Samstag, 27. Februar 2016 von Benno Schlagenhauf

Happy Birthday Pikachu

Das deutlichste Anzeichen dafür, dass man selbst altert, sind Jubiläen und Geburtstage der eigenen Kindheitshelden. Einer – oder besser gesagt 150 – meiner Kindheitshelden werden heute 20 Jahre alt: die Pokémon. 1996 erschienen die ersten Videospiele mit den kleinen, digitalen Monstern und begeisterten Kinder und Jugendliche weltweit.

Auch auf meinem ersten Spiel für den Gameboy war ein Bild von Pikachu, der gelben Maus, die Elektroschocks abgeben konnte. Seit 1996, als die ersten 150 Pokémon – mittlerweile gibt es über 700 – das Licht der Welt erblickten, kamen unzählige weitere Spiele mit immer wieder neuen Pokémon, eine TV-Serie, ein Sammelkartenspiel, mehrere Kinofilme und sogar ein Pokémon-Vergnügungspark in Japan dazu.

In meiner Kindheit und Jugend habe ich unzählige Stunden am Gameboy verbracht, mit dem Ziel, alle Pokémon zu sammeln. Und die Uhr im Gameboy zählte erbarmungslos mit: mehrere hundert Stunden Spielzeit pro Spiele-Edition waren keine Seltenheit. Selbst heute greife ich ab und zu noch gerne zu den Spielen und vertreibe mir damit die Zeit.

Für den runden Geburtstag haben sich die Spieleentwickler etwas ganz Besonderes einfallen lassen und den Wunsch vieler Pokémonfans zumindest ein Stück weit wahr werden lassen. Bei der neuesten Spielidee verschmelzen Spiel und Wirklichkeit. So ähnlich wie beim Geocaching können die Spieler in der realen Welt auf Pokémonjagd gehen und diese dann mit ihrem Spiel auf dem Smartphone fangen. Und das klingt ziemlich cool.

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Dienstag, 16. Februar 2016 von Benno Schlagenhauf

Mehr Spaß statt Wettbewerb

Meine Karriere als aktiver Fußballer war recht kurz und ebenso erfolglos. Das lag zum einen daran, dass ich sicherlich nicht das größte Talent mitbrachte, zum anderen aber auch, dass bereits im Nachwuchsbereich ein derart übersteigerter Ehrgeiz herrschte, dass der Spaß am Spiel verloren ging. Da gingen am Spielfeldrand Spielereltern wahlweise auf den Schiedsrichter, den Trainer, die gegnerische Mannschaft oder gegenseitig aufeinander los, da wurde sich bei einem Abspielfehler oder einer versiebten Torchance mannschaftsintern der Schwarze Peter zugeschoben und da war eine Niederlage gegen den Verein aus dem Nachbardorf die größte anzunehmende Katastrophe. Spaß am Spiel sieht anders aus.

In Österreich, der Schweiz und den Niederlanden wird daher bei den Kindern nach den Regeln der Fair-Play-Liga gespielt. Das heißt:

1. Eltern halten einen „Sicherheitsabstand“ zum Spielfeldrand.

2. Die Trainer beider Teams agieren gemeinsam.

3. Es gibt keinen Schiedsrichter; die Spieler entscheiden gemeinsam über strittige Spielszenen.

In Schweden geht man sogar noch weiter und verzichtet gänzlich auf Tabellen im Kinderfußball. Auch in Deutschland soll das Konzept Fair-Play-Liga getestet werden, worüber ich mich sehr freue. Denn wenn übertriebene Wettbewerbsambitionen soweit führen, dass sogar Jugendspiele wegen Ausschreitungen abgebrochen werden müssen, dann hat das nichts mehr mit Spaß und Sport zu tun.

Fußball spiele ich übrigens noch immer. Jeden Freitag nach Feierabend gehe ich zum Freizeitkick und spiele mit meinen Kumpels. Einen Schiedsrichter brauchen wir dort nicht. Die Tore werden auch nicht so genau gezählt. Es ist uns meistens ziemlich egal, ob das Spiel nun 23:21 oder 22:22 ausgegangen ist.

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Mittwoch, 10. Februar 2016 von Benno Schlagenhauf

Mit der Lizenz zum Wahnsinn

Selten habe ich einem Film mit solcher Ungeduld entgegengefiebert, wie der Comicverfilmung von Deadpool, die in dieser Woche in die Kinos kommt. Denn Deadpool ist anders als alle anderen Comichelden, die gerade die Leinwand erobern und es in den Kinokassen gewaltig klingeln lassen: Deadpool weiß, dass er nur eine Comicfigur ist. Und das nutzt er schamlos aus. Mit derbem Humor macht er sich über alles und jeden und ganz besonders die Comicbranche lustig. Denn er darf, was sonst kein Comicheld darf: er darf die sogenannte „vierte Wand“ durchbrechen und direkt zum Leser sprechen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie das im Film umgesetzt wird.

Hinzu kommt, dass Deadpool mit dem klassischen, in allen Belangen perfekten Superhelden wenig zu tun hat, denn Deadpool ist gelinde gesagt ein Wahnsinniger. Er ist chaotisch, unverschämt, brutal und nicht ganz jugendfrei. Als „Söldner mit der großen Klappe“ kämpft er auch nicht zwangsläufig für das Gute, sondern nur für seine eigenen Interessen oder für denjenigen, der ihn am besten bezahlt.

Und gerade, weil er so anders, so unkorrekt, ein Anti-Held ist und mit all seinen Macken „menschlicher“ als all die unfehlbaren Superhelden, ist Deadpool mein persönlicher Lieblingscomic. Da freut es mich natürlich riesig, dass auch ihm, als unbekannteren Comichelden, einmal ein Film gewidmet wurde.

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Freitag, 29. Januar 2016 von Benno Schlagenhauf

Sinfonie oder Symphonie?

Worin unterscheiden sich ein Sinfoniekonzert und ein Konzert, bei dem Symphonien gespielt werden? Ich kannte den Unterschied natürlich nicht, denn ich habe mir meine Gehörgänge sowieso vorwiegend mit Punk-Rock durchgepustet und bin wohl kaum ein Experte der feinen Klänge.

Bei der Recherche zu den Veranstaltungstipps fürs Wochenende (siehe unsere heutige Was-Wann-Wo-Seite) bin ich über beide Begriffe gestolpert und habe mich über deren ähnliche Schreibweise gewundert. Aber wofür gibt's Google? Schnell „Unterschied Sinfonie Symphonie“ eingetippt und siehe da: Ich bin nicht der erste, der sich dieser Frage gestellt hat.

Meine leise Vermutung sollte sich bestätigen: Es ist vollkommen egal, ob man Sinfonie oder Symphonie schreibt, bezeichnen die beiden Begriffe doch das Selbe. Die unterschiedliche Schreibweise liegt in der Wortherkunft: Sinfonie kommt vom italienischen sinfonia; Symphonie vom griechischen sýmphõnos. Die ungewohnte griechische Schreibweise klinge aber gleich viel gebildeter, meint ein Nutzer in dem Rechtschreibforum ironisch. Interessante Nebenbemerkung: Das Rechtschreibprogramm im Redaktionssystem des ZOLLERN-ALB-KURIER bevorzugt offenbar die griechische Schreibweise und streicht Sinfonie rot an.

Sei's drum: Beides ist richtig und schreiben kann man das Wort, wie es einem gefällt. Die Stadthalle Balingen hat da einen guten Kompromiss gefunden: Dort findet am Freitag ein Symphoniekonzert statt und am Sonntag treten die Deutschen Sinfoniker auf.

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Mittwoch, 2. Dezember 2015 von Benno Schlagenhauf

Keine Angst vorm Zahnarzt

Ich war ein seltsames Kind. Denn der Zahnarztbesuch, der sonst bei vielen Unbehagen, Angst oder sogar Panik verursacht, war bei mir stets ein Grund zur Freude. Gut, das lag zum einen daran, dass meine Behandlungen bisher keine größeren Restaurationsmaßnahmen beinhalteten und mit „Mund auf – Reingucken – Mund zu“ meist abgeschlossen waren.

Zum anderen lag es an einem simplen, aber sehr effektiven Trick, den sich meine Eltern einfallen ließen, um mir die Angst vorm Zahnarzt zu nehmen, oder erst gar keine aufkommen zu lassen. Denn nach der Behandlung gab es für mich zur Belohnung immer einen leckeren Hamburger. Damals wie heute mein Leibgericht.

Diese kulinarische Konditionierung war äußerst erfolgreich und wirkt bis heute nach: Auf den äußerlichen Reiz „Zahnarztbesuch“ folgt die Reaktion meines Magens: Burgerhunger.

Natürlich gibt's mein Lieblingsgericht nicht nur nach dem Termin beim Doktor: Mittlerweile habe ich eine recht beachtliche Anzahl verschiedener Burgerläden im ganzen Land besucht und viele, wirklich sehr viele Burger verdrückt. Doch der Burgerladen, zu dem es früher nach dem Zahnarzt ging, ist für mich die unangefochtene Nummer eins. Denn der schmeckt nicht nur nach saftigem Fleisch, knackig-frischem Salat und leckerer Burgersauce, sondern auch nach einer ganz besonderen Zutat, die kein anderer Burger auf der Welt hat: Kindheitserinnerungen.

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