Samstag, 5. Mai 2018 von John Warren

Was für eine Karriere!

Vor kurzem habe ich aufgeräumt und meine alte Nintendo 64-Konsole wiedergefunden. Eine Runde spielen muss drin sein, dachte ich. Ich wählte den Fußball-Klassiker FIFA 98, der am bekanntesten dafür ist, dass man bei einem Modus in der Halle spielen kann. Das gab es in den 20 darauf folgenden Versionen des Konsolen- und Computerspiels nicht mehr. Auch die Option, nach dem Torerfolg verschiedene Torjubel auszuwählen, war damals etwas ganz Neues. Mit etwas Wehmut stellte ich fest, dass nun wohl auch alle der damaligen Fußballer ihre Karriere beendet haben müssen. Mit Francesco Totti trat im vergangenen Jahr wohl einer der letzten 98er-Kicker ab.

Interessiert recherchierte ich, was meine damaligen Helden (an der Konsole und im echten Leben) heute so treiben. Viele sind – logisch – Fußballtrainer und hampeln an der Seitenlinie wie Rumpelstilzchen herum. Bei anderen Spielern wiederum sind unterdessen die Söhne bereits als Profikicker aktiv, so wie bei Patrick Kluivert und seinem Sohn Justin, der für Ajax Amsterdam spielt. Besonders außergewöhnlich: die Karriere von George Weah: Der Weltfußballer von 1995 ist seit Januar der Präsident von Liberia.

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Freitag, 16. März 2018 von John Warren

Verrückte Sesselreise

Mein Twitter-Info-dienst benachrichtigt mich, wenn jemand in dem sozialen Netzwerk die Worte Albstadt und Balingen erwähnt. So findet man hin und wieder interessante Geschichten. Kurios dagegen ist die Meldung am gestrigen Morgen: „Die Wasserversorgung in Balingen Place ist wiederhergestellt.“ Wie schön, denke ich mir. Und komme erst im nächsten Moment auf die Idee, zu hinterfragen, wo dieser Ort überhaupt ist. Und warum ich in englisch über Balingen lese. Getwittert hat der Alarmdienst von Kapstadt. Mit Hilfe von Google Maps finde ich die Straße „Balingen Place“ in der südafrikanischen Metropole.

Mit der Straßenansicht erkundige ich das Viertel. Meine virtuelle Reise führt mich vom Balingen Place auf den Hockenheim Drive und den Mosbach Way. Über die Heidelberg Road verlasse ich das Viertel mit den gepflasterten Straßen, Spielplatz, verwelktem Gras und malerisch-niedlichen Häuslein. An Weinbergen und einem Fußballstadion entlang erkunde ich die erweiterte Nachbarschaft. Bis zum Meer sind es nur 25 Minuten mit dem Auto. Dort würde ich jetzt glatt baden gehen. Wenn ich jetzt doch nur nicht auf meinem Bürostuhl kleben würde.

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Donnerstag, 8. März 2018 von John Warren

Den Toast neu erfunden

Als stolzer Vater kommt man kaum herum, etwas anderes zu erzählen als Geschichten vom eigenen Nachwuchs. Hier kommt die nächste Story vom kleinen Wirbelwind. Mit zwei Jahren knackt die Tochter gerade erst die

10-Kilo-Marke. Heißt konkret:

Essen ist nicht so ihr Ding. Oft werden die zubereiteten Speisen vom Kind abgelehnt. Und das aus Trotz, wie es scheint. Denn hin und wieder wird das Essen nach 20 Minuten spielen und herumrennen dann doch zur Hälfte noch gegessen.

Wenn man als Elternteil etwas findet, das vom anspruchsvollen Kindergaumen akzeptiert wird, ist die Euphorie groß. Vor kurzem versuchte ich es mit einem Toastbrot (üblicherweise eine Sisyphosaufgabe). Um etwas Abwechslung reinzubringen, stach ich das Brot mit einem Glas in eine runde Form und benannte es „Tubbytoast“. So mancher kennt die Kinder-

Kultserie um die bunten Teletubbies vielleicht sogar.

Und siehe da, der „Tubbytoast“ ist neuerdings eine Grundmahlzeit der Tochter. Sie hat sich sogar schon den perfekten Werbeslogan ausgedacht: „Schmeckt gut, sieht lustig aus.“ Wenn das andere Schlecht- und Wenig-

esser nicht überzeugt, dann

weiß ich auch nicht mehr weiter.

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Freitag, 19. Januar 2018 von John Warren

Köstliche Monomahlzeit

Während ich ein überzeugter Verfechter der Abwechslung bin und am liebsten – fast schon zwanghaft – meine Hemden in einer bestimmten Reihenfolge nacheinander anziehe, kommt mein Sprössling gar nicht nach mir. Das Kind, knapp zwei Jahre alt, ist eine Monoesserin. Hat sie sich einmal ein Lieblingsobst oder -gemüse ausgewählt, bekommt man fast nichts anderes in sie hinein. Im Sommer gab ich wöchentlich rund 20 Euro für Trauben aus. Saisongerecht wurden die leckeren grünen Früchte im Herbst von Salatgurken ersetzt. Ein Cherrytomaten-Intermezzo wurde kurz darauf von einer kurzlebigen Paprika-Obsession abgelöst.

Im Dezember war meine Kleine dann ganz heiß auf Mandarinen, bis sie sich einmal an einem Stück verschluckte und daraufhin die Zitruspflanze vollkommen ablehnte. Zitat: „Nein, schluckt [sic].“ Seit einigen Wochen ist sie schließlich auf Mais aus der Konservendose umgestiegen. Seitdem gibt es das gelbe Gemüse für die ganze Familie – und zwar jeden Tag . . .

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Mittwoch, 13. Dezember 2017 von John Warren

Treppensteigen statt Telefon

Körperliche Betätigung ist immer gut, kommt im beruflichen Alltag aber gerne mal zu kurz – vor allem im Winter. Auf meinen Wunsch hat meine Frau mir zum Geburtstag eine Fitness-Armbanduhr geschenkt, mit Schrittzähler und automatischer Work-out-Erkennung. Gerade letztere Funktion sorgt bei mir immer wieder für Schmunzeln: Zum Beispiel wenn ich den Kinderwagen meiner Tochter schiebe und nach zehn Minuten dafür gelobt werde, dass ich beim Fahrrad fahren eine gute Leistung vollbringe. Klar, beim Schieben wackeln die Arme nicht so sehr wie beim Laufen. Die beste Funktion des Geräts ist jedoch, dass es mich nach 45 Minuten Inaktivität darauf hinweist, dass ich mich doch mal wieder bewegen könnte. Für die Nacht lässt sich die Option natürlich ausschalten. Tagsüber im Büro aber ist die Erinnerung eine wertvolle Hilfe: Denn anstatt immer gleich zum Telefonhörer zu Greifen, gehe ich nun öfters mal ein Stockwerk durchs Haus, um meine Kollegen mit meinen Anliegen zu belästigen. Gestresst durch meinen Begleiter am Armband fühle ich mich nicht, obwohl er sogar Nachrichten von meinem Handy empfangen und anzeigen kann. In 90 Prozent der Fällen schaue ich auf meine Armbanduhr jedoch um – Überraschung – die Uhrzeit herauszufinden.

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