Donnerstag, 10. Juli 2014 von Lydia Wania-Dreher

Verkehrte Welt im Flaggenmeer

Jetzt schwingen sie wieder, hängen an Wohnhäusern und an Autoscheiben: die Deutschlandfahnen. Seit zwei Jahren gut versteckt auf dem Dachboden, kommen sie nun wieder zum Vorschein. Spätestens zum Endspiel werden die kleinen und großen Fanartikel hervorgekramt. Doch Achtung! Einige eifrige Fahnenschwinger und Häuserschmücker haben da etwas falsch verstanden. Eine Leserin aus Albstadt störte sich daran, dass viele Fähnchen falsch herum wehen. So wird aus Schwarz-Rot-Gold schnell Gold-Rot-Schwarz. Selbst Promis scheinen davor nicht gefeit: Boris Becker lud kürzlich ein Foto auf der Internetplattform Instagram hoch, bei dem auch seine Fanbemalung kopfstand. Doch keine Angst, so schlimm ist das nicht. Denn für eine Verwechslung mit der Belgischen Flagge bedarf es schon mehr Kuddelmuddel. Die Farben des Königreichs sortieren sich in Schwarz-Gelb-Rot. Wer nun etwas verwirrt ist, sollte sich den Spaß am Fußballschauen nicht nehmen lassen und einfach das weiße Trikot anziehen und mitfeiern.

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Freitag, 6. Dezember 2013 von Lydia Wania-Dreher

Kennen Sie diesen Mann?

Er stammte aus Patara, der heutigen Türkei, und lebte sehr religiös. Heute würde man sagen, er war schon fast fanatisch. Überall erzählte er von seinem Gott. Da ist es nicht verwunderlich, dass er schon mit 19 Jahren Priester wurde. Auch sonst schien er recht sonderbar zu sein. Statt sich mit dem großen Erbe seiner Eltern ein schönes Leben zu machen, verschenkte er alles an junge Frauen, die sich sonst hätten prostituieren müssten. Doch er brachte das Geld nicht einfach vorbei, er warf es in Socken verpackt durch die Fenster oder den Kamin in die Häuser. Trotz dieser Aktionen wurde er später Bischof. Allerdings einer der gerne stritt. Wenn er sah, dass jemandem Unrecht geschah, beschwerte er sich lauthals darüber. Wegschauen und schweigen war nicht sein Ding. Doch nicht nur Reden konnte der Herr, nein er ließ auch Taten sprechen. Einmal, so erzählt man sich, habe er sogar ein Schiff vor dem Untergang gerettet. Er konnte aber auch anders: Den Tempel der Heidengöttin Diana riss er nieder. Die hatte übrigens, auf den Tag genau, heute Geburtstag. Mit etwa 60 Jahre starb der sehr bekannte Mann mit dem Namen Nikolaus in Myra, dem heutigen Demre.

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Samstag, 30. November 2013 von Lydia Wania-Dreher

Jetzt wird's heimelig

Kalt, mal Regen, mal Schnee, mal alles miteinander – einfach ein Sauwetter. Doch so schlimm ist das gar nicht, denn es gibt etwas, das man ganz wunderbar zu dieser Jahreszeit machen kann: Es sich so richtig schön heimelig machen. Gemütlich, behaglich, wohlig. Viel zu selten benutzen wir diese schönen Wörter in unserem Sprachgebrauch und viel zu selten setzen wir dieses in die Tat um. Wie schön ist es doch, sich bei schimmerndem Kerzenlicht im dicken Strickpullover auf das Sofa zu setzen und einen Tee oder eine heiße Schokolade zu schlürfen. Vielleicht noch unter eine Kuscheldecke zu schlüpfen und die Füße mit einer Wärmflasche zu heizen. Da kann draußen passieren was will, dann wird es drinnen schön heimelig.

Doch woher kommt das so typische Winterwort eigentlich? Wahrscheinlich hat es seinen Ursprung im Nomen „Heim“. Das würde dann aber bedeuten, dass unser Zuhause immer wenigstens ein bisschen heimelig sein sollte. Wie wäre es daher also gleich heute Abend mit ein paar gemütlichen Stunden?

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Dienstag, 24. September 2013 von Lydia Wania-Dreher

Sie sitzt im Dunkeln

Es ist dunkel, alles pechschwarz. Kein Fenster ist zu sehen, keine Lampe. Nur eine Frauengestalt zeichnet sich ab. Die Dame sitzt in gebückter Haltung auf einem gemusterten Untergrund. Sie ist nackt. Ihre Brüste und die Scham sind entblößt. Die zart schimmernde, weiße Haut setzt sich radikal vom finsteren Hintergrund ab. Das schwarze Haar verschwimmt mit der Dunkelheit– die Grenzen sind fließend. Ihr Kopf beugt sich über einen Gegenstand, er ist genauso schwarz-weiß, wie sie. Er scheint die Dame zu fesseln. Sie hält ihn fest in den Händen. Was macht die Frau da mitten in der Dunkelheit und ganz ohne Kleidung? Sie liest Zeitung.

Wo? In der Rathausgalerie in Balingen. Vielleicht entdecken Sie sie noch bis Ende September.

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Dienstag, 27. August 2013 von Lydia Wania-Dreher

Mein Color Run

Wissen Sie was ein Color Run ist? Nein? Das ist ein an das indische Frühlingsfest Holi angelehntes Laufevent und gerade der letzte Schrei im Breitensport. Unter dem Motto „Lauf dich bunt“ werden die Sportler auf der fünf Kilometern langen Rennstrecke mit jeder Menge Farbe beworfen. Alle 1000 Meter kommt eine so genannte „Color Zone“. Hier stehen Helfer und werfen Pulver in Form von Lebensmittelfarbe und Maismehl auf die Sportler. Am Schluss sind alle kunterbunt. Laut Veranstalter steht der Spaß und nicht die Leistung bei dem bunten Spektakel im Vordergrund. Die Zeit wird nicht gemessen. Für knapp 30 Euro kann jeder mitsporteln oder besser gesagt mitmischen.

Ich hatte heute Morgen einen Color Run der ganz anderen Art. Ganz ohne Farbbeutel und Startgeld. Früh morgens, kurz nach sechs, habe ich mich im Halbdunkeln auf den Weg gemacht. In meinen Joggingschuhen lief ich auf den Balinger Hausberg. Oben angekommen, auch nach circa einem Kilometer kam dann meine ganz persönliche „Color Zone“. Die ersten Sonnenstrahlen färbten die Landschaft in ein wunderbares Orange. Die Wiesen und Felder glitzerten geradezu. Mit jedem Schritt stieg die Sonne ein Stück weiter nach oben und die Landschaft veränderte von Minute zu Minute ihre Färbung. Ein wunderschöner Color Run – ganz ohne lästiges Pulver in den Augen.

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