Samstag, 30. November 2013 von Lydia Wania-Dreher

Jetzt wird's heimelig

Kalt, mal Regen, mal Schnee, mal alles miteinander – einfach ein Sauwetter. Doch so schlimm ist das gar nicht, denn es gibt etwas, das man ganz wunderbar zu dieser Jahreszeit machen kann: Es sich so richtig schön heimelig machen. Gemütlich, behaglich, wohlig. Viel zu selten benutzen wir diese schönen Wörter in unserem Sprachgebrauch und viel zu selten setzen wir dieses in die Tat um. Wie schön ist es doch, sich bei schimmerndem Kerzenlicht im dicken Strickpullover auf das Sofa zu setzen und einen Tee oder eine heiße Schokolade zu schlürfen. Vielleicht noch unter eine Kuscheldecke zu schlüpfen und die Füße mit einer Wärmflasche zu heizen. Da kann draußen passieren was will, dann wird es drinnen schön heimelig.

Doch woher kommt das so typische Winterwort eigentlich? Wahrscheinlich hat es seinen Ursprung im Nomen „Heim“. Das würde dann aber bedeuten, dass unser Zuhause immer wenigstens ein bisschen heimelig sein sollte. Wie wäre es daher also gleich heute Abend mit ein paar gemütlichen Stunden?

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Dienstag, 24. September 2013 von Lydia Wania-Dreher

Sie sitzt im Dunkeln

Es ist dunkel, alles pechschwarz. Kein Fenster ist zu sehen, keine Lampe. Nur eine Frauengestalt zeichnet sich ab. Die Dame sitzt in gebückter Haltung auf einem gemusterten Untergrund. Sie ist nackt. Ihre Brüste und die Scham sind entblößt. Die zart schimmernde, weiße Haut setzt sich radikal vom finsteren Hintergrund ab. Das schwarze Haar verschwimmt mit der Dunkelheit– die Grenzen sind fließend. Ihr Kopf beugt sich über einen Gegenstand, er ist genauso schwarz-weiß, wie sie. Er scheint die Dame zu fesseln. Sie hält ihn fest in den Händen. Was macht die Frau da mitten in der Dunkelheit und ganz ohne Kleidung? Sie liest Zeitung.

Wo? In der Rathausgalerie in Balingen. Vielleicht entdecken Sie sie noch bis Ende September.

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Dienstag, 27. August 2013 von Lydia Wania-Dreher

Mein Color Run

Wissen Sie was ein Color Run ist? Nein? Das ist ein an das indische Frühlingsfest Holi angelehntes Laufevent und gerade der letzte Schrei im Breitensport. Unter dem Motto „Lauf dich bunt“ werden die Sportler auf der fünf Kilometern langen Rennstrecke mit jeder Menge Farbe beworfen. Alle 1000 Meter kommt eine so genannte „Color Zone“. Hier stehen Helfer und werfen Pulver in Form von Lebensmittelfarbe und Maismehl auf die Sportler. Am Schluss sind alle kunterbunt. Laut Veranstalter steht der Spaß und nicht die Leistung bei dem bunten Spektakel im Vordergrund. Die Zeit wird nicht gemessen. Für knapp 30 Euro kann jeder mitsporteln oder besser gesagt mitmischen.

Ich hatte heute Morgen einen Color Run der ganz anderen Art. Ganz ohne Farbbeutel und Startgeld. Früh morgens, kurz nach sechs, habe ich mich im Halbdunkeln auf den Weg gemacht. In meinen Joggingschuhen lief ich auf den Balinger Hausberg. Oben angekommen, auch nach circa einem Kilometer kam dann meine ganz persönliche „Color Zone“. Die ersten Sonnenstrahlen färbten die Landschaft in ein wunderbares Orange. Die Wiesen und Felder glitzerten geradezu. Mit jedem Schritt stieg die Sonne ein Stück weiter nach oben und die Landschaft veränderte von Minute zu Minute ihre Färbung. Ein wunderschöner Color Run – ganz ohne lästiges Pulver in den Augen.

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Mittwoch, 24. Juli 2013 von Lydia Wania-Dreher

Der kleine Prinz

Das Handy piepst und die Spiegel-online-App lässt verlauten, dass England einen neuen Thronfolger hat: Ein Prinz wurde geboren. Das lange Warten hat ein Ende. Sofort schalte ich natürlich den Fernseher ein, um live bei den ersten Bildern dabei zu sein. Die ganze Welt ist in Aufruhr. TV-Sender unterbrechen ihr Programm und bringen Sondermeldungen. Der US-Präsident schickt noch am selben Abend Glückwünsche per Twitter an den Kleinen und seine Familie. In Kanada werden die Niagara-Fälle babyblau eingefärbt. Neuseeland begrüßt den künftigen Souverän des Landes mit 21 Salutschüssen. Auf dem Londoner Fernsehturm leuchtet „It's a boy“ und die britische Boulevardzeitung „The Sun“ nennt sich passend „The Son“.

Ganz schön viel Trara um ein kleines Kind, das noch nicht mal einen Namen hat. Apropos Name: bis der bekanntgegeben wird, kann es noch dauern. Immerhin haben uns die Eltern von William und Charles auch mehrere Tage oder sogar Wochen auf die Folter gespannt.

Schneller wird es da bei den meisten Babys gehen, die im Zollernalbkreis geboren werden. Auch hier erblicken jeden Tag neue Erdenbürger das Licht der Welt, allerdings ohne bunte Flüsse und beschriftete Fernsehtürme. Am Montag war allerdings kein kleiner Prinz dabei. Zwei Mädchen wurden im Albstädter Kreißsaal geboren. Wahrscheinlich herrschte bei ihren Familien auch der Ausnahmezustand, allerdings begrenzt auf Eltern, Geschwister, Oma und Opa. Was für ein Glück für die neue Zollernalbkreislerinnen und ihre Familien, dass nicht jeder Schrei per App in die ganze Welt geht.

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Samstag, 6. Juli 2013 von Lydia Wania-Dreher

Der spitze Name

Ob Poldi, Brangelina oder Mutti: Spitznamen begegnen uns nicht nur bei prominenten Personen. Eigentlich haben wir täglich mit ihnen zu tun, denn fast jeder hat einen oder spricht Freunde und Bekannte mit einem solchen an. Meist ist er auch keine Eigenkreation, sondern wird einem von anderen Leuten quasi „geschenkt“. Ob Verniedlichung, auf ein Tier gemünzt oder auf eine bestimmte Eigenschaft bezogen, der Fantasie sind auf dem Spitznamengebiet keine Grenzen gesetzt. Da muss man als Spitznameninhaber noch froh sein, wenn es wie bei mir, nur die Verkürzung des Vornamens um den letzten Buchstaben ist.

Doch woher kommt eigentlich der Ausdruck „Spitzname“? Treibt er die Eigenschaften der benannten Person auf die Spitze und bringt sie somit auf den Punkt? Oder redet man bei Spitznamen mit einer spitzen Zunge? Oder benennt man Personen anders, wenn man, wie der Volksmund zu sagen pflegt, „spitz“ auf sie ist? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Das allwissend zu scheinende Internetlexikon Wikipedia hat eine eindeutige Erklärung parat. Es nennt das Wort „spitz“, das im 17. Jahrhundert „verletzend“ bedeutetet, als Herkunft. Glücklicherweise hat sich diese Bedeutung des Spitznamens im Lauf der Jahrhunderte geändert und ist nicht mehr nur verletzend, sondern kann auch herzliche Züge tragen. Man denke nur an Mausi, Schatz oder Liebling.

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