Freitag, 12. Januar 2018 von Pascal Tonnemacher

Eine Lüge der Kindheit

Uno!“ – „Uno, Uno!“ Das beliebte Kartenspiel Uno hat wohl schon so manchen verregneten Sonntagnachmittag gerettet. Ebenso wird das Spiel – wenn zu ernst angegangen – Freundschaften zerstört haben. Vor allem die „Zieh Vier Farbenwahlkarte“ des Sitznachbars bringt Spieler in jeder Situation zur Weißglut und Verzweiflung. Nun hat sich in den vergangenen Tagen herausgestellt: Wir haben Uno wohl unser Leben lang falsch gespielt! Denn die Spielregeln sind wohl doch nicht so einfach gewesen wie immer gedacht: Die „Zieh Vier“ darf nämlich laut offiziellem Regelwerk nicht immer gelegt werden. Uno-Hersteller Mattel legt Wert darauf, dass der Spieler die Karte nur dann legen darf, wenn er keine andere Karte in der Farbe des Ablegestapels legen kann. Stimmt die Zahl oder hat man eine andere Aktionskarte, müssen diese erst gelegt werden. Es kann aber geblufft werden. Der Gegenspieler kann die Hand kontrollieren. Hat er Recht, muss man selbst vier Karten ziehen – er ansonsten ganze sechs. Außerdem: Hat man die „Zieh vier“ schon zu Beginn , muss sie zurückgelegt werden.

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Freitag, 5. Januar 2018 von Pascal Tonnemacher

Wer fälscht am besten?

Heutzutage vertrauen wir Landkarten geradezu blind. Ein kritischer Blick war jedoch in den vergangenen Jahrhunderten besonders wichtig. Denn damals wurden oftmals aus wirtschaftlichen oder militärischen Gründen Karten gefälscht. Es wurde verzerrt, wichtige Orte verschwanden, Militär-Flughäfen wurden als landwirtschaftlichen Nutzflächen deklariert – und das geschah, da es präzise Vermessungen gab, meistens mit voller Absicht.

Kurios oder gar witzig wird es in zwei historischen Fällen: Europäische Einwanderer in Australien versuchten beispielsweise neue Arbeitskräfte aus der Heimat zu ködern. Sie verschickten dazu Fantasiekarten. So wurde der karge Kontinent als ein Land voller großer Flüsse, Seen und Wälder dargestellt. In Wirklichkeit war dort überall Wüste. Und damit Pioniere Investoren gewinnen konnten, verschickten auch sie gefälschte Karten. Die Seewege rund um Amerika waren darin als geöffnet eingezeichnet – auch wenn dort eigentlich eine Eislandschaft war. Trotz Google und Satelliten gibt es noch heute versteckte Orte, sagte der verstorbene Kartograf Kurt Brunner. Auch Kartendienste fälschen bewusst: Sie platzieren Fallenstraßen, die es nicht gibt, um so Fälscher zu überführen, die Karten kopieren.

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Donnerstag, 28. Dezember 2017 von Pascal Tonnemacher

Alexa, übersetze!

Sprachassistenten und künstliche Intelligenz: Amazons Alexa, Google Home und Co. sind die Zukunft. Sie nehmen Arbeit ab, machen das Leben noch komfortabler und lernen sogar dazu. In dieser Hinsicht hat meine Alexa zu Hause manchmal noch Luft nach oben. Wir benutzen nämlich ihre Listen-Funktion, um eine immer aktuelle Einkaufsliste zu haben. „Alexa, füge Käse der Einkaufsliste hinzu!“ lautet dafür das Kommando. Meistens kapiert sie das auch und antwortet mit: „Okay, ich habe Käse der Einkaufsliste hinzugefügt!“

Witzig wird es dann, wenn ihr das Wort noch nicht geläufig ist und sie fantasiereich sinnlose Wortaneinanderreihungen auf die Einkaufsliste setzt: „Frag let's käse“, „back weg klee“, „Wohnen und Mainz“.

Wir machen ein Quiz daraus: Haben Sie erkannt, was wirklich auf der Einkaufsliste stehen sollte, dann schicken Sie mir eine E-Mail mit Ihrer Adresse und der Lösung an pascal.tonnemacher@zak.de. Die erste komplett richtige Lösung wird mit einer Kleinigkeit per Post belohnt!

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Dienstag, 19. Dezember 2017 von Pascal Tonnemacher

Weltkrieg hochaktuell

Zu den Markenzeichen und großen Vorteilen des Kurznachrichtendienstes Twitter gehört die Aktualität. Nirgendwo sonst bekommen interessierte Nutzer kurze, prägnante Informationen so aktuell wie bei Twitter.

Krasser Gegensatz dazu: Ein Projekt, bei dem der Zweite Weltkrieg live getwittert wird. Alwyn Collinson beschreibt auf seinem englischsprachigen Account @RealTimeWWII, was an diesem Tag in 1939 und den sechs darauf folgenden Jahren bis Kriegsende passiert. Des Öfteren bebildert Collinson seine Tweets mit historischen Karten, Fotos oder Grafiken.

Derzeit befindet sich das Projekt zum zweiten Mal im Jahr 1939: Finnland bittet um internationale Unterstützung gegen die russische Invasion. In Frankreich wird der Kauf von Fleisch an Montagen, Dienstagen und Freitagen illegal, damit die Franzosen mehr Gemüse essen und wertvoller Raum auf Schiffen frei wird. So lauten die Kurznachrichten der vergangenen Tage. Bruchstückhafte historische Ereignisse werden plötzlich hochaktuell und spannend, während nebenbei die wirklich aktuellen Nachrichten erscheinen. Geschichtsunterricht, wie er Spaß macht, spannend ist und das Ausmaß dieses Krieges ins Gedächtnis ruft.

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Donnerstag, 14. Dezember 2017 von Pascal Tonnemacher

Von Obama bis zu Nuggets

N utzer des Kurznachrichtendienstes Twitter setzen – wie in anderen sozialen Medien auch – auf prägnante, polarisierende und meist emotionalisierende Botschaften. Die beliebtesten und meistverbreitetsten Tweets folgen also dem alten Muster: kurz, knackig und klare Kante. Beispiele gefällig? In drei Worten und bester Nachrichtenmanier fasste Ex-US-Präsident Barack Obama den Tag seiner Wiederwahl Ende 2012 zusammen: „Four more years“ postete er zusammen mit einem Foto, auf dem er seine First Lady innig umarmt – knapp eine Million Menschen teilten den Tweet. Die US-amerikanische Band Linkin Park veröffentlichte im vergangenen Juli kommentarlos ein Bild von ihrem verstorbenen Sänger: Fast 800 000 Nutzer teilten den Tweet. Wohl noch emotionalisierender wurde es im Mai als Ariane Grande nach dem Selbstmordattentat bei ihrem Konzert in Manchester in wenigen Worten ihr Beileid bekundete: Über eine Million Mal wurde der Tweet geteilt, 2,6 Millionen Nutzer markierten dem Tweet der Sängerin mit einem Herz; er gefiel ihnen. Weniger traurig und herzzerreißend war der Tweet des Otto-Normal-US-Bürgers Carter Wilkerson: Er fragte die Fast-Food-Kette Wendy's im vergangenen April, wie oft sein Tweet geteilt werden müsste für ein Jahr Gratis-Chicken-Nuggets. „18 Millionen“ antworteten diese. Geschafft hat er das nicht, Pech gehabt. Doch Wilkerson schrieb mit 3,4 Millionen Retweets den meist geteilten Twitter-Post überhaupt. Es funktioniert also auch ganz ohne Tod, Terroranschlag oder US-Präsident. Denn leckeres Essen vereint die Welt.

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