Donnerstag, 9. Juni 2016 von Benno Schlagenhauf

Schlamassel mit Hymnen

Bei der Nationalhymne kann einiges schief gehen, Sarah Connor kann ein Lied davon singen. Doch auch wenn die Musik vom Band kommt und nicht live gespielt ist man vor manch peinlichem Schlamassel nicht sicher.

Bei der Copa America, die aktuell in den USA stattfindet, gab es gleich zu Turnierbeginn zwei peinliche Pannen beim Abspielen der Nationalhymnen. Als die Uruguayer Kicker vor ihrem Spiel gegen Mexiko erwartungsfroh in einer Reihe aufgestellt ihre Hymne singen wollten, erklang stattdessen die chilenische Hymne. Die Reaktionen der Spieler waren entsprechend irritiert.

Die Chilenen ihrerseits wurden ebenfalls zum Opfer eines Hymnen-Malheurs. Zwar legte der Stadion-DJ diesmal den richtigen Song ein, doch auf einmal fuhren die Beats von Hiphop-Künstler Pitbull dazwischen und übertönten die Hymne. Den Chilenen blieb nichts anderes übrig, als gegen die musikalische Störung anzusingen.

Es war nicht das erste Mal, dass bei einem Fußballspiel Popmusik anstelle von feierlichem Lobgesang ertönte: Bei einem Freundschaftsspiel zwischen der Slowakei und Malta genügten aber immerhin wenige Töne des markanten Intros des Hits Numb der Nu-Metal-Band Linkin Park, um den Fehler zu bemerken und zu korrigieren.

Wollen wir mal hoffen, dass bei der Europameisterschaft alles glatt läuft und keine weiteren musikalischen Missgeschicke passieren. Gleich im Eröffnungsspiel könnte es nämlich eine lustige Verwechslung geben. Schließlich fängt der Beatles-Hit All you need is love mit den Tönen der Marseilles an, der französischen Nationalhymne. Angesichts einer Europameisterschaft, die im Zeichen der Terrorangst steht, darf man die Beatles gerne beim Wort nehmen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 6. Mai 2016 von Benno Schlagenhauf

Mensch-Maschine

Als unser Praktikant Pascal Tonnemacher mit einem Computerchip unter der Haut vom Pressetermin im Tailfinger Technologiewerkstatt zurückkam (wir berichteten in unserer Mittwochsausgabe), löste das kontroverse Diskussionen in der ZAK-Redaktion und Unverständnis bei manchen Kollegen aus.

Während die meisten Kollegen einen Chip unter der Haut kategorisch ablehnten, könnte ich mir schon vorstellen, so einen Alltagshelfer zu nutzen.

Körpermodifikationen aller Art üben ohnehin eine große Faszination auf mich aus, egal ob es nun Tattoos, Piercings oder ausgefallenere Veränderungen sind.

Cyborgs, also Verbindungen aus Mensch und Technik, sind auch kein reines Science-Fiction-Hirngespinst à la Terminator, sondern längst Alltag – schließlich sind auch Personen mit Prothesen, Herzschrittmachern oder künstlichen Organen bereits Mischwesen aus Mensch und Maschine.

Während die medizinischen Anwendungszwecke dem Menschen verlorengegangene Lebensqualität zurückgeben sollen, gehen die sogenannten Biohacker, die sich Chips, Implantate und Magnete unter die Haut einpflanzen lassen einen Schritt weiter und wollen die naturgegebenen Grenzen ihres Körpers überwinden und neue, ungeahnte Möglichkeiten und Fähigkeiten entwickeln – kurz: den Menschen besser machen. In den kühnen Zukunftsvisionen der Biohacker scheint sogar die Unsterblichkeit möglich. Das klingt zugegeben schon etwas unheimlich – aber auch unheimlich spannend.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 26. April 2016 von Benno Schlagenhauf

Ehrlicher Parkrempler

„Nach Unfall verschwunden“, „Unfallflucht nach Parkrempler“, „Unfallverursacher fährt davon“ – solche Überschriften haben wir jede Woche, beinahe täglich, unter den Polizeimeldungen in der Zeitung. Oft wird der Unfallverursacher trotz Zeugenaufrufs nicht gefunden und der Geschädigte bleibt auf seinem Schaden sitzen.

Kürzlich wurde mein Auto Opfer eines Parkremplers. Der Schaden war zwar nicht groß aber ärgerlich trotzdem. Zunächst war mir der Makel gar nicht aufgefallen – wann und wo jemand an mein Auto gestoßen sein könnte, wusste ich also nicht und so konnte ich es mir gleich sparen, damit zur Polizei zu gehen. Ich hatte mich also schon darauf eingestellt, dass ich den Schaden wohl selbst berappen musste. Doch ich hatte meine Rechnung ohne den Unfallverursacher gemacht. Der war beim Ausparken auf dem Parkplatz der Sporthalle, wo ich jeden Freitag Fußball spiele, gegen meinen kleinen Flitzer gestoßen. Eine Woche nach dem Parkrempler, am darauffolgenden Freitag, hat er mich vor dem Fußballtraining abgepasst und sein Malheur gestanden. Bei so viel Ehrlichkeit war ich erst mal baff, schließlich wäre er sicher auch ohne sich zu melden davon gekommen. Umso schöner, dass der ehrliche Unfallverursacher auch noch zur viel gescholtenen Jugend gehört – die ist wohl doch besser als ihr Ruf.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 19. März 2016 von Benno Schlagenhauf

Frühlingsniesen

Man schaut in den blauen Himmel, die Sonne blendet, die Strahlen treffen auf hellen Marmorboden oder reflektieren im Wasser und – Hat-Schi! – Nase und Zwerchfell reagieren mit einem lauten Nieser auf die ungewohnte Helligkeit.

Kennen Sie das? Dann gehören Sie wie ich zu den etwa 17 bis 35 Prozent der Menschen, die diesen lichtempfindlichen Niesreflex haben. Auf diese genetische Veranlagung könnte ich zwar gerne verzichten, doch dieser Tage erinnerte sie mich deutlich daran, dass die kalte, dunkle Jahreszeit nun doch so langsam zu Ende geht und die Tage kaum merklich wieder länger geworden sind.

Endlich sind die Zeiten vorbei, in denen man bei stockfinsterer Nacht zur Arbeit fuhr und es zu Feierabend bereits wieder dunkel war. Stattdessen muss man nun zum ersten Mal im Jahr wieder die Sonnenblende herunterklappen. Endlich kann man die ersten kräftigen Sonnenstrahlen genießen, die die trübe Winterlaune wegschmelzen lassen und die Glückshormon-Produktion ankurbeln.

Zum perfekten Glück fehlt nun lediglich noch, dass die letzten Schneereste ebenfalls wegschmelzen und die Straßen wieder trocken sind, um im Cabrio der Sonne entgegen zu fahren und sich den Fahrtwind durch die Haare pfeifen zu lassen. Dann ist endlich Frühling.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 27. Februar 2016 von Benno Schlagenhauf

Happy Birthday Pikachu

Das deutlichste Anzeichen dafür, dass man selbst altert, sind Jubiläen und Geburtstage der eigenen Kindheitshelden. Einer – oder besser gesagt 150 – meiner Kindheitshelden werden heute 20 Jahre alt: die Pokémon. 1996 erschienen die ersten Videospiele mit den kleinen, digitalen Monstern und begeisterten Kinder und Jugendliche weltweit.

Auch auf meinem ersten Spiel für den Gameboy war ein Bild von Pikachu, der gelben Maus, die Elektroschocks abgeben konnte. Seit 1996, als die ersten 150 Pokémon – mittlerweile gibt es über 700 – das Licht der Welt erblickten, kamen unzählige weitere Spiele mit immer wieder neuen Pokémon, eine TV-Serie, ein Sammelkartenspiel, mehrere Kinofilme und sogar ein Pokémon-Vergnügungspark in Japan dazu.

In meiner Kindheit und Jugend habe ich unzählige Stunden am Gameboy verbracht, mit dem Ziel, alle Pokémon zu sammeln. Und die Uhr im Gameboy zählte erbarmungslos mit: mehrere hundert Stunden Spielzeit pro Spiele-Edition waren keine Seltenheit. Selbst heute greife ich ab und zu noch gerne zu den Spielen und vertreibe mir damit die Zeit.

Für den runden Geburtstag haben sich die Spieleentwickler etwas ganz Besonderes einfallen lassen und den Wunsch vieler Pokémonfans zumindest ein Stück weit wahr werden lassen. Bei der neuesten Spielidee verschmelzen Spiel und Wirklichkeit. So ähnlich wie beim Geocaching können die Spieler in der realen Welt auf Pokémonjagd gehen und diese dann mit ihrem Spiel auf dem Smartphone fangen. Und das klingt ziemlich cool.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.