Samstag, 18. Juli 2015 von Olga Haug

Was der Name aussagt

Es ist noch gar nicht allzu lange her, als ich an dieser Stelle über meinen Vornamen nachdachte und zu dem Schluss kam, dass ich es im Leben deutlich schwerer gehabt hätte, hätten mich meine Eltern „Nutella“ genannt. Heute möchte ich der Vollständigkeit halber über meinen Nachnamen sinnieren: Schwab. Ab dem 15. Jahrhundert waren im gesamten deutschsprachigen Raum Nachnamen verbreitet. Sie dienten und dienen auch heute noch schlichtweg der Unterscheidbarkeit von Personen. Laut Namensforscher gab es verschiedene Arten der Namensgebung: so beispielsweise als Berufs- und Amtsbezeichnung, als Patronym (aus dem Vornamen des Vaters gebildet), Eigenschaften einer Person oder eine geographische Herkunft kennzeichnend – insofern es sich um eine fremde Herkunft handelte.

Im Falle unseres Familiennamens trifft letzteres eindeutig zu. So heißt es auch im Deutschen Familiennamenatlas, dass der „Schwab“ aus dem schwäbischen Siedlungsraum stammt. Er wurde so bezeichnet, nachdem er in eine andere Region gezogen war. Es wäre auch nicht sinnvoll gewesen, jemanden im schwäbischen Raum Schwab zu nennen. Aber eigentlich bin ich mit dem Sinnieren über unseren Familiennamen viel zu spät dran. Denn seit einigen Wochen heiße ich Haug.

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Mittwoch, 17. Juni 2015 von Olga Haug

Schreiben ist Arbeit

„Wer nicht zu schreiben versteht, glaubt nicht, dass es Arbeit ist.“ Diese sehr weisen Worte haben sich für mich wieder einmal bestätigt. Wir Redakteure spüren täglich die Arbeit, die das Schreiben mit sich bringt. Wie schwer es aber ist, Texte zu verfassen, die auf den ersten Blick kinderleicht erscheinen, bekam ich kürzlich von Kinder- und Jugendbuchautor Manfred Mai erklärt. „Leons Eltern sind eingeladen. Darum darf er bis morgen zu Opa Heinz. Der hat ein altes Haus. Es ist voller Geheimnisse“, heißen beispielsweise die ersten Sätze des neuen Buches, das Mai zusammen mit Martin Lenz herausgebracht hat. Der gemeine Leser würde sich bei diesen Sätzen denken, dass es ein Klacks sei, ein Kinderbuch zu schreiben. Doch die Realität sieht anders aus: Bei Kinderbüchern sind Verlage sehr streng. Jedes Wort wird genauestens begutachtet. Und je nach Klassenstufe darf es nur eine bestimmte Anzahl an Wörtern sein, steht die Didaktik doch an oberster Stelle. Ganz nebenbei sollte noch eine spannende Geschichte erzählt werden und am besten noch einen moralischen Mehrwert zwischen den Zeilen enthalten. Gar nicht so einfach bei limitierter Wörter- und Zeilenanzahl. Ich habe jedenfalls ganze 180 Wörter und 37 Zeilen gebraucht, um Ihnen das zu erzählen. Und schaut man genau hin, erkennt man, dass diese simplen Sätze eine Menge sagen.

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Dienstag, 12. Mai 2015 von Olga Haug

Von Baustellen umzingelt

Unsere Redaktion liegt schön zentral in der Stadt – immer nah am Geschehen. Derzeit leider auch sehr nahe an den Baustellen. Und davon gibt es zur Zeit reichlich in Albstadt: Sanierungen an der B 463, die bald in Belagserneuerungen übergehen, so dass Teile der Bundesstraße komplett gesperrt werden. Der Verkehr rollt dann geballt durch die Weststadt. Hinzu kommen Kanalsanierungen in der Riedstraße. Und die Baustellen in der Unteren Vorstadt und in der Schmiechastraße sorgen für die meiste Verwirrung und Frustration. Unser Parkplatz liegt genau in der Mitte. Dorthin sind wir bislang noch immer über kleine Umwege gekommen, aber jetzt strebt die Zahl der Möglichkeiten gegen Null! Nachdem man sich durch den Tunnel im Schneckentempo gekämpft hat, fährt man von einem Umleitungsschild zum nächsten. Schafft man es dann letztlich auf den langersehnten Parkplatz, wartet schon die nächste üble Überraschung: Baustelle auf dem Parkplatz! Ein riesiges Fahrzeug mit einem riesigen Kran hievt riesige Paletten durch die Gegend. Wohin jetzt mit der eigenen Karre? Wenden, von einem Umleitungsschild zum nächsten, auf der Suche nach einem Parkplatz in der Stadt und im Marsch zur Redaktion, wo wir uns vom Baustellenlärm beschallen lassen, samt Vibrationen, die einem leichten Erdbeben gleichen. Aber auch das wird ein Ende haben – irgendwann im November, vielleicht .... Ein Hoch auf 2015, das Jahr der Baustellen!

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Mittwoch, 25. Februar 2015 von Olga Haug

Lieber Olga als Nussnougat

Sind Sie mit Ihrem Vornamen zufrieden? Ich war es eine Zeit lang ganz und gar nicht. Olga! Das klingt sehr osteuropäisch – und ist es auch. Jedes Mal, wenn ich mich bei einer fremden Person vorstellte, folgte sogleich die Frage, ob ich aus Russland komme. Ja, das tue ich. Aber ich bin eigentlich Deutsche, was an meinem Nachnamen auch eindeutig zu erkennen ist. Aber das interessiert die meisten nicht. Ich heiße Olga, also bin ich Russin. Nun, so schlimm finde ich das nicht. Viel schlimmer fand ich früher hingegen, dass es nie etwas zu kaufen gab, das meinen Namen trug. Sie kennen doch sicherlich Schnickschnack wie Ketten, Tassen, Armbänder und Allerlei, das mit einem Vornamen versehen ist. Mag das Namensangebot noch so groß gewesen sein, mein Name war nie dabei. Nicht dass ich diesen Krimskrams gerne gehabt hätte, ich wollte einfach nur mal etwas kaufen, das meinen Namen trug – wie andere Kinder eben auch. Fehlanzeige! Die Enttäuschung ist nun längst verflogen und ich bin im Nachhinein sehr froh darüber, dass meine Schränke nicht mit allerlei „Olga“-Dingen überquellen. Mein Name gefällt mir mittlerweile auch ganz gut, erst recht, wenn ich von solch verrückten Eltern höre, die ihr Kind Nutella nennen wollen – so geschehen in Frankreich. Eine Kette mit seinem Namen würde das Kind sicher niemals finden können, dafür aber Regale voll Gläser mit Nussnougatcreme. Zum Glück des Kindes hat das französische Gericht die Namensgebung verhindert.

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Donnerstag, 14. August 2014 von Olga Haug

Das gibt es kein zweites Mal

Kennen Sie das auch: Kleiderschränke, die förmlich aus allen Nähten platzen und man hat dennoch Tag für Tag das Gefühl, dass man nichts anzuziehen hat? Zugegeben, mir geht es nicht täglich so, aber doch ziemlich oft. Also was ist die Konsequenz? Ganz logisch: Neue Klamotten müssen her. Meinem – unnötigen – Klamottenwahn möchte ich aber ein Ende setzen. „Upcycling Fashion“ lautet von nun an meine Devise. Hierbei werden aus alten Klamotten einfach neue gemacht. Das heißt konkret: Schrank ausmisten, Nähmaschine bereitstellen und Kreativität aktivieren. Die Vorteile sind garantiert: Diese neue Methode bewahrt mich zum einen davor, mir einen dritten Kleiderschrank kaufen zu müssen, zum andern schont sie die Umwelt. Und das Beste daran: Es entstehen Unikate – Kleidungsstücke, die es so kein zweites Mal gibt. Ein kleines Problem gibt es da aber noch: Ich kann nicht nähen.

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