Samstag, 22. April 2017 von Lydia Wania-Dreher

Ein Meerestier macht's vor

Es ist doch erstaunlich, was Forscher immer wieder finden. Kürzlich entdeckten Daniel Distel und sein Team von der Northeastern University in Boston eine bisher unbekannte 1,5 Meter lange wurmartige Kreatur, die sich ganz ohne Fressen am Leben erhält. Der sogenannte Kuphus polythalamia gehört zur Familie der Schiffsbohrwürmer und lebt in einem hohlen Kalkgebilde im Schlamm in den Lagunen der Philippinen. Sein ganzer Verdauungstrakt ist verkümmert, denn er knabbert nicht wie seine Verwandten an Holz im Wasser, sondern bezieht seine Lebensenergie von Bakterien, die in seinen Kiemen leben. Die Mikroben wandeln stinkenden Schwefelwasserstoff in organischen Kohlenstoff um. Davon geben sie dem Kuphus etwas ab und der bietet ihnen im Gegenzug optimale Lebensbedingungen. Ein schöne Wohngemeinschaft: Denn keiner der Beteiligten ist zu geizig, etwas zu geben und so reicht es ganz ohne Anstrengungen für Bakterien und Riesenwurm.

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Freitag, 24. März 2017 von Lydia Wania-Dreher

Abhandene Akkus

Wieder Mal ein Fall aus der Rubrik: Ja, wer macht denn so was? Landrat Günther-Martin Pauli verkündete in der jüngsten Kreistagssitzung, dass ein Großteil der Akkus der Sitzungsmikrofone geklaut wurde. Genau 37 Stück sind einfach verschwunden. Einzig 16 Ersatzakkus blieben übrig. Und so musste die Mehrheit der Herren und Damen Kreisräte auf mobile Handmikrofone zurückgreifen. Das bedeutete, zwei Hausmeister saßen hinten im Sitzungssaal und sprangen bei den Wortmeldungen schnell mit einem schnurlosen Mikrofon zu dem, der gerade die Hand hob. „Abhandengekommen“ seien die Akkus schon im Februar, gab das Landratsamt bekannt. Doch der Bestellvorgang dauert. Bis Anfang April sollen wieder neue Akkus da sein, sodass zur nächsten Kreistagssitzung am 29. Mai wieder alles beim alten sein soll und die Hausmeister nicht mehr rennen müssen.

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Mittwoch, 22. März 2017 von Lydia Wania-Dreher

Eine grüne Freude

Manchmal freue ich mich wie ein Kind. Auch gestern in der Mittagspause ist mir das wieder passiert. Da schaute ich in mein Mini-Gewächshaus. Naja, es ist eher eine Plastikschale mit Deckel. Und siehe da, aus der Erde sind über Nacht gleich mehrere kleine Paprikapflänzchen gewachsen. Die zarten, grünen Stängel und die spitzen Keimblättchen brachten mich richtig zum Strahlen. Denn das, was die Natur da macht, ist für mich jedes Mal ein kleines Wunder. Da liegen diese scheinbar ausgetrockneten Samen monatelang in einem Tütchen und kaum steckt man sie in feuchte Erde, schon verwandeln sie sich. Jeden Tag kann man dann beobachten, wie schnell die kleinen Pflänzchen wachsen. Für mich ist das eine wahre Freude ihnen zuzusehen. Da strahle ich wie ein Kind. Und da ist es mir egal, dass viele Menschen eine so große Freude über ein paar kleine Pflänzchen nicht verstehen können.

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Donnerstag, 2. März 2017 von Lydia Wania-Dreher

Fasten für den Kopf

Na, lassen Sie auch jetzt wieder Schokolade und Co. weg? Ich mache das schon seit ein paar Jahren. Die evangelischen Kirchen gehen noch einen Schritt weiter, sie laden auch in diesem Jahr zum Fasten im Kopf ein. Soll heißen, nicht (nur) auf materielle sondern auch auf ideelle Dinge zu verzichten. Das Motto 2017 lautet „Augenblick mal! Sieben Wochen ohne Sofort“. Die Initiatoren ermuntern, sich immer wieder Zeit zu nehmen: zum Entschleunigen, zum Innehalten, zum Nachdenken. Und nicht immer sofort zu reagieren, wie das sonst in unserer schnelllebigen Zeit so üblich ist und auch schon fast erwartet wird. Auch für mich wäre diese Fastenaktion etwas. Immer wieder ertappe ich mich zum Beispiel dabei, dass, wenn mein Smartphone piepst, ich es sofort zur Hand nehmen muss. Dabei hätte das in den allermeisten Fällen noch Zeit. Aber vielleicht bin ich dafür einfach zu neugierig. Mal bewusst abschalten, nichts tun und die Seele baumeln lassen, das nehme ich mir aber schon vor für die nächsten sieben Wochen. Mal schauen, ob es gelingt.

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Samstag, 18. Februar 2017 von Lydia Wania-Dreher

Meine kleine Auszeit

Manchmal wird einem einfach alles zu viel. Da würde ich mich dann am liebsten unter einer Decke verstecken und nie mehr rauskommen. Doch helfen tut das in den allermeisten Fällen rein gar nichts. Stattdessen habe ich eine andere Lösung für mich und meine kleinen Alltagskrisen gefunden: Ich gehe spazieren. Das klingt jetzt vielleicht etwas simpel und altmodisch. Erinnert an alte Leute. Aber ich find's klasse. Am liebsten laufe ich auf Wald- oder Feldwegen. Weit weg von Zivilisationslärm und Hektik. Gerne auch in der Mittagspause. Zu Beginn meiner Tour bin ich meist noch in den Gedanken gefangen, was alles gerade so blöd ist. Ein paar Schritte später tritt das alles in den Hintergrund. Mehr und mehr schaue ich mir die Landschaft an, erfreue mich an Kleinigkeiten und lass' mich richtig fallen. Okay, manchmal werde ich von Passanten auch ein bisschen komisch angeschaut. Ganz nach dem Motto, warum läuft die Frau alleine durch den Wald, und wo ist eigentlich ihr Hund? Den habe und brauche ich nicht. Denn ich gehe nur wegen mir selbst spazieren.

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