Freitag, 16. Juni 2017 von Benno Schlagenhauf

Ein Pokal auf Reisen

Hätten die Fußballer der TSG Balingen im WFV-Pokal-Halbfinale gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen einen besseren Tag erwischt, stünde der baden-württembergische Landespokal vielleicht heute sicher in Balingen und die TSG dürfte im DFB-Pokal gegen RB Leipzig antreten.

Doch es kam anders und die klassentieferen Dorfmerkinger holten den Pokal. Den Landesligisten kannten bis vor Kurzem wohl nur eingefleischte Fans des Amateurfußballs, doch seit dieser Woche macht der Verein bundesweit Schlagzeilen. Denn nach dem Finale kam der Pott nicht etwa in eine Vitrine im Vereinsheim, stattdessen reiste er viele, viele Kilometer – im wahrsten Sinne des Wortes ein Wanderpokal. Zunächst nahmen ihn die Sportfreunde zur Saisonabschlussfahrt nach Mallorca mit. Bei der wilden Feier im „Bierkönig“ ging das gute Stück dann verloren, weshalb die Sportfreunde einen Suchaufruf bei Facebook starteten, der millionenfach angeklickt wurde und einen beachtlichen Medienrummel nach sich zog.

Nur einen Tag später tauchte er wieder auf – bei den Handballern des TSV Neusäß bei Augsburg, die den herrenlosen Pokal, auf dem Nachhauseweg von der Partynacht gefunden hatten. Nun ist der Pott wieder dort, wo er hingehört. Und er dürfte wohl der am weitesten gereiste Wanderpokal im deutschen Fußball sein.

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Freitag, 9. Juni 2017 von Benno Schlagenhauf

Der Biber und der Bieber

Ich bin absolut kein Fan von Justin Bieber. Zugegeben: Die neueren Songs des Popmusikers sind ganz ok und im Gegensatz zu seinen frühen Liedern mit Vor-Stimmbruch-Gepiepse nötigen sie mich nicht mehr dazu, den Sender zu wechseln. Aber weitestgehend sind mir er und seine Musik vollkommen egal.

Jedoch erreichen mich durch seine Omnipräsenz im Fernsehen, Radio und in den Klatschspalten beinahe täglich neue Nachrichten über ihn. Ob ich es will oder nicht. Und der kanadische Teeniestar hat es damit blöderweise geschafft, mich in meinen Rechtschreibkenntnissen zu verunsichern. Denn im Gegensatz zu ihm sind Nachrichten über den Biber deutlich seltener, wodurch sich für mich die Schreibweise ohne „ie“ beinahe ungewohnt und falsch anfühlt. Unbewusst hat sich irgendwo in meinem Hirn die „ie“-Schreibweise eingebrannt und jetzt werde ich sie nur schwer wieder los.

Dabei schreibe ich doch selbst eigentlich so gut wie nie über den Popstar Bieber und viel eher über den Nager Biber. Denn der ist mir sowieso viel lieber.

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Dienstag, 16. Mai 2017 von Benno Schlagenhauf

Rückkehr des Gruselclowns

Herbst 2016: Landesweit machen Horrorclowns unrühmliche Schlagzeilen – erinnern Sie sich noch? Glücklicherweise sind diese Clowns so schnell wieder verschwunden wie sie aufgetaucht sind. Darauf, dass dieser unschöne Trend noch einmal zurückkehrt, kann man gut verzichten.

Auf das Comeback eines ganz speziellen Gruselclowns freue ich mich dagegen sehr: Pennywise, der diabolische Clown aus Stephen Kings Horror-Klassiker Es. Der Kultfilm aus dem Jahr 1990 dürfte bei vielen Leuten der Auslöser für ihre Coulrophobie – der Angst vor Clowns – sein. Ich habe als Kind Ausschnitte des Films gesehen und ihn Jahre später in ganzer Länge angeschaut. Der bösartige Pennywise, der auch ohne Blut und Effekte Schrecken verbreitete, ist einer der Gründe, warum Es zu meinen Lieblingshorrorfilmen gehört. Dennoch hätten speziell dem Ende des Films ein paar moderne Spezialeffekte gut getan. Denn während Es in der Gestalt von Pennywise herrlichen Schrecken verbreitete, wirkte es in seiner ursprünglichen Form als übergroße Spinne, auf die man als Zuschauer den ganzen Film über hingefiebert hatte, eher ungelenk als bedrohlich.

Darum bin ich schon gespannt auf die Neuauflage des Films, die noch in diesem Jahr in die Kinos kommen soll. Der erste Trailer und die Bilder vom neuen Pennywise sehen schon mal vielversprechend aus.

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Donnerstag, 13. April 2017 von Benno Schlagenhauf

Im Schock vereint

Actio et Reactio: Newtons drittes Axiom besagt – stark vereinfacht – dass auf eine verursachende Aktion eine gleichwertige Reaktion erfolgt. Nun gilt diese Wechselwirkung glücklicherweise nicht nur in der Physik, sondern auch in der Gesellschaft. Anders ließen sich Schreckensereignisse wie jüngst am Dienstagabend der Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus nur schwer ertragen. Wann immer der Bodensatz der Gesellschaft einen durch solche feigen Taten an der Menschheit zweifeln lässt, kommt an anderer Stelle auch das Gute im Menschen zum Vorschein. Die Dortmunder Fans boten den Auswärtsfans aus Monaco nach der Absage des Spiels spontan über den Twitter-Hashtag #bedforawayfans Übernachtungsmöglichkeiten an. Fotos von Fans in Trikots des AS Monaco, die gemeinsam mit Fans im BVB-Dress zu Abend aßen, machten schnell die Runde. Die Aktion erinnerte stark an die Hashtags #porteouverte oder #offenetür, unter denen nach dem Pariser Terroranschlag und dem Münchner Amoklauf Schutzsuchenden Obdach geboten wurde. Unterdessen solidarisierten sich zahlreiche Fußballfans und -profis – auch die königsblauen Erzrivalen aus Gelsenkirchen – mit den Dortmundern. Der Sprengsatzanschlag schweißte die unterschiedlichsten Fanlager zusammen und schuf wohl eine Basis für eine monegassisch-dortmunder Fanfreundschaft. Und das macht Hoffnung: Wenn auf Schocknachrichten auch schöne folgen.

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Freitag, 17. März 2017 von Benno Schlagenhauf

Gut gemeint und gut gemacht

Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint – Das gilt nicht nur, aber im besonderen für den Umweltschutz. Man kann sich herrlich darüber streiten, ob Umweltzonen überhaupt etwas bringen – angesichts dessen, dass nur knapp 6000 der 138 700 im Zollernalbkreis gemeldeten Fahrzeuge keine grüne Plakette bekommen, dürften die Verbesserungen in Balingen jedoch minimal sein.

Ein weiteres Beispiel der Kategorie „gut gemeint, aber nicht gut gemacht“ sind meiner Meinung nach Start-Stopp-Systeme für Autos. Die Idee, dass man Sprit und Abgase sparen kann, wenn das Auto steht ist ja grundsätzlich erst einmal löblich, doch geht mir meine Start-Stopp-Automatik mittlerweile sehr auf die Nerven.

Nicht nur, dass diese kurze Verzögerung beim Anfahren bis der Motor gestartet ist, oft schon ausreicht, um nicht mehr in eine Lücke im fließenden Verkehr einfädeln zu können. Ich bin mir mittlerweile auch nicht mehr so sicher, ob das System tatsächlich umweltschonender ist. Denn für den geringeren Spritverbrauch muss man einen größeren Verschleiß am Anlasser in Kauf nehmen. Auch diese Teile müssen unter Belastung der Umwelt hergestellt und entsorgt werden. Einmal durfte ich an einem Neuwagen mit Start-Stopp-System bereits den Anlasser wechseln lassen – mittlerweile schalte ich das System prinzipiell aus.

Und mit dem Umweltschutz seh ich es ganz pragmatisch: Wenn wir Menschen erst einmal ausgestorben sind, wird sich die Umwelt schon von uns erholen.

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