Freitag, 21. Oktober 2016 von Benno Schlagenhauf

Eine deutsche Mannschaft

Am Mittwochabend hat Borussia Mönchengladbach in der Champions League mit 2:0 gegen Celtic Glasgow gewonnen. Doch nicht nur auf dem Rasen hatten die Borussen die Nase vorn, auch im Internet trugen sie einen klaren Punktsieg davon. Im Vorfeld des Spiels war nämlich ein Bild von einem Tafel-Aufsteller vor einer schottischen Bar aufgetaucht, das die Fußballfans aus Deutschland und Schottland amüsierte.

Der Kneipenbetreiber hatte nämlich mehrfach vergeblich versucht, die Übertragung der Spielpaarung aufzuschreiben. Das Wort „Borussia“ klappte noch einwandfrei, aber hieß es nun München- oder Mönchengladbach? Mehrmals strich der Wirt den halbangefangenen Vereinsnamen wieder durch, kapitulierte schließlich und schrieb einfach „A German Team (Eine Deutsche Mannschaft)“ auf die Tafel. Wer kann's ihm verdenken? Das Wortungetüm „Mönchengladbach“ muss für britische Zungen ungefähr so unüberwindbar sein, wie die gälischen Ortsnamen in Schottland und Wales es für die deutschen Zungen sind. Dort gibt es Ortschaften mit klangvollen Namen wie Inverfarigaig, Kirkcudbright und Muirshearlich, die mir nur deshalb unfallfrei über die Tastatur gehen, weil ich sie kopiere, anstatt abzutippen.

Bei Borussia Mönchengladbach nahm man die Buchstabierschwäche unterdessen mit Humor. Der Fußballverein änderte kurzfristig den Namen seines Twitter-Kanals in „A German Team“ und bewies, dass er auch in den sozialen Netzwerken in der Königsklasse spielt.

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Dienstag, 18. Oktober 2016 von Benno Schlagenhauf

Transsilvanische Spurensuche

Eines der unangenehmsten Dinge, die einem im Ausland passieren können, ist es, seinen Geldbeutel mit allen wichtigen Personalien zu verlieren. Spätestens bei der Grenzkontrolle dürfte das Fehlen des Personalausweises unangenehme Probleme bereiten. Glücklicherweise ist mir das bisher noch nie passiert. Jedoch fand ich am vergangenen Freitag in Ebingen einen verlorenen Geldbeutel mit einem rumänischen Pass. Das Fundbüro hatte zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen, also machte ich mich selbst auf die Suche nach dem Besitzer – was gar nicht so einfach war.

Einerseits hatte ich schnell seine Adresse in Rumänien herausgefunden – andererseits hielt der Mann sich ja offenbar aktuell in Albstadt auf. Ich war schon drauf und dran, die Fans unserer Facebookseite in die Suche mit einzubeziehen – bei 18.000 ZAK-Fans wäre es ja gut möglich, dass einer davon den Mann kennt. Doch die Welt ist manchmal kleiner als man denkt. In der IT-Abteilung unserer Zeitung arbeitet nämlich ein Rumäne, den ich auch wegen der Sprachbarriere in die Recherche eingebunden habe. Und der kannte den Mann persönlich. Nun hat er seinen Geldbeutel wieder.

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Dienstag, 27. September 2016 von Benno Schlagenhauf

Bissige Nager am Badesee

Eines meiner liebsten Filmgenres sind Zombiefilme. Neben Superhelden- und Comic-Verfilmungen nehmen die Untoten wohl den größten Teil meiner Filmsammlung für sich ein. Nicht nur die klassischen, schön gruseligen Zombie-Filme stehen in meinem DVD-Regal, sondern auch Parodien und dermaßen überspitze und kuriose Streifen, die eher Lacher als als Schrecken auslösen.

Einer dieser Filme, der schon zu abstrus ist, um wirklich ernst genommen zu werden, ist „Zombiber“. Darin greifen untote Biber nichtsahnende Badegäste an. Das ist etwas plump, etwas trashig und man fragt sich, ob zuerst das Drehbuch geschrieben wurde oder vielmehr anhand des schönen Wortspiels im Filmtitel eine Handlung gestrickt werden musste – aber es hat durchaus hohen Unterhaltungswert.

Vielleicht ließen sich die Filmemacher ja aber auch von wahren Begebenheiten inspirieren, denn obwohl die vegetarischen Biber als scheue Tiere gelten, kommt es vor, dass sie auch mal an Badegästen knabbern.

Vor kurzem biss ein Tier einem Schwimmer, der in den Schwarzachtalseen im Nachbarlandkreis Sigmaringen seinen Runden zog, in die Brust. Die schmerzhafte Begegnung mit den starken Nagezähnen des Bibers zog für ihn einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt nach sich. Glück im Unglück: In einen Zombie hat er sich nicht verwandelt.

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Dienstag, 23. August 2016 von Benno Schlagenhauf

Vorsicht Fälschung

Nicht alles, was im Internet steht stimmt. Diese Erfahrung mussten auch zahlreiche Facebook-Nutzer machen, die sich am vergangenen Wochenende auf das Ice-Cream-Festival in Konstanz gefreut hatten. Gleichnamige Festivals werden in diesem Sommer in ganz Deutschland veranstaltet – aber nur virtuell, denn stattgefunden hat noch kein einziges dieser Eis-Festivals.

Dubiose Organisatoren hatten gleich reihenweise gefälschte Veranstaltungen erstellt, für diese geworben und Zehntausende Besucher enttäuscht.

Im Gegensatz zu diesen ärgerlichen Betrugsversuchen, die mit echt wirkenden Veranstaltungen die potenziellen Besucher in die Irre führen gibt es aktuell noch eine zweite Art von Fake-Veranstaltungen im Internet. Die offensichtlichen, kuriosen Satire-Veranstaltungen. Diese tragen Titel wie etwa „Illegales Seifenkistenrennen“, „Einhornimplantate für Pferde“ oder „Schritt für Schritt mit dem Rauchen anfangen“. In Stuttgart lädt sogar die Drogenmafia e.V. am Wochenende zum „Sommerlichen Drogenflohmarkt“ ein – mit ausdrücklicher Genehmigung der Stadtverwaltung.

Da bieten sich für die echten Drogenfahnder ungeahnte Möglichkeiten in der Ermittlungsarbeit. Denn selbst die offensichtlichste Satire ist nicht zu abstrus, als dass sie nicht doch jemand für bare Münze nimmt. Vielleicht baut ja doch jemand sein Verkaufsständchen auf dem Schlossplatz auf ...

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Freitag, 5. August 2016 von Benno Schlagenhauf

Der doppelte Pommesdieb

Etwa 100 Kilometer Strecke und eineinhalb Stunden Autofahrt trennen Schömberg im Landkreis Calw und Schömberg im Zollernalbkreis. Die Schömberger aus dem Oberen Schlichemtal sind etwas seltener als ihre Namensvetter aus dem Nordschwarzwald, „unser“ Schömberg hat etwa 3000 Einwohner weniger als das Calwer Schömberg. Was die beiden Gemeinden abgesehen von ihrem Namen noch vereint, ist ein kurioser Pommes-Diebstahl.

Wie von uns berichtet, hat ein Einbrecher im Stauseekiosk 30 Kilogramm Tiefkühl-Pommes gestohlen. Dieser kuriose Vorfall war auch vielen überregionalen Medien eine Meldung wert. Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten berichteten, der SWR, der Südkurier, die Schwäbische Zeitung, ... – alle verlegten die Tat jedoch 100 Kilometer am Ziel vorbei in den Nordschwarzwald. Sie waren einer fehlerhaften Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) aufgesessen, die die beiden Schömbergs verwechselt hatte.

Zwar ist das Schömberg im Schwarzwald als Heilklimatischer Kurort sicher auch eine Reise wert. Aber einen Stausee, wo man die Seele und die Füße im Wasser baumeln lassen kann und dabei ein paar Pommes vom benachbarten Kiosk essen kann, gibt's dort nicht.

In die Schömberger Namensvetterfalle bin ich bei der Recherche auch schon öfters getappt, glücklicherweise habe ich immer noch rechtzeitig an ungewohnten Ortswappen oder Vorwahlen bemerkt, dass da etwas nicht ganz stimmen kann. Ich kann es den Kollegen also nachfühlen, wie dieser Fehler zustande gekommen ist – im Gegensatz zu uns als Lokalzeitung haben sie zudem nicht täglich, sondern nur sporadisch mit den Schömberger Namensvettern zu tun. Nach unserem Hinweis korrigierten die Kollegen die Meldung.

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