Freitag, 17. März 2017 von Benno Schlagenhauf

Gut gemeint und gut gemacht

Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint – Das gilt nicht nur, aber im besonderen für den Umweltschutz. Man kann sich herrlich darüber streiten, ob Umweltzonen überhaupt etwas bringen – angesichts dessen, dass nur knapp 6000 der 138 700 im Zollernalbkreis gemeldeten Fahrzeuge keine grüne Plakette bekommen, dürften die Verbesserungen in Balingen jedoch minimal sein.

Ein weiteres Beispiel der Kategorie „gut gemeint, aber nicht gut gemacht“ sind meiner Meinung nach Start-Stopp-Systeme für Autos. Die Idee, dass man Sprit und Abgase sparen kann, wenn das Auto steht ist ja grundsätzlich erst einmal löblich, doch geht mir meine Start-Stopp-Automatik mittlerweile sehr auf die Nerven.

Nicht nur, dass diese kurze Verzögerung beim Anfahren bis der Motor gestartet ist, oft schon ausreicht, um nicht mehr in eine Lücke im fließenden Verkehr einfädeln zu können. Ich bin mir mittlerweile auch nicht mehr so sicher, ob das System tatsächlich umweltschonender ist. Denn für den geringeren Spritverbrauch muss man einen größeren Verschleiß am Anlasser in Kauf nehmen. Auch diese Teile müssen unter Belastung der Umwelt hergestellt und entsorgt werden. Einmal durfte ich an einem Neuwagen mit Start-Stopp-System bereits den Anlasser wechseln lassen – mittlerweile schalte ich das System prinzipiell aus.

Und mit dem Umweltschutz seh ich es ganz pragmatisch: Wenn wir Menschen erst einmal ausgestorben sind, wird sich die Umwelt schon von uns erholen.

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Dienstag, 14. März 2017 von Benno Schlagenhauf

Mit freundlichen Grüßen

Motorradfahrer grüßen einander, wenn sie sich auf der Straße entgegenkommen und auch Busfahrer winken sich gegenseitig zu – das hat sicher schon jeder einmal beobachtet. Aber wussten Sie, dass sich auch manche Autofahrer grüßen?

Bei einigen Automarken und Modellen ist das Zuwinken ebenfalls weit verbreitet. Meist bei Oldtimern, Exoten und Kultautos wie der Ente oder dem Mini und dessen Neuauflage. Auch bei meinem Mazda MX5 grüßt man sich unter gleichgesinnten Roadsterfans, was ich für einen sehr schönen Brauch halte.

Diese kleine Geste ist eine der wenigen netten, wo man doch sonst nur allzu häufig auf Verkehrsrowdys trifft. Wenn man sich mal wieder über andere Autofahrer, Staus oder Tempolimits ärgern will, tut so ein freundlicher Gruß zwischendurch richtig gut.

Ich kann es also kaum erwarten bis mein kleiner Sommerflitzer wieder aus dem Winterquartier kommt und die auch in automobil-zwischenmenschlicher Hinsicht kalte Jahreszeit ein Ende hat.

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Freitag, 3. März 2017 von Benno Schlagenhauf

Faszination der Zerstörung

Wissen Sie was passiert, wenn man eine Wassermelone unter eine hydraulische Industriepresse legt? Die Wassermelone geht kaputt. Oder was mit Dingen passiert, wenn man sie in einen leistungsstarken Küchenmixer wirft oder mit flüssigem Aluminium überschüttet? Sie gehen kaputt. Und wenn man eine glühende Metallkugel in Mais wirft? Überraschung! Es brennt. Aber es gibt kein Popcorn.

Woher ich das alles weiß? Youtube. Dort sammeln reihenweise Kanäle Millionen von Klicks mit Videos, in denen es allein um die Zerstörung geht. Das Ergebnis der ungleichen Duelle kann man sich meist schon vorher denken, doch ist es dennoch faszinierend wie unterschiedlich verschiedene Dinge kaputt gehen.

Manchmal ist man vom Ergebnis dann doch verblüfft, wenn sich etwa ein Gummi-Kauspielzeug für Hunde unter der Hydraulikpresse besser schlägt als Munition, die sonst sogar die Außenhülle von Panzern durchdringt.

Aber immer dran denken: Don't try this at home – nicht zu Hause nachmachen.

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Freitag, 17. Februar 2017 von Benno Schlagenhauf

Romantik für Anfänger

Fußballspieler sind heutzutage eigene Marken. In den sozialen Netzwerken sammeln sie mehr Fans ein, als mancher Popstar und fallen mit Fotos von protzigen Luxuskarossen und extravaganten Outfits auf. Selbstverständlich gehört zur Selbstinszenierung auch ein Pärchenfoto zum Valentinstag – so weit so normal, in Zeiten von Kim Kardashian und Co.

Dem französischen Nationalspieler Blaise Matuidi ist bei seinem gut gemeinten Valentinsgruß jedoch ein peinliches Malheur passiert. Er twitterte als Liebesbeweis ein Hochglanzfoto von ihm und seiner Frau Isabelle auf dem roten Teppich. Das hatte er jedoch offenbar zuvor gegoogelt und mit dem Begriff „matuidi femme“, also „Matuidi Frau“ nach Bildern seiner Gattin gesucht. Der Spott im Netz war ihm sicher woraufhin er den Beitrag löschte und mit einem neuen, diesmal persönlichen Foto erneut ins Netz stellte.

Ziemlich peinlich für jemanden, der ausgerechnet in der Stadt der Liebe bei Paris Saint-Germain spielt. Aber auch irgendwie tröstlich, dass sich selbst die Franzosen, von denen es ja heißt, sie spielen liebestechnisch in der Champions League, bei der Romantik manchmal eine astreine Kreisliga-Grätsche leisten.

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Dienstag, 7. Februar 2017 von Benno Schlagenhauf

Gruselige Sitznachbarn

Ich bin ein großer Filmeliebhaber. Neben einer stetig wachsenden DVD-Sammlung stehen bei mir regelmäßig Kinobesuche an. Meist treibt mich schon allein die Ungeduld auf einen Film ins Kino, weil ich nicht abwarten kann, bis man ihn sich für zu Hause kaufen kann. Klar hat ein gemütlicher Filmabend auf der Couch auch seinen Reiz, aber mit dem Filmerlebnis im Kino ist das nicht zu vergleichen. Wenn man nicht gerade das Pech hat, dass Leute im Saal sitzen, die einem das Kinovergnügen verderben.

So saß ich neulich im Psychothriller „Split“, der eigentlich alles bot, was ein guter Kinofilm braucht: Spannung, Grusel und eine Altersbeschränkung, die zwar Kinder, jedoch leider keine Kindsköpfe aussperrt. Und wie das nun mal so ist, sitzen die unangenehmsten Zeitgenossen immer in unmittelbarer Nähe.

Die beiden Typen, die sich unglücklicherweise gleich neben mich setzten, hatten augenscheinlich in Parfüm gebadet, reichlich Bier mitgebracht und offenbar schon vor Filmbeginn gut einen sitzen. Während des Films plauderten sie so laut, dass man es, auch wenn man sich noch so anstrengte, nicht überhören konnte. Oder sie lachten an den unpassendsten Stellen laut auf. In einem Psychothriller. Als einzige im Saal. Immerhin: Vom Film habe ich noch genug mitbekommen, um ihn dennoch gut zu finden. Den hole ich mir jetzt eben für das DVD-Regal zu Hause.

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