Samstag, 5. April 2014 von Michael Würz

Post vom Innenminister

Jörg K. saß erst wenige Stunden hinter Schloss und Riegel, als wir in der Redaktion Post aus dem Innenministerium bekamen.

Innenminister Reinhold Gall ließ die Journalisten im Land wissen, was zu dem schnellen Festnahmeerfolg beigetragen habe: die seit Januar umgesetzte Polizeistrukturreform.

Genau das nehmen ihm Polizisten vor Ort nun krumm. Denn die Festnahme des mutmaßlichen Doppelmörders war alles andere als ein Einsatz, auf den die Polizei stolz sein kann.

Den gefährlichen Job, den Zugriff im Zug in Hechingen, mussten vier Polizeibeamte machen, die als einzige verfügbar waren – mehr oder weniger. Zwei waren gerade damit beschäftigt, einen Unfall aufzunehmen, zwei sollten einen Schwertransport begleiten.

Von Spezialkräften, die für die Festnahme eines mutmaßlich gefährlichen Mörders ausgebildet sind, fehlte jede Spur.

Also rasten die vier Hechinger Beamten am Mittwochabend an den Hechinger Bahnhof. Eine knappe Kiste: Sie kamen in letzter Sekunde am Zielort an. Die Festnahme: eine ziemlich gefährliche Hau-Ruck-Aktion, noch dazu in Anwesenheit zahlreicher weiterer Fahrgäste.

Zum Glück, muss man sagen, ging der Einsatz heil über die Bühne. Doch Grund zum Feiern gibt es nicht. Wären die Hechinger Beamten zu spät am Einsatzort angekommen, hätte der Zug – so ist aus gut informierter Quelle zu vernehmen – kurz darauf auf freier Strecke gestoppt werden sollen. Ob das gut gegangen wäre?

Bereits während der Ermittlungen in den vergangenen Tagen hatten Polizisten ihr Leid über den Standort der Sonderkommission in Rottweil geklagt.

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Mittwoch, 11. Dezember 2013 von Michael Würz

Kein Herz für den Lynchmob

Ein Jäger, der einen Hund an seinen Geländewagen bindet und durch die Stadt schleift. Das ist nicht zu fassen, unmenschlich und schockierend. Dementsprechend heftig fällt die Empörung aus. Nachdem wir auf zak.de über den Fall aus Burladingen berichtet haben, entlud sich die Wut hunderter Menschen auch auf der Facebookseite des ZOLLERN-ALB-KURIERS.

Als Zeitungsmacher müssen wir da mit neuen Herausforderungen umgehen – bis in die Nacht hinein habe ich Kommentare gelöscht, stapelweise. Denn bei allem Verständnis für die Aufregung dulden wir auf unseren Plattformen keine Aufrufe zu Straftaten. Zensur, rufen da einige, die sich in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten sehen. Was ich wohl sagen würde, wenn es mein Hund wäre? Das weiß ich nicht, es spielt aber auch keine Rolle. Weil wir in einem Rechtsstaat leben, dessen Regeln und Errungenschaften wir nicht mit Täterschutz verwechseln sollten.

Es gehört zu den Kernaufgaben von Journalisten, Öffentlichkeit herzustellen und Missstände aufzuzeigen. Das Netz bietet dafür großartige Möglichkeiten. Doch wir alle müssen uns unserer Verantwortung bewusst sein. Wenn Nutzer zur Lynchjustiz aufrufen, wird das Geschehen im Netz selbst zum Missstand. Dafür ist auf den Angeboten unserer Zeitung ebenso wenig Platz wie für Rassismus, Sexismus und Homophobie.

Auch ich bin empört über den Fall. Und weil ich grundsätzlich falsch finde, wie Menschen in unserer vermeintlich fortschrittlichen Zeit mit Tieren umgehen, lebe ich vegan. Das sollte wissen, wer mir angesichts seines gelöschten Kommentars vorwirft, kein Herz für Tiere zu haben.

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Samstag, 23. November 2013 von Michael Würz

Einladung zur Blattkritik

In der ZAK-Redaktion werfen wir regelmäßig einen besonders selbstkritischen Blick in unsere Zeitung: Wie gelungen war die Fotoauswahl in den vergangenen Tagen? Gab es Formulierungen, die besser nicht ins Blatt gerutscht wären? Welches Thema hätte man größer machen müssen, welches kleiner? Gab es Patzer im Layout? Wenn wir uns unter der Regie eines Redaktionsmitglieds zur Blattkritik zusammensetzen, kommt jeder Fehler auf den Tisch. Nächste Woche bin ich an der Reihe – mit der ersten Blattkritik seit ich im August beim ZAK angefangen habe. Seit Tagen kritzele ich wild in unseren Artikeln herum: ein zu kleines Foto hier, ein fieser Komma-Unfall dort und ein nicht ganz gelungener Verweis auf unser Online-Angebot (als Online-Redakteur muss ich da natürlich besonders laut schimpfen). Sie sehen schon: Ich bin fündig geworden und muss kommende Woche nicht mit leeren Händen vor die Kollegen treten.

Allerdings frage ich mich, was Sie, liebe Leser, an meiner Stelle mit dem Rotstift angestrichen hätten. Wenn Sie möchten, blättern Sie doch noch mal durch die ZAK-Ausgaben dieser Woche – inklusive der heutigen. Nehmen Sie den Lokalteil zur Hand und hauen Sie uns hemmungslos um die Ohren, was Ihnen nicht gefällt. Wenn Ihnen etwas besonders gut gefällt, eine besonders gelungene Überschrift etwa oder ein interessantes Thema, notieren Sie auch das (nur damit wir uns nicht falsch verstehen: wir können auch mit Lob umgehen). Ihre persönliche Blattkritik schicken Sie als Foto oder Scan an michael.wuerz@zak.de oder im Original an ZOLLERN-ALB-KURIER, Stichwort „Blattkritik“, Grünewaldstraße 15, 72336 Balingen. Ihre Einsendungen nehme ich mit in unsere Redaktionskonferenz. Außerdem veröffentlichen wir die Blattkritiken unserer Leser auf der ZAK-Facebookseite. Weil wir glauben, dass Ihre Meinung zur Arbeit von uns Journalisten mindestens so wichtig ist wie unsere.

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Mittwoch, 7. August 2013 von Michael Würz

Wir treffen uns auf Facebook

Frau Kranz, Herr Scheiffele, Ness Dreamkeeper und Kongo Schorsch haben eines gemeinsam: Ich habe sie in den vergangenen Tagen kennengelernt. Sie und viele andere ZAK-Leser haben mit uns diskutiert, uns gelobt und mit uns geschwitzt. Hier und da haben sie unser Blatt ein bisschen besser gemacht. Im Gegenzug haben wir sie immer auf dem Laufenden gehalten, an mancher Stelle vielleicht anders, als Sie das bislang gewohnt waren. Manchmal waren wir schneller als bisher, manchmal konnten wie Sie ganz exklusiv informieren, und wir haben uns rege mit Ihnen ausgetauscht – manchmal rund um die Uhr. Die Angesprochenen wissen natürlich längst Bescheid, allen anderen wollen wir an dieser Stelle verraten, wo wir uns getroffen haben: auf Facebook. Einigen sind die Veränderungen dort gleich aufgefallen, sie haben uns geschrieben und sich dafür bedankt. Ich habe da eine gute Nachricht: Wenn Sie möchten, können wir gerne so weitermachen. Mir haben meine ersten Tage als Online-Redakteur beim ZAK nämlich sehr viel Freude gemacht. Und, so viel sei verraten, wir haben noch eine Menge vor mit ihnen und uns im Netz, wo sie den ZAK in den nächsten Wochen von einer ganz neuen Seite kennenlernen werden. Ich freue mich sehr über das, was ein Kollege als eine gewisse Euphorie beschrieben hat, die jetzt in der Redaktion herrsche.

Just in diesen Tagen startet der Spiegel eine großangelegte Debatte zur Zukunft der Zeitungen und fragt: Brauchen wir noch Tageszeitungen, und wenn ja, welche? Liebe Kollegen in Hamburg, fragt doch mal Frau Kranz und Herrn Scheiffele! Wenn auch Sie, liebe Leser, von Anfang an dabei sein wollen: www.facebook.com/zollernalbkurier.

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