Dienstag, 5. November 2013 von Nico Pannewitz

Hunde- oder Katzentyp?

Bei Gesprächen aller Art wird einem nicht selten aus heiterem Himmel die Frage gestellt, ob man besser mit Hunden oder mit Katzen auskommt. Meine ehrliche Antwort: Am liebsten hätte ich früher mit keiner der beiden Tierarten etwas zu tun gehabt. Doch die pelzigen Gesellen kamen einfach zu mir und haben mich mittlerweile doch in eine bestimmte Richtung geprägt. So habe ich zum „besten Freund des Menschen“ bis heute nicht gerade das beste Verhältnis. Seit ich als Kind von einem Kampfhund angegriffen wurde, bin ich sehr vorsichtig im Umgang mit den Kläffern. Dass mich in meiner Kindheit und Schulzeit dazu täglich ein Nachbarshund anbellte, half meiner Liebe für die hechelnden Vierbeiner auch nicht gerade auf die Sprünge. Mit Katzen hatte ich bis 2004 eigentlich auch nichts am Hut, da ich sie aufgrund von Vorurteilen aus Erzählungen und Zeichentrickserien für falsch und kratzbürstig hielt. Als meine Schwester dann ein kleines Kätzchen in den Haushalt brachte, ignorierte ich das Tier erst einmal. Anscheinend wirkte das sympathisch auf den Stubentiger, denn während alle anderen immer an ihm rumtatschen wollten, ließ ich ihn in Ruhe. Im Laufe der Zeit suchte die Katze immer häufiger meine Nähe und heute sind wir gute Freunde. Wenn ich komme, kratzt und beißt sie mich nie, sie will nicht mal spielen – sondern einfach nur chillen. Man kann also sagen, dass ich eher ein Katzen-, statt ein Hundetyp bin – erst wider Willen und heute stolz darauf. Doch ich schließe nicht aus, den Wauwaus dieser Welt noch eine Chance zu geben – insofern sie klein und erzogen sind!

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Mittwoch, 18. September 2013 von Nico Pannewitz

Gotteszorn in Albstadt?

Meine erste Amtshandlung, die ich 2007 nach dem Abschluss meines Abiturs als Gernegroß vollzog, war der Austritt aus der Kirche. Schließlich war die Taufe für mich nichts als Wasser und ich konnte mich nicht mehr erinnern, jemals an Götter oder Übernatürliches geglaubt zu haben. In der Schulzeit schielte ich zudem eigentlich schon immer interessiert auf die Ethik-Stunden meiner Mitschüler, und blieb nur im Religionsunterricht, weil die Klassenarbeiten dort wesentlich einfacher waren. Und obwohl ich mit den meisten religiösen Menschen wunderbar auskomme, liege ich bis heute mit vielen Grundsätzen der christlichen Kirche im Clinch. Deshalb schlappte ich ein paar Tage nach der Abschlussfeier ins Standesamt und beantragte meinen Kirchenaustritt. Die Atmosphäre in dem kleinen Büro war seltsam. Einerseits hatte ich damit gerechnet, dass mich die Bediensteten in diesem katholisch geprägten Bundesland wegen meinem Anliegen wenigstens schief anschauen würden, doch nichts dergleichen, sie verrichteten normal und emotionslos ihren Dienst. Andererseits fühlte ich bei meinem Vorhaben doch eine gewisse Schwere, schließlich war ich im Begriff, etwas aufzugeben, das meine Persönlichkeit zumindest auf dem Papier von Anfang an begleitet hatte. Obwohl ich nicht daran glaubte, fühlte es sich wie ein endgültiger Verlust an. Umso größer dann allerdings die Erleichterung, als es getan war und mir bewusst wurde, dass es nichts zu fürchten gab. Jedoch wurde es besonders kurios, als ich nach dem Verlassen des Büros auf meine Austrittsurkunde schielte. Unter meinem Namen war die Unterschrift der zuständigen Beamtin gesetzt: „F. Hölle“. Dass ich deshalb keinen Schreck, sondern einen kleinen Lachanfall bekam, gab mir noch mal die Gewissheit, das Richtige getan zu haben. Denn an Himmel und Hölle glaube ich nun wirklich nicht!

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Donnerstag, 22. August 2013 von Nico Pannewitz

Chinesische Schönheit

Ein Sommermensch war ich wirklich noch nie. Während es für meine Familie das Größte ist, sich in der Freizeit die Sonne auf den Leib brutzeln zu lassen, gibt es für mich seit je her kaum unangenehmere Gefühle als Hitze und Schwitzen, Deshalb suche ich an sonnigen Tagen möglichst schnell den Schatten auf. Dies zeigt sich natürlich auch an meiner Hautfarbe: „Bleichschnabel“ und „Leiche“ sind nur zwei der Ausdrücke, die ich manchmal höre, wenn andere mein Äußeres betrachten. Doch selbst in den seltenen Zeiten, in denen ich aktiv versucht habe, braun zu werden, hat meine Haut nie richtig Farbe angenommen. Ich scheine dazu „geboren“ zu sein, ewig blass zu bleiben. Doch es macht mir nichts aus und ein Blick in den Osten zeigt: In China ist Blässe ein Schönheitsideal. Dort wehren die Menschen selbst im Hochsommer Sonnenstrahlen mit Regenschirmen ab und ziehen im Wasser Schutzmasken auf, um ja nicht braun zu werden. Vielleicht sollte ich einfach mal dort hin fahren und mich mit meinen aschblonden Haaren und meiner Bleiche als kuriose Schönheit feiern lassen. Nein, lieber warte ich auf meine Lieblingsjahreszeit, den Herbst. Im trüben Nebel lässt sich nämlich viel besser nachdenken, so ganz ohne Schweiß und Hitzebelästigung...

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Freitag, 2. August 2013 von Nico Pannewitz

Keimfrei?

Kennen Sie „Monk“? Die mittlerweile abgeschlossene Fernsehserie, die sich um den Polizeiermittler Adrian Monk dreht, der verdammt schlau ist und schwierige Kriminalfälle löst, legt ein persönliches Augenmerk auf seine neurotische Persönlichkeit, die manisch vor Flüssigkeiten, Keimen, Menschen und anderen Dingen zurückschreckt. Viele Menschen haben Zwangsängste vor dem Dreck der Welt und wären vermutlich wie Monk am glücklichsten, wenn sie ihr Leben in einem klinischen, keimfreien Raum verbringen könnten. Doch abseits davon, dass wir uns alle wohl zu einem gewissen Grad vor Keimen ekeln, die Neurotiker mit ihrer Lage meist nicht glücklich sind und Respekt und Mitgefühl verdienen, ist die phobische Angst vor Mikroorganismen doch etwas seltsam. Denn Keime sind ein natürlicher Bestandteil der Welt und würden bei Naturkatastrophen größere Lebewesen wie auch Menschen überdauern. Auch besteht der Mensch aus mehr Mikroorganismen als menschlichen Zellen (über 10.000 pro Quadratzentimeter Haut und über eine Billiarde insgesamt im Körper) und wäre gar nicht zum Leben fähig, hätte er nicht symbiotische Beziehungen zu diesen anderen, winzigen Lebewesen. In dem Moment, in dem ein „Monk“ vor einem benutzten Taschentuch wegrennt (und in jedem anderen Moment), schwimmen unzählige Bakterien in ihm herum.

Aber vielleicht wäre es besser, Menschen mit Keimphobie nicht auf diese Tatsache aufmerksam zu machen...

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