ist, wie alle sagen. Bei 34 Millionen Aufrufen hat sie innerhalb kürzester Zeit über zwei Millionen Negativbewertungen und kaum positive Bewertungen angesammelt; das bedeutet Platz 6 auf der Liste der unbeliebtesten Videos auf Youtube. Platz 1 belegt Justin Bieber mit „Baby“ mit 1,6 Milliarden Aufrufen und beinah ebenso vielen positiven wie negativen Bewertungen. Eins haben sie bei all den Unterschieden gemeinsam: Ihr Kontostand wird sie trösten.

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Mittwoch, 10. Mai 2017 von Pascal Tonnemacher

Kein Kaffee ist keine Lösung

Wie sich eine akute Krankheit auf den Einzelnen auswirkt, hängt bekanntermaßen von ebendiesem ab. Ich habe in der vergangenen Woche ein spannendes Phänomen an mir selbst mal wieder bestätigen können. Bin ich leicht erkältet, dann ändert sich gar nicht so viel bei mir. Ich brauche nicht mehr Schlaf, habe keine schlechte Laune und meistens auch sonst keine Beschwerden. Irgendwie geht's mir sogar besser. Denn krank habe ich überhaupt gar keine Lust auf Kaffee und bin auch morgens nicht so müde. Die Kollegen in der Redaktion schütteln jetzt natürlich ungläubig den Kopf: Das kann nicht sein! Doch sie wurden in der vergangenen Woche eines Besseren belehrt. Bin ich wieder kerngesund, steige ich natürlich wieder von Tee auf Kaffee um, weil ich morgens wieder müde und ohne Koffein quasi unbrauchbar bin. Stellen sich nun natürlich die selbstkritischen Fragen: Ist das der Placebo-Effekt? Brauche ich den Kaffee überhaupt, wenn es doch bewiesenermaßen sehr gut ohne geht? Gruselige Vorstellung, die ich gar nicht erst in die Realität umsetzen will. Lieber mal wieder den Wasserkocher einschalten – zum Kaffee kochen.

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