Freitag, 12. Juni 2015 von Lydia Wania-Dreher

Jeder Tag bringt ein paar Zeilen

An dieser Stelle stehen jeden Tag die Gedanken eines Volontärs oder Redakteurs. Mal witzige, mal nachdenkliche, aber immer ganz persönliche Zeilen tauchen in dieser Spalte auf, wie es sich für ein richtiges Tagebuch gehört. Heute hat diese kleine literarische Form ihren Ehrentag: Der 12. Juni ist der Tag des Tagebuchs. Laut kleiner-kalender.de soll mit dem Tag jeder ermuntert werden, Aufzeichnungen über sich und das eigene Leben zu führen.

Der Gedenktag geht auf den Geburtstag der Jüdin Anne Frank zurück. Sie bekam zu ihrem 13. Geburtstag, am 12. Juni 1942, ein Notizbuch von ihrem Vater geschenkt, das sie fortan als Tagebuch benutzte. Sie beschrieb ihre Erlebnisse und Gedanken, als sie sich mit ihrer Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam vor den Nationalsozialisten versteckte. Im Jahr 1945 starb Anne Frank im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Nach dem Krieg veröffentlichte ihr Vater das Tagebuch. Die Zeilen der jungen Autorin wurden zu einem wichtigen historischen Dokument des Holocausts und bewegten Millionen Leser auf der ganzen Welt.

Es gibt Studien, die dem Tagebuchschreiben sogar eine heilende Wirkung nachsagen. So könne man negative Erfahrungen besser verarbeiten, wenn man sie sich sprichwörtlich von der Seele schreibt. Auch ich führte lange Zeit ein Tagebuch. Notierte jeden Abend ein paar Zeilen. Die Büchlein habe ich alle noch, schreiben tue ich aber seit Längerem schon nicht mehr. Heute wäre der passende Tag, um wieder damit zu beginnen.

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Samstag, 4. April 2015 von Lydia Wania-Dreher

Das Bild von der Auferstehung

Christus ist erstanden – schallt es in vielen Kirchen zu Ostern. Erstanden, also auferstanden von den Toten. Wie kann man sich das vorstellen? Die Kunst hat darauf über Jahrhunderte hinweg ihre eigenen bildlichen Antworten gefunden. Die Bibel erzählt, dass Christus nach dem Tod am Kreuz in ein Grab gelegt wird. Drei Tage später kommen drei Frauen, um den Körper zu salben, doch der Stein ist weggewälzt, das Grab leer. Hier setzt die bildende Kunst an und zeigt das an sich nicht Darstellbare. In der frühchristlichen Kunst wird der auferstandene Jesus im Allgemeinen durch Symbole wiedergegeben: ein Kreuz mit dem Christusmonogramm, umrahmt von einem Lorbeerkranz, daneben das leere Grab mit den Leichentüchern oder die drei Frauen. Auf späteren Bildern ist Jesus oft über dem Grab schwebend zu sehen, mit einer Kreuzfahne in den Händen. Manchmal wird der Auferstandene auch als Gärtner oder als sogenannter Noli me tangere (lat. „Rühr mich nicht an!“) mit abwehrender Handbewegung dargestellt. In der westlichen Kunst gibt es auch den sogenannten springenden Christus. Der Gekreuzigte steigt eine Treppe oder Stufe hinauf. Die häufig benutzte Form des emporschwebenden Heilands gibt es eigentlich erst seit der ottonischen Kunst.

Gärtner, Schwebender oder Unberührbarer: Welches Bild man mit der Auferstehung verbindet, muss jeder mit sich selbst klären. Vielleicht bleibt dazu über die Ostertage, zwischen Konsum und Kitsch, ein paar Minuten Zeit.

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Samstag, 21. Februar 2015 von Lydia Wania-Dreher

Ich glaub, der Frühling kommt

Gestern Mittag konnte ich einfach nicht zu Hause sitzen und mein Mittagessen am Tisch verspeisen. Die Sonne lachte vom Himmel und lockte mich nach draußen. Also ging's mit einem belegten Brötchen in der Hand zum Spazieren. Im Auto habe ich noch kurz überlegt, die Handschuhe mitzunehmen. Gut, dass ich sie auf dem Beifahrersitz gelassen habe. Die Sonne schien so herrlich warm auf mein Gesicht, dass es eine wahre Freude war. Es fühlte sich an wie Frühling – hell, freundlich und mit viel Vogelgezwitscher. Sind das vielleicht nach den vergangenen frostigen Wintertagen schon die ersten Vorboten der schönen Jahreszeit? Ich glaube ja. Ich hoffe, dass in paar Tagen das letzte Fleckchen Schnee geschmolzen ist und die ersten Krokusse, die aus der Erde sprießen, zu sehen sind. Mich würde das riesig freuen. Nicht, dass ich den Winter und den Schnee nicht mag, aber Mittagspausen im warmen Sonnenschein sind einfach wunderbar!

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Freitag, 30. Januar 2015 von Lydia Wania-Dreher

Ohne Büchlein in der Hand

In einer Sache bin ich echt altmodisch: Ich liebe Stadtführer in Buchform. Für einen Städtetrip kaufe ich mir schon Wochen oder Monate vorher ein kleines Büchlein von der betreffenden Metropole und ackere das dann durch. Seite für Seite verschlinge ich und markiere die Stationen, die ich auf jeden Fall besuchen möchte. So wird aus dem Stadtführer schnell ein kleines Heftchen mit vielen eingelegten Zetteln. Manchmal übertrage ich meine wichtigsten Informationen sogar auf ein Extrablatt und lege das in das Büchlein hinein.

Kürzlich war ich ganz spontan in Nürnberg. Die Zeit reichte nicht mehr für meine sonst übliche Vorbereitung. Ich lief also ziemlich unvorbereitet durch die Straßen und lauschte einer Fremdenführerin bei ihren Ausführungen. Nachts im Hotel half mir Wikipedia bei den unbeantworteten Fragen. Wieder zu Hause war ich nicht ganz zufrieden. Ich bestellte mir einen Stadtführer der fränkischen Metropole. Heute ist er angekommen und ich bin schon voller Vorfreude auf das Nachbereiten.

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Donnerstag, 27. November 2014 von Lydia Wania-Dreher

Schlange stehen für ein „Ja“

Montagmorgen um viertel nach sechs in der Düsseldorfer Innenstadt: Direkt gegenüber des Kunstmuseums K21 bildet sich eine lange Schlange von Menschen. Der geneigte Passant denkt an Rabattverkäufe oder Sonderangebote a là Aldi, Lidl und Co. Doch weit gefehlt – Die vielen Menschen möchten zum Standesamt. Sie stehen stundenlang an, um einen der begehrten Trautermine für Freitag, 15. 5. 2015, zu ergattern. Da die Düsseldorfer Behörde erst ein halbes Jahr vorher Reservierungen für das Jawort annimmt, müssen Heiratswillige mit speziellen Terminwünschen früh aufstehen. Manche hatten sich sogar Klappstühle und Tee mitgebracht, um die Wartezeit zu verkürzen. Wer erst um halb acht zur Öffnung des Standesamt kam, musste wahrscheinlich auf andere Termine ausweichen. Wie wäre es mit Freitag, 13. Februar, oder Freitag, 13. März, nächsten Jahres? Die kann man jetzt auch schon reservieren und das vermutlich ganz ohne lästige Warterei. Oder sind Zahlen wirklich so wichtig am schönsten Tag im Leben?

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Sag Ja, Schatz!

Alles nur einfallslos. Auf der Insel Koh Kradan kann man sich unter Wasser trauen lassen – natürlich ohne Sauerstoffflasche.

Jedes Jahr zahlen Dutzende von Heiratswilligen rund 1500 Euro für die Zeremonie.

Damit gehört man bestimmt nicht zum Durchschnitt, was das Heiraten angeht!

Lothar Gerstenecker am 27.11.2014 13:54:53