Mittwoch, 7. Dezember 2016 von Benno Schlagenhauf

Irgendwann fahr ich da auch mit

Es muss wohl so ungefähr zwischen zehn und 15 Jahre her sein, dass ich das erste Mal bewusst mit dem Albstädter Bike-Marathon in Berührung kam. Zusammen mit Freunden, die für den Radsport mehr übrig hatten als ich selbst, stand ich an der Onstmettinger Skischanze und am Zieleinlauf, wo ich zusammen mit gefühlt halb Albstadt die Sportler anfeuerte. Dabei ließ ich mich von der grandiosen Stimmung anstecken und es reifte in meinem jugendlichen Unverstand der Gedanke: „Irgendwann fahr ich da auch mit“. Jedoch: Ernsthafte Anstalten, mich tatsächlich anzumelden und auf den Bike-Marathon zu trainieren habe ich nicht wirklich gemacht. Dieses „Irgendwann“ war ja schön unbestimmt und ließ sich Jahr um Jahr verschieben – und die körperliche Fitness schwand unterdessen dahin, denn die Zeiten, als ich im Sport-Leistungskurs beinahe täglich Sport getrieben habe, sind auch längst vorbei.

Doch mit dem Aufgeschiebe soll nun Schluss sein. Irgendwie hat mich der Ehrgeiz gepackt – und das muss man ja nutzen. In den vergangenen zwei Wochen habe ich auf dem Heimtrainer knapp 200 Kilometer heruntergestrampelt – und es sollen noch mehr werden. Denn spätestens beim Bike-Marathon 2018 bin ich mit dabei. Und diesmal muss ich mich dran halten. Denn jetzt steht's ja schließlich schwarz auf weiß in der Zeitung.

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Freitag, 2. Dezember 2016 von Benno Schlagenhauf

51 Haselnüsse für Aschenbrödel

Der Film gehört zur Adventszeit wie Dominosteine, Lebkuchen und Marzipankartoffeln: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Auch in diesem Jahr läuft er beinahe in Dauerschleife im Fernsehen. Zwischen dem zweiten Advent und dem zweiten Weihnachtsfeiertag – also innerhalb von 22 Tagen – stehen bei ARD, ORF und Co. sage und schreibe 17 Sendetermine an. Das macht dann insgesamt 51 Haselnüsse. Hinzu kommt noch eine Dokumentation über den TV-Klassiker, die das SRF 1 ausstrahlt.

Kaum einen Film habe ich in meinem Leben so oft gesehen, wie den deutsch-tschechischen Märchenfilm. Er gehört neben Ekel Alfreds „Silvesterpunsch“ oder der Comicverfilmung „V wie Vendetta“ am 5. November fest zu meinen Fernsehtraditionen. Denn Weihnachten ist eigentlich erst dann, wenn vier Kerzen brennen und man mindestens ebenso oft „Drei Haselnüsse für ein Aschenbrödel“ gesehen hat.

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Donnerstag, 24. November 2016 von Benno Schlagenhauf

Misere am Montag

In der Beliebtheitsskala aller Wochentage dürfte der Montag zuverlässig den siebten Platz einnehmen. Nicht nur, dass man nach dem Wochenende ungern zur Arbeit geht – an diesem Wochentag scheint auch noch überproportional mehr schief zu laufen, als an den anderen Wochentagen. Weshalb sonst spräche man bei fehlerhaften Produkten wohl sonst von Montagsmodellen? Bis man sich nach dem erholenden Wochenende wieder an Routine und Alltagstrott gewöhnt hat, dauert's eben meist ein bisschen. Die lustigsten Geschichten und Schlamassel der Woche passieren deshalb auch überproportional oft an einem Montag. Auch diese: Auf der Fahrt in die Redaktion griff ich am vergangenen Montagmorgen in meine Hosentasche und vermisste meinen Autoschlüssel. Schon glaubte ich ihn daheim vergessen oder gar verloren zu haben. Ich war drauf und dran umzudrehen, als ich bemerkte, was ich da eigentlich gerade tat. Immerhin: Es ging nicht nur mir so. Auf meine kleine Montagmorgen-Geschichte erzählten Freunde und Kollegen ganz ähnliche Geschichten. Von vermissten CDs, Handys und Brillen, die nach fieberhafter Suche an den offensichtlichsten Orten wieder auftauchen, aber auch von Handtüchern, die im Kühlschrank wiedergefunden wurden. Montage eben.

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Freitag, 21. Oktober 2016 von Benno Schlagenhauf

Eine deutsche Mannschaft

Am Mittwochabend hat Borussia Mönchengladbach in der Champions League mit 2:0 gegen Celtic Glasgow gewonnen. Doch nicht nur auf dem Rasen hatten die Borussen die Nase vorn, auch im Internet trugen sie einen klaren Punktsieg davon. Im Vorfeld des Spiels war nämlich ein Bild von einem Tafel-Aufsteller vor einer schottischen Bar aufgetaucht, das die Fußballfans aus Deutschland und Schottland amüsierte.

Der Kneipenbetreiber hatte nämlich mehrfach vergeblich versucht, die Übertragung der Spielpaarung aufzuschreiben. Das Wort „Borussia“ klappte noch einwandfrei, aber hieß es nun München- oder Mönchengladbach? Mehrmals strich der Wirt den halbangefangenen Vereinsnamen wieder durch, kapitulierte schließlich und schrieb einfach „A German Team (Eine Deutsche Mannschaft)“ auf die Tafel. Wer kann's ihm verdenken? Das Wortungetüm „Mönchengladbach“ muss für britische Zungen ungefähr so unüberwindbar sein, wie die gälischen Ortsnamen in Schottland und Wales es für die deutschen Zungen sind. Dort gibt es Ortschaften mit klangvollen Namen wie Inverfarigaig, Kirkcudbright und Muirshearlich, die mir nur deshalb unfallfrei über die Tastatur gehen, weil ich sie kopiere, anstatt abzutippen.

Bei Borussia Mönchengladbach nahm man die Buchstabierschwäche unterdessen mit Humor. Der Fußballverein änderte kurzfristig den Namen seines Twitter-Kanals in „A German Team“ und bewies, dass er auch in den sozialen Netzwerken in der Königsklasse spielt.

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Dienstag, 18. Oktober 2016 von Benno Schlagenhauf

Transsilvanische Spurensuche

Eines der unangenehmsten Dinge, die einem im Ausland passieren können, ist es, seinen Geldbeutel mit allen wichtigen Personalien zu verlieren. Spätestens bei der Grenzkontrolle dürfte das Fehlen des Personalausweises unangenehme Probleme bereiten. Glücklicherweise ist mir das bisher noch nie passiert. Jedoch fand ich am vergangenen Freitag in Ebingen einen verlorenen Geldbeutel mit einem rumänischen Pass. Das Fundbüro hatte zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen, also machte ich mich selbst auf die Suche nach dem Besitzer – was gar nicht so einfach war.

Einerseits hatte ich schnell seine Adresse in Rumänien herausgefunden – andererseits hielt der Mann sich ja offenbar aktuell in Albstadt auf. Ich war schon drauf und dran, die Fans unserer Facebookseite in die Suche mit einzubeziehen – bei 18.000 ZAK-Fans wäre es ja gut möglich, dass einer davon den Mann kennt. Doch die Welt ist manchmal kleiner als man denkt. In der IT-Abteilung unserer Zeitung arbeitet nämlich ein Rumäne, den ich auch wegen der Sprachbarriere in die Recherche eingebunden habe. Und der kannte den Mann persönlich. Nun hat er seinen Geldbeutel wieder.

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