Freitag, 8. Dezember 2017 von Lydia Wania-Dreher

Geschichten für Herz und Seele

Kennen Sie diese Menschen auch, die unglaublich gut Geschichten erzählen können? Ich meine jetzt nicht die Menschen, die die ganze Zeit reden, nur dass etwas gesagt ist. Nein. Ich meine die Menschen, denen man gerne zuhört. Die eine angenehme Stimme haben und bei denen jedes Wort, wenn sie erzählen, einen schönen Klang und einen tieferen Sinn hat. Dieses Erzählen finde ich ungemein bereichernd und doch muss ich feststellen, dass davon in meinem Erwachsenenleben etwas verloren gegangen ist. Mein Vater erzählte uns Kindern immer wunderbare Geschichten vor dem Schlafengehen. Von Reisen, von Begegnungen, von der Nachkriegszeit. Heute erzählen mir Videos, Radiobeiträge oder Internetseiten Geschichten. Doch das ist etwas anderes.

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Samstag, 28. Oktober 2017 von Lydia Wania-Dreher

Ohne Instinkt geht's auch

Sie sind meist schwarz, haben acht Beine und sind manchmal auch noch behaart. Beim Anblick von Spinnen läuft es vielen Menschen kalt den Rücken runter. Ich bin davon zum Glück verschont und schaue mir die bizarren Tierchen mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten sehr gerne an. Damit scheine ich jedoch gegen einen Instinkt zu handeln. Denn vor kurzem fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Leipzig und der Universität Uppsala heraus, dass Ekel oder gar Angst beim Anblick von Spinnen und Schlangen nicht nur von der Prägung der Erziehenden abhängt. Schon kleine Babys reagieren mit deutlich vergrößerten Pupillen, wenn ihnen Bilder der beiden Tiere gezeigt werden. Für die Forscher ein Signal, dass die kleinen Probanden dabei Stress empfinden. Ein Beleg für eine angeborene Abwehrhaltung. Bei anderen gefährlichen Tieren wie Nashörnern oder Bären hingegen stellten sie eine solche Reaktion nicht fest. Die Wissenschaftler erklären sich den Unterschied so: Mit potenziell gefährlichen Reptilien und Spinnentiere leben die Menschen und ihre Vorfahren seit 40 bis 60 Millionen Jahren zusammen und damit deutlich länger als etwa mit den uns heute gefährlichen Säugetieren. Es gebe daher für sie (noch) keine angeborenen Reaktionsmechanismen. Außer bei mir vielleicht. Denn ich habe vor Nashörnern und Bären deutlich mehr Angst als vor kleinen Krabbeltieren.

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Dienstag, 10. Oktober 2017 von Lydia Wania-Dreher

Solarzelle trifft auf Mode

Kennen Sie das? Da ist man irgendwo unterwegs und der Akku des Handys ist mal wieder leer. Ich zumindest habe nicht immer eine Powerbank, also eine mobile Ladestation, zur Hand. Doch dieses Problem könnte bald gelöst sein, denn Forscher aus der japanischen Millionenstadt Saitama entwickelten waschbare Solarzellen. Diese können wie ein Aufdruck auf Kleidung aufgebracht werden. Sie sind sehr dünn, leicht und dehnbar. Selbst Waschmittel schaden diesen organischen Solarzellen nicht. Nach 20 Waschgängen waren sie immer noch sehr effizient. Einziger Wermutstropfen: Die neuen Solarzellen können bisher pro Quadratzentimeter nur rund 7,9 Milliwatt Leistung erzeugen. Da braucht man eine ganz schön große Fläche, um ein Handy oder ähnliches aufzuladen. Aber charmant ist der Gedanke schon, dass man in ein paar Jahren seine Stromversorgung am eigenen Leib tragen könnte.

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Donnerstag, 5. Oktober 2017 von Lydia Wania-Dreher

Die Stadt der Zukunft im Ohr

Eigentlich bin ich kein Fan von Baustellen. Sie bescheren Umleitungen, Lärm und Dreck. Doch die aktuellen in der Innenstadt haben mir die Augen geöffnet. Oder besser gesagt die Ohren. Sie geben mir ein Gefühl von der Stadt der Zukunft. Wie das? Samstags, sonntags und wenn die Bauarbeiter Feierabend haben, ist die Innenstadt hier ein Ort der Ruhe. Ein Ort der Menschen und nicht der Autos. Denn diese bleiben dank der Sperrung draußen. Da kann man ohne Gefahr über die Straße laufen, sich hinsetzen, miteinander ins Gespräch kommen. So stelle ich mir die Innenstädte der Zukunft vor: Orte der Begegnung und nicht des Autolärms.

Bereits vor eineinhalb Jahren hat mich bei einem einem Besuch von Kopenhagen die Ruhe dieser Großstadt begeistert. Für Autos mit Verbrennungsmotoren muss man hier hohe Abgaben zahlen, daher fahren viele mit Elektroautos, dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Es geht, man kommt trotzdem von A nach B. Und: Das Wohnen und der Aufenthalt in der Innenstadt ist so viel angenehmer.

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Donnerstag, 14. September 2017 von Lydia Wania-Dreher

Wenn Oma vergesslich ist

Heute Abend kann man bei der ZAK-Telefonaktion Experten zum Thema Demenz erreichen. Mich berührt das Thema immer wieder, denn ich erlebte als Kind, was es heißt, wenn die Oma immer weniger kann und weiß. Erst war sie nur alt und vergaß ab und zu etwas. Dann kochte sie nicht mehr, ein Pflegedienst musste kommen. Und irgendwann brauchte sie bei allem Hilfe und musste in einem Pflegeheim betreut werden. Doch als Kind oder Heranwachsende fand ich das, was das passierte gar nicht so schlimm. Ich nahm es einfach hin, dass Oma immer älter wurde und immer weniger alleine konnte. Vielleicht auch, weil sie bis zum Schluss eine liebende Oma war. Sie freute sich immer über den Besuch der Enkel. Auch als sie nicht mehr wusste, wer genau vor ihr stand. Sie fragte stets: „Wie geht es der Familie?“ Und beim Verabschieden sagte sie immer: „Komm aber bald wieder.“ Ich erinnere mich noch gut daran, dass es mein Vater da schwerer hatte, wenn seine Mutter mal wieder irgendetwas nicht wollte oder konnte. Da wurde er sogar das ein oder andere Mal richtig laut. Immer ruhig geblieben ist hingegen ein Pfleger, er heißt Martin. Er war der Liebling meiner Oma. Ihm ging nie die Geduld aus.

Und kürzlich, drei Jahre nach dem Tod meiner Oma, traf ich Pfleger Martin zufällig auf der Straße wieder. Freudig begrüßte er mich und erzählte, dass er immer noch als Pfleger im selben Unternehmen tätig ist. Es freute mich richtig, dass er seine verständnisvolle Art seit Jahren für Menschen wie meine Oma einsetzt.

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