Donnerstag, 2. Oktober 2014 von Lydia Wania-Dreher

Freies Obst für alle

Was haben der Mirabellenbaum am Balinger Bahnhof, der Apfelbaum an der Schule in Bitz und vier Obstbäume bei Frohnstetten gemeinsam? Sie tragen gerade alle Früchte, die man einfach so essen kann. Niemand fragen – nur pflücken. Die drei Orte, und nur diese drei, sind auf der Internetseite mundraub.org für den Zollernalbkreis eingetragen. Auf der Onlineplattform können sich Obstbaumbesitzer eintragen, die ihre Ernte gerne mit anderen teilen wollen oder ihre Bäume gar nicht alleine abernten können. So entsteht eine Win-win-Situation: Der eine hat keine Arbeit mit seinem Obst und der andere leckere Früchte. Eine klasse Idee, denn für viele Baumbesitzer lohnt sich bei einem Abgabepreis von 3,50 Euro für den Doppelzentner das mühevolle Pflücken und Aufsammeln gar nicht. Die Vögel freut's. Wer seinen Baum in das Internetportal einstellt, kann auch andere Zweibeiner beglücken. Denn mal ehrlich, so ein knallroter Apfel am Wegesrand ist schon verlockend ... doch klauen will man ja auch nicht. Da kommt so ein Angebot doch gerade recht. Außerdem hat der onlinegesteuerte „Obstladen“ immer geöffnet. Also nichts wie ran an einen leckeren „Mundraub“-Apfelkuchen. Und weitererzählen – vielleicht gibt's dann bald noch mehr „freie“ Mirabellen, Äpfel und Zwetschgen. Ein Freibrief für Obstklau ist dieses Angebot jedoch nicht. Es sollte klar sein, dass jeder Baum jemandem gehört und natürlich nur dort gepflückt werden darf, wo es die Besitzer mit Hilfe der Internetseite explizit erlauben.

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Freitag, 29. August 2014 von Lydia Wania-Dreher

Drei Wochen ohne ...

Nein, um es gleich vorwegzunehmen: Ich hatte in meinem Urlaub nicht vor, auf irgendetwas zu verzichten. Ganz im Gegenteil, ich wollte meine freie Zeit in vollen Zügen genießen. Und nach drei Wochen merkte ich plötzlich: Ich habe in meiner freien Zeit keine einzige Minute vor dem Fernseher gesessen. Wie kann das sein? Normalerweise fläze ich abends ganz gerne auf dem Sofa, lasse mich von Günther Jauch und Co. berieseln und schlummere dann dabei irgendwann ein. Einfach herrlich. Würde mir das jemand für 21 Tage verbieten – schrecklich. Ich würde mich mit Händen und Füßen gegen ein solches Fernsehverbot wehren. Nicht, dass ich dem Dauerflimmern verfallen wäre, ich habe auch noch andere Hobbys. Aber dieses in die Decke gekuschelte Nichtstun mit seichter Unterhaltung hat schon was für sich. In irgendeinem Sender läuft immer etwas wenigstens halbwegs Interessantes. Nicht so im Urlaub. Irgendwie gab es jeden Tag ein besseres Alternativprogramm. Ich habe die Glotze schlichtweg vergessen. Obwohl es schon auch Möglichkeiten dazu gab, den viereckigen Kasten anzuschalten, schließlich war ich ja nicht auf einer einsamen Insel. Aber manchmal tut Vergessen, nicht nur Verzichten, wirklich gut.

Und wie ging es Ihnen? Hatte auch Ihr Fernseher Sendepause oder war er gerade wegen des schlechten Wetters in Dauerbetrieb? Vielleicht bleibt im Sommerurlaub Luft für ein kleines Resümee und Zeit, die Fernsehgewohnheiten zu überdenken.

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Donnerstag, 10. Juli 2014 von Lydia Wania-Dreher

Verkehrte Welt im Flaggenmeer

Jetzt schwingen sie wieder, hängen an Wohnhäusern und an Autoscheiben: die Deutschlandfahnen. Seit zwei Jahren gut versteckt auf dem Dachboden, kommen sie nun wieder zum Vorschein. Spätestens zum Endspiel werden die kleinen und großen Fanartikel hervorgekramt. Doch Achtung! Einige eifrige Fahnenschwinger und Häuserschmücker haben da etwas falsch verstanden. Eine Leserin aus Albstadt störte sich daran, dass viele Fähnchen falsch herum wehen. So wird aus Schwarz-Rot-Gold schnell Gold-Rot-Schwarz. Selbst Promis scheinen davor nicht gefeit: Boris Becker lud kürzlich ein Foto auf der Internetplattform Instagram hoch, bei dem auch seine Fanbemalung kopfstand. Doch keine Angst, so schlimm ist das nicht. Denn für eine Verwechslung mit der Belgischen Flagge bedarf es schon mehr Kuddelmuddel. Die Farben des Königreichs sortieren sich in Schwarz-Gelb-Rot. Wer nun etwas verwirrt ist, sollte sich den Spaß am Fußballschauen nicht nehmen lassen und einfach das weiße Trikot anziehen und mitfeiern.

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Freitag, 6. Dezember 2013 von Lydia Wania-Dreher

Kennen Sie diesen Mann?

Er stammte aus Patara, der heutigen Türkei, und lebte sehr religiös. Heute würde man sagen, er war schon fast fanatisch. Überall erzählte er von seinem Gott. Da ist es nicht verwunderlich, dass er schon mit 19 Jahren Priester wurde. Auch sonst schien er recht sonderbar zu sein. Statt sich mit dem großen Erbe seiner Eltern ein schönes Leben zu machen, verschenkte er alles an junge Frauen, die sich sonst hätten prostituieren müssten. Doch er brachte das Geld nicht einfach vorbei, er warf es in Socken verpackt durch die Fenster oder den Kamin in die Häuser. Trotz dieser Aktionen wurde er später Bischof. Allerdings einer der gerne stritt. Wenn er sah, dass jemandem Unrecht geschah, beschwerte er sich lauthals darüber. Wegschauen und schweigen war nicht sein Ding. Doch nicht nur Reden konnte der Herr, nein er ließ auch Taten sprechen. Einmal, so erzählt man sich, habe er sogar ein Schiff vor dem Untergang gerettet. Er konnte aber auch anders: Den Tempel der Heidengöttin Diana riss er nieder. Die hatte übrigens, auf den Tag genau, heute Geburtstag. Mit etwa 60 Jahre starb der sehr bekannte Mann mit dem Namen Nikolaus in Myra, dem heutigen Demre.

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Samstag, 30. November 2013 von Lydia Wania-Dreher

Jetzt wird's heimelig

Kalt, mal Regen, mal Schnee, mal alles miteinander – einfach ein Sauwetter. Doch so schlimm ist das gar nicht, denn es gibt etwas, das man ganz wunderbar zu dieser Jahreszeit machen kann: Es sich so richtig schön heimelig machen. Gemütlich, behaglich, wohlig. Viel zu selten benutzen wir diese schönen Wörter in unserem Sprachgebrauch und viel zu selten setzen wir dieses in die Tat um. Wie schön ist es doch, sich bei schimmerndem Kerzenlicht im dicken Strickpullover auf das Sofa zu setzen und einen Tee oder eine heiße Schokolade zu schlürfen. Vielleicht noch unter eine Kuscheldecke zu schlüpfen und die Füße mit einer Wärmflasche zu heizen. Da kann draußen passieren was will, dann wird es drinnen schön heimelig.

Doch woher kommt das so typische Winterwort eigentlich? Wahrscheinlich hat es seinen Ursprung im Nomen „Heim“. Das würde dann aber bedeuten, dass unser Zuhause immer wenigstens ein bisschen heimelig sein sollte. Wie wäre es daher also gleich heute Abend mit ein paar gemütlichen Stunden?

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