Freitag, 9. März 2018 von Lydia Wania-Dreher

Tulpen sollen verblühen

Eine gelbe Blume im Vorfrühlingsgrau. Was gibt es Schöneres? Am liebsten erfreue ich mich an kleinen Blüten in der Natur. Die, die einem so ganz unverhofft am Wegesrand begegnen. Doch auch auf unserem Esstisch steht in schöner Regelmäßigkeit ein Strauß mit Blumen. Im Sommer am liebsten selbstgepflückt und auch sonst soll er möglichst naturnah sein. Doch bei den jüngsten Tulpen ärgerte ich mich. Beim Kauf waren alle Blüten noch geschlossen. In den nächsten Tagen gingen die Tulpen etwas auf. Doch was war das? Beim vermeintlich perfekten Aussehen – wie in der Floristenwerbung – stoppten die Blumen. Seitdem vertrocknen sie langsam, obwohl sie genügend Wasser haben. Die Tulpen sind weder gewachsen noch verblüht. Kein einziges Blütenblatt fiel herunter. Eine neue Sorte, die im angeblich perfekten Stadium verharrt, klärte man mich auf. Für mich ist das ein Unding. Für mich gehört es einfach dazu, dass Blüten aufgehen, erstrahlen und irgendwann verblühen. Ein ganz normaler Vorgang, in den man meiner Meinung nach nicht eingreifen sollte. Ich brauche keine Tulpen, die zwanghaft im angeblich besten Stadium stehenbleiben müssen.

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Mittwoch, 21. Februar 2018 von Lydia Wania-Dreher

Erste Hilfe von der Ameise

Das Tierreich überrascht mich immer wieder. Gerade die kleinen Dinge verblüffen mich. So fanden Forscher der Universität Würzburg vor kurzem heraus, dass Ameisen Erste Hilfe leisten. Ist eines der sozialen Tiere verletzt, wird es von den anderen zurück ins Nest gebracht. Hier lecken die Artgenossen die verletzte Stelle ab. Diese Prozedur kann einige Minuten dauern. Die Forscher nehmen an, dass so die Wunden gereinigt werden. Sie gehen davon aus, dass sich in dem Speichel antibakterielle Substanzen befinden. Diese Form der Ersten Hilfe ist offenbar sehr effektiv. Dank der Versorgung sterben nur rund zehn Prozent der geretteten Ameisen an ihren Verletzungen. Ohne eine solche Behandlung sind es 80 Prozent. Ob eine verletzte Ameise versorgt wird, entscheiden übrigens nicht die Helfer, sondern das verletzte Tier selbst. Denn die Forscher fanden auch heraus, dass schlimm verletzte Tiere so stark mit den Beinen um sich treten, dass sie nicht abtransportiert werden können.

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Samstag, 27. Januar 2018 von Lydia Wania-Dreher

Kakao für die Seele

Draußen ist es kalt und ungemütlich. Nieselregen über Stunden hinweg. Es gibt solche Tage, da würde ich mich am liebsten nur verkriechen oder erst gar nicht aufstehen. Doch das geht natürlich in den allermeisten Fällen nicht. Aber ich habe ein Mittel, das mir solche Tage erleichtert: eine Tasse heißer Kakao. Und ich meine jetzt nicht einen fertigen Kaba. Der ist mir viel zu süß. Nein. Ich erhitze meine Milch und gebe dann mindestens zwei Teelöffel reinen Kakao und ein klein wenig Zucker hinein. Kurz umrühren und schon ist der flüssige Glücklichmacher fertig. Allein das Gefühl auf der Zunge ist herrlich. Danach gehe ich wieder frohen Mutes mit einem guten Gefühl im Bauch durch die Welt und genieße noch ein bisschen den wohltuenden Geschmack im Mund.

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Dienstag, 9. Januar 2018 von Lydia Wania-Dreher

Eine Frage, die bewegt

Tut es gut, was du machst? Diese Frage bewegte mich gestern Morgen. Ich schnappte sie bei den sogenannten „Gedanken“ eines Radiosenders auf. Darin erzählte eine Frau von der katholischen Kirche von der Erinnerungsguerilla. Das ist ein soziales Kunstprojekt oder gar eine Bewegung. Die Menschen, die mitmachen, kleben kleine Zettel mit Fragen in den öffentlichen Raum. Die Fragen sprechen zentrale Themen des Lebens an und sollen die Passanten zum Nachdenken anregen. Es sind kurze Sätze, die einen tief berühren. Einige Beispiele gefällig. Wofür lebst du? Wann singt dein Herz? Kannst du (bitte) die Welt retten? Was bleibt, wenn du gehst?

Jeder kann sich diese kleinen Aufkleber im Internet bestellen und so selbst Teil der Erinnerungsguerilla werden. Die Organisatoren wünschen sich als Gegenleistung lediglich eine selbst festgelegte „Ausgleichssumme“ um die Unkosten zu decken. Bei mir hat das Nachdenken auch ganz ohne Zettel funktioniert. Ich war auf der Fahrt im Auto ganz bewegt von der Frage „Tut es gut, was Du machst?“. Denn als Journalisten sind wir oft nicht nur bequem. Oft nerven wir unser Gegenüber und schreiben auch Dinge, die nicht allen gefallen. Das fällt auch dem Schreiber nicht immer einfach. So werden jedoch Diskussionen angeregt, Dinge hinterfragt und vielleicht am Ende anders gesehen.

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Freitag, 8. Dezember 2017 von Lydia Wania-Dreher

Geschichten für Herz und Seele

Kennen Sie diese Menschen auch, die unglaublich gut Geschichten erzählen können? Ich meine jetzt nicht die Menschen, die die ganze Zeit reden, nur dass etwas gesagt ist. Nein. Ich meine die Menschen, denen man gerne zuhört. Die eine angenehme Stimme haben und bei denen jedes Wort, wenn sie erzählen, einen schönen Klang und einen tieferen Sinn hat. Dieses Erzählen finde ich ungemein bereichernd und doch muss ich feststellen, dass davon in meinem Erwachsenenleben etwas verloren gegangen ist. Mein Vater erzählte uns Kindern immer wunderbare Geschichten vor dem Schlafengehen. Von Reisen, von Begegnungen, von der Nachkriegszeit. Heute erzählen mir Videos, Radiobeiträge oder Internetseiten Geschichten. Doch das ist etwas anderes.

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