Mittwoch, 22. März 2017 von Lydia Wania-Dreher

Eine grüne Freude

Manchmal freue ich mich wie ein Kind. Auch gestern in der Mittagspause ist mir das wieder passiert. Da schaute ich in mein Mini-Gewächshaus. Naja, es ist eher eine Plastikschale mit Deckel. Und siehe da, aus der Erde sind über Nacht gleich mehrere kleine Paprikapflänzchen gewachsen. Die zarten, grünen Stängel und die spitzen Keimblättchen brachten mich richtig zum Strahlen. Denn das, was die Natur da macht, ist für mich jedes Mal ein kleines Wunder. Da liegen diese scheinbar ausgetrockneten Samen monatelang in einem Tütchen und kaum steckt man sie in feuchte Erde, schon verwandeln sie sich. Jeden Tag kann man dann beobachten, wie schnell die kleinen Pflänzchen wachsen. Für mich ist das eine wahre Freude ihnen zuzusehen. Da strahle ich wie ein Kind. Und da ist es mir egal, dass viele Menschen eine so große Freude über ein paar kleine Pflänzchen nicht verstehen können.

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Donnerstag, 2. März 2017 von Lydia Wania-Dreher

Fasten für den Kopf

Na, lassen Sie auch jetzt wieder Schokolade und Co. weg? Ich mache das schon seit ein paar Jahren. Die evangelischen Kirchen gehen noch einen Schritt weiter, sie laden auch in diesem Jahr zum Fasten im Kopf ein. Soll heißen, nicht (nur) auf materielle sondern auch auf ideelle Dinge zu verzichten. Das Motto 2017 lautet „Augenblick mal! Sieben Wochen ohne Sofort“. Die Initiatoren ermuntern, sich immer wieder Zeit zu nehmen: zum Entschleunigen, zum Innehalten, zum Nachdenken. Und nicht immer sofort zu reagieren, wie das sonst in unserer schnelllebigen Zeit so üblich ist und auch schon fast erwartet wird. Auch für mich wäre diese Fastenaktion etwas. Immer wieder ertappe ich mich zum Beispiel dabei, dass, wenn mein Smartphone piepst, ich es sofort zur Hand nehmen muss. Dabei hätte das in den allermeisten Fällen noch Zeit. Aber vielleicht bin ich dafür einfach zu neugierig. Mal bewusst abschalten, nichts tun und die Seele baumeln lassen, das nehme ich mir aber schon vor für die nächsten sieben Wochen. Mal schauen, ob es gelingt.

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Samstag, 18. Februar 2017 von Lydia Wania-Dreher

Meine kleine Auszeit

Manchmal wird einem einfach alles zu viel. Da würde ich mich dann am liebsten unter einer Decke verstecken und nie mehr rauskommen. Doch helfen tut das in den allermeisten Fällen rein gar nichts. Stattdessen habe ich eine andere Lösung für mich und meine kleinen Alltagskrisen gefunden: Ich gehe spazieren. Das klingt jetzt vielleicht etwas simpel und altmodisch. Erinnert an alte Leute. Aber ich find's klasse. Am liebsten laufe ich auf Wald- oder Feldwegen. Weit weg von Zivilisationslärm und Hektik. Gerne auch in der Mittagspause. Zu Beginn meiner Tour bin ich meist noch in den Gedanken gefangen, was alles gerade so blöd ist. Ein paar Schritte später tritt das alles in den Hintergrund. Mehr und mehr schaue ich mir die Landschaft an, erfreue mich an Kleinigkeiten und lass' mich richtig fallen. Okay, manchmal werde ich von Passanten auch ein bisschen komisch angeschaut. Ganz nach dem Motto, warum läuft die Frau alleine durch den Wald, und wo ist eigentlich ihr Hund? Den habe und brauche ich nicht. Denn ich gehe nur wegen mir selbst spazieren.

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Donnerstag, 29. September 2016 von Lydia Wania-Dreher

Das Butterbrot auf dem Boden

Kennen Sie die Fünf-Sekunden-Regel? Die besagt, dass man Lebensmittel, die einem runtergefallen sind, wenn man sie innerhalb von fünf Sekunden aufhebt, noch essen kann. Nun fanden allerdings US-amerikanische Forscher der Rutgers University in New Brunswick heraus, dass das so nicht stimmt. Sie ließen Butterbrot, Wassermelone und Fruchtgummi auf verschiedene Oberflächen plumpsen, die sie davor mit einer Bakterienlösung bestrichen hatten. Nach verschiedenen Zeitabständen ermittelten sie die Keimanzahl auf den Lebensmitteln. Und siehe da: Einige Lebensmittel waren schon nach weniger als einer Sekunde mit Bakterien kontaminiert. Gerade die Wassermelone schnitt schlecht ab. Je feuchter ein Lebensmittel ist, desto größer das Kontaminationsrisiko, so die Forscher. Auch die Oberfläche spielte eine Rolle. Vom Teppich wurden deutlich weniger Bakterien übertragen als von Stahl oder Fließen. Laut der Forscher spielt es kaum eine Rolle, nach wie vielen Sekunden man ein heruntergefallenes Lebensmittel aufhebt. Vielmehr sollte der Verzehr davon abhängen, ob man die Oberfläche als hygienisch unbedenklich einstuft. Und die Forscher gaben zu bedenken: Umweltkeime seien überall und in geringer Anzahl ungefährlich. Na dann – nur Mut, das Butterbrot auf dem Küchenboden kann man in den meisten Fällen noch essen.

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Freitag, 16. September 2016 von Lydia Wania-Dreher

Schwarzes Schaf auf gelben Blüten

Unser Wandelröschen auf dem Balkon erfreut mich jeden Tag. Die strahlenden gelb-orangen Blüten locken eine ganze Schar von Insekten an. Es summt und schwirrt. Neulich genoss ich in der Mittagspause wieder das sonnige Plätzchen und hörte plötzlich ein tiefes Brummen. Auf der Suche nach der vermeintlichen Hummel entdeckte ich ein Tierchen, das ich so noch nie gesehen habe: ein riesiges schwarzes Insekt. Ein Käfer auf den Blüten? Nein, der holt doch den Nektar raus. Vielleicht ist das ja auch eine große schwarze Hummel? Quasi das schwarze Schaf unter den fliegenden Schwergewichten. Schnell machte ich ein Foto und recherchierte im Internet. Und siehe da, es muss sich wohl um eine Holzbiene gehandelt haben, genauer gesagt um eine Vertreterin der Großen Blauen Holzbiene. Die werden bis zu 28 Millimeter lang, lieben die Wärme und werden in Baden-Württemberg als stark gefährdet eingestuft. Wahrscheinlich werde ich den großen dunklen Nektarliebhaber aufgrund der nun kühleren Temperaturen erst im nächsten Jahr wieder sehen. Eine schöne letzte Sommer-Natur-Beobachtung.

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