Donnerstag, 13. April 2017 von Benno Schlagenhauf

Im Schock vereint

Actio et Reactio: Newtons drittes Axiom besagt – stark vereinfacht – dass auf eine verursachende Aktion eine gleichwertige Reaktion erfolgt. Nun gilt diese Wechselwirkung glücklicherweise nicht nur in der Physik, sondern auch in der Gesellschaft. Anders ließen sich Schreckensereignisse wie jüngst am Dienstagabend der Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus nur schwer ertragen. Wann immer der Bodensatz der Gesellschaft einen durch solche feigen Taten an der Menschheit zweifeln lässt, kommt an anderer Stelle auch das Gute im Menschen zum Vorschein. Die Dortmunder Fans boten den Auswärtsfans aus Monaco nach der Absage des Spiels spontan über den Twitter-Hashtag #bedforawayfans Übernachtungsmöglichkeiten an. Fotos von Fans in Trikots des AS Monaco, die gemeinsam mit Fans im BVB-Dress zu Abend aßen, machten schnell die Runde. Die Aktion erinnerte stark an die Hashtags #porteouverte oder #offenetür, unter denen nach dem Pariser Terroranschlag und dem Münchner Amoklauf Schutzsuchenden Obdach geboten wurde. Unterdessen solidarisierten sich zahlreiche Fußballfans und -profis – auch die königsblauen Erzrivalen aus Gelsenkirchen – mit den Dortmundern. Der Sprengsatzanschlag schweißte die unterschiedlichsten Fanlager zusammen und schuf wohl eine Basis für eine monegassisch-dortmunder Fanfreundschaft. Und das macht Hoffnung: Wenn auf Schocknachrichten auch schöne folgen.

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Freitag, 17. März 2017 von Benno Schlagenhauf

Gut gemeint und gut gemacht

Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint – Das gilt nicht nur, aber im besonderen für den Umweltschutz. Man kann sich herrlich darüber streiten, ob Umweltzonen überhaupt etwas bringen – angesichts dessen, dass nur knapp 6000 der 138 700 im Zollernalbkreis gemeldeten Fahrzeuge keine grüne Plakette bekommen, dürften die Verbesserungen in Balingen jedoch minimal sein.

Ein weiteres Beispiel der Kategorie „gut gemeint, aber nicht gut gemacht“ sind meiner Meinung nach Start-Stopp-Systeme für Autos. Die Idee, dass man Sprit und Abgase sparen kann, wenn das Auto steht ist ja grundsätzlich erst einmal löblich, doch geht mir meine Start-Stopp-Automatik mittlerweile sehr auf die Nerven.

Nicht nur, dass diese kurze Verzögerung beim Anfahren bis der Motor gestartet ist, oft schon ausreicht, um nicht mehr in eine Lücke im fließenden Verkehr einfädeln zu können. Ich bin mir mittlerweile auch nicht mehr so sicher, ob das System tatsächlich umweltschonender ist. Denn für den geringeren Spritverbrauch muss man einen größeren Verschleiß am Anlasser in Kauf nehmen. Auch diese Teile müssen unter Belastung der Umwelt hergestellt und entsorgt werden. Einmal durfte ich an einem Neuwagen mit Start-Stopp-System bereits den Anlasser wechseln lassen – mittlerweile schalte ich das System prinzipiell aus.

Und mit dem Umweltschutz seh ich es ganz pragmatisch: Wenn wir Menschen erst einmal ausgestorben sind, wird sich die Umwelt schon von uns erholen.

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Dienstag, 14. März 2017 von Benno Schlagenhauf

Mit freundlichen Grüßen

Motorradfahrer grüßen einander, wenn sie sich auf der Straße entgegenkommen und auch Busfahrer winken sich gegenseitig zu – das hat sicher schon jeder einmal beobachtet. Aber wussten Sie, dass sich auch manche Autofahrer grüßen?

Bei einigen Automarken und Modellen ist das Zuwinken ebenfalls weit verbreitet. Meist bei Oldtimern, Exoten und Kultautos wie der Ente oder dem Mini und dessen Neuauflage. Auch bei meinem Mazda MX5 grüßt man sich unter gleichgesinnten Roadsterfans, was ich für einen sehr schönen Brauch halte.

Diese kleine Geste ist eine der wenigen netten, wo man doch sonst nur allzu häufig auf Verkehrsrowdys trifft. Wenn man sich mal wieder über andere Autofahrer, Staus oder Tempolimits ärgern will, tut so ein freundlicher Gruß zwischendurch richtig gut.

Ich kann es also kaum erwarten bis mein kleiner Sommerflitzer wieder aus dem Winterquartier kommt und die auch in automobil-zwischenmenschlicher Hinsicht kalte Jahreszeit ein Ende hat.

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Freitag, 3. März 2017 von Benno Schlagenhauf

Faszination der Zerstörung

Wissen Sie was passiert, wenn man eine Wassermelone unter eine hydraulische Industriepresse legt? Die Wassermelone geht kaputt. Oder was mit Dingen passiert, wenn man sie in einen leistungsstarken Küchenmixer wirft oder mit flüssigem Aluminium überschüttet? Sie gehen kaputt. Und wenn man eine glühende Metallkugel in Mais wirft? Überraschung! Es brennt. Aber es gibt kein Popcorn.

Woher ich das alles weiß? Youtube. Dort sammeln reihenweise Kanäle Millionen von Klicks mit Videos, in denen es allein um die Zerstörung geht. Das Ergebnis der ungleichen Duelle kann man sich meist schon vorher denken, doch ist es dennoch faszinierend wie unterschiedlich verschiedene Dinge kaputt gehen.

Manchmal ist man vom Ergebnis dann doch verblüfft, wenn sich etwa ein Gummi-Kauspielzeug für Hunde unter der Hydraulikpresse besser schlägt als Munition, die sonst sogar die Außenhülle von Panzern durchdringt.

Aber immer dran denken: Don't try this at home – nicht zu Hause nachmachen.

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Freitag, 17. Februar 2017 von Benno Schlagenhauf

Romantik für Anfänger

Fußballspieler sind heutzutage eigene Marken. In den sozialen Netzwerken sammeln sie mehr Fans ein, als mancher Popstar und fallen mit Fotos von protzigen Luxuskarossen und extravaganten Outfits auf. Selbstverständlich gehört zur Selbstinszenierung auch ein Pärchenfoto zum Valentinstag – so weit so normal, in Zeiten von Kim Kardashian und Co.

Dem französischen Nationalspieler Blaise Matuidi ist bei seinem gut gemeinten Valentinsgruß jedoch ein peinliches Malheur passiert. Er twitterte als Liebesbeweis ein Hochglanzfoto von ihm und seiner Frau Isabelle auf dem roten Teppich. Das hatte er jedoch offenbar zuvor gegoogelt und mit dem Begriff „matuidi femme“, also „Matuidi Frau“ nach Bildern seiner Gattin gesucht. Der Spott im Netz war ihm sicher woraufhin er den Beitrag löschte und mit einem neuen, diesmal persönlichen Foto erneut ins Netz stellte.

Ziemlich peinlich für jemanden, der ausgerechnet in der Stadt der Liebe bei Paris Saint-Germain spielt. Aber auch irgendwie tröstlich, dass sich selbst die Franzosen, von denen es ja heißt, sie spielen liebestechnisch in der Champions League, bei der Romantik manchmal eine astreine Kreisliga-Grätsche leisten.

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