Dienstag, 17. Juli 2012 von Benno Schlagenhauf

Kulturschock? Fehlanzeige!

Ich bin leidenschaftlicher Festivalgänger. Unzählige Andenken an die Musikveranstaltungen habe ich angesammelt. Egal, ob es nun Festivalshirts, Eintrittskarten oder die bunten Stoffbändchen am Arm sind. Bisher beschränkte sich meine Konzert-Auswahl jedoch auf Mainstream-Veranstaltungen, wie das Southside oder das Rock am See. Am vergangenen Wochenende war ich dagegen erstmals beim Bang-Your-Head und habe dort einige Unterschiede zwischen dem Metal-Fest und meinen sonstigen Vorlieben festgestellt. Bunter ist es sicher bei anderen Festivals, wo man alle paar Meter auf schräge Typen und lustige Kostümierungen trifft. Beim Bang-Your-Head gibt es diese Leute auch, zwar deutlich seltener, dafür fallen sie im „Einheitsschwarz“ der Metalgemeinde umso mehr auf. Auch das Durchschnittsalter der Besucher und der Musiker unterscheidet sich deutlich und liegt beim Bang-Your-Head wohl ein, zwei Jahrzehnte über dem meiner „Stammfestivals“. Statt Pogo gab es am Wochenende Headbangen. Dennoch: Der erwartete Kulturschock blieb aus. Musikalisch fühle ich mich ohnehin eher bei den härteren Klängen zu Hause. Rein vom Charakter her, unterscheiden sich die Festivalgänger sowieso nicht, sie kleiden sich vielleicht anders und hören verschiedene Musikgenres, sind aber die gleichen abgedreht-symphatischen Typen, die ich auch von „meinen“ Events kenne. Im Grunde ist es bei jedem Festival gleich und letztlich auch der Grund warum ich solche Veranstaltungen so sehr liebe: Es kommen riesige Menschenmengen aus allen Ecken des Landes und auch darüber hinaus zusammen, um ein großes, friedliches Musikfest zu feiern.

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Dienstag, 10. Juli 2012 von Benno Schlagenhauf

Gefährliche Ablenkung

Täglich kommen mir zahlreiche Autofahrer entgegen, die während der Fahrt telefonieren. Irgendwann habe ich aufgehört, sie zu zählen. Der traurige Höhepunkt war erst letztens ein Rollerfahrer, der mit einer Hand und dem Handy unter dem Helm an mir vorbeifuhr. Nicht nur, dass diese Verhaltensweisen verboten sind, die Verkehrssünder gefährden auch sich und andere. Besonders mulmig wird mir, wenn ich als Beifahrer unterwegs bin und sehe, wie der Fahrer während der Fahrt SMS-Nachrichten schreibt oder liest. Ich persönlich bin noch nicht einmal in der Lage, gleichzeitig zu simsen und zu gehen, ohne irgendwo anzuecken. Wie soll man es also schaffen, ohne vom Mobiltelefon abgelenkt zu werden, ein Fahrzeug sicher zu lenken? Ich kann es verstehen, wenn man an einer Ampel oder im Stau kurz die Gelegenheit nutzen will, um zu schauen, wer denn da eben angerufen oder geschrieben hat. Aber wenn ich dann sehe, dass Autofahrer bei Tempo 100 und mehr lieber auf das Display als auf die Fahrbahn schauen, dann finde ich, können die Strafen gar nicht hoch genug sein. Laut einer Statistik, die ich zu diesem Thema gelesen habe, sind zehn Prozent aller Unfälle auf solche Unachtsamkeiten durch Ablenkung am Steuer, egal ob telefonieren, Navigationssystem programmieren oder essen zurückzuführen. Von daher sind 40 Euro Geldbuße und ein Punkt in Flensburg eine viel zu geringe Strafe. Vor allem könnte man dieses Geld sinnvoller investieren. Beispielsweise in eine Freisprechanlage, die es auch in dieser Preisklasse schon in guter Qualität gibt.

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Samstag, 30. Juni 2012 von Benno Schlagenhauf

Ich hab's getan

Es riecht nach Desinfektionsmittel, von der Decke strahlt grelles Licht aus Leuchtstoffröhren, es werden sterile Latexhandschuhe getragen. Alle Anwesenden blicken auf mich herunter, während ich mich auf einer Liege befinde. Im Hintergrund surren schon die Instrumente. Nein, ich liege nicht im Operationssaal, sondern beim Tätowierer. Vor einigen Tagen habe ich mir den großen Wunsch vom ersten Tattoo erfüllt. Ich trage ihn schon seit vielen Jahren mit mir herum. Doch wurde er immer wieder verschoben, meistens wegen der Finanzen oder einfach aus Angst vor der Tattoonadel. Nun, wenige Wochen nach der Balinger Tattoo-Convention, die ich als Tattoo-Fan natürlich auch besucht hatte, habe ich mich endlich getraut und bin schwer begeistert von meinen zwei nautischen Sternen, die von nun an meinen Oberkörper schmücken.

Und die Schmerzen? Die waren viel kleiner als ich angenommen hatte. Jeder beschreibt das Gefühl beim Tätowieren ja anders und jeder ist unterschiedlich empfindlich. Mancher vergleicht es mit Bienen- und Wespenstichen, Andere mit Messerschnitten. Ich persönlich fand die Prozedur halb so schlimm. Es fühlte sich so an, als ob man von jemandem mit langen, spitzen Fingernägeln gekratzt wird – unangenehm, aber mäßig schmerzhaft. Nun im Nachhinein, in der Abheilungsphase, fühlt sich die punktierte Haut wie nach einem starkem Sonnenbrand an. Die Schmerzen sind es auf jeden Fall wert, denn ich bin stolz, mich getraut zu haben und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich meine Sterne im Spiegel sehe.

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Freitag, 1. Juni 2012 von Benno Schlagenhauf

Definitiv keine „Verlierer“

Neulich habe ich mir das Finale der Abnehmshow „The Biggest Loser“ angeschaut. Ich habe nicht die ganze Staffel, sondern nur die letzten paar Folgen gesehen, von daher war mein Erstaunen umso größer, als vorgeführt wurde, wie viel die Kandidaten abgenommen haben. Der Sieger hat in wenigen Monaten von seinem Startgewicht von 140 Kilogramm über 60 Kilo, fast die Hälfte seines Körpergewichts abgenommen. Zudem hat er eine kleine Nebenwette mit der Moderatorin gewonnen, denn man konnte schon deutlich Ansätze eines Waschbrettbauchs erkennen. Ich bewundere diesen eiserenen Willen und die Disziplin der Kandidaten, da ich es selber nicht hinbekomme mehr Sport zu treiben. Mein alljährlicher guter Vorsatz, etwas für die „Freibadfigur“ zu tun, hält maximal drei, vier Monate und auch mein Vorhaben, einmal am Albstädter Bike-Marathon teilzunehmen, ist bisher jedes Mal am mangelnden Training gescheitert. Die unglaublichen Leistungen der „Biggest Loser“ sind für mich Ansporn, selber wieder mehr Sport als nur den wochenendlichen Freizeitfußball zu machen. Nicht um Kilos zu verlieren, denn bei solchen riesigen Gewichtsabnahmen wie bei den Kandidaten, wäre von mir nicht mehr viel übrig, sondern um wieder mehr für die Fitness und den Körper zu tun.

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Samstag, 26. Mai 2012 von Benno Schlagenhauf

Gepackt vom Sammelfieber

Na, sammeln sie auch? Egal ob Treuepunkte beim Einkaufen, Sammelgewinne auf den Schokoriegeln oder jetzt bald zur Fußball-Europameisterschaft wieder die klassischen Paninibildchen – Irgendetwas sammelt man doch immer. Ich selber bin dem Sammelfieber vollkommen verfallen. Von diversen Dönerläden und Fastfood-Restaurants besitze ich Stempelkärtchen, beim Onlineshop meines Vertrauens werden fleißig Punkte gesammelt, jeden Tag werden vier, fünf Schokoriegel als Vesper eingepackt, um auf die Punktzahl zu kommen, für die es die Sporttasche gibt, in meiner Stammdisco habe ich eine Treuekarte und als Sport- und Fußballbegeisterter hole ich mir sowieso bei jedem großen Turnier und oft auch zum Saisonstart der Bundesliga das Sammelheft für die Aufkleber. Es ist erstaunlich, mit welch simplen psychologischen Tricks diese erfolgreiche Verkaufsstrategie arbeitet. Da wird ein Urinstinkt gereizt, und eine Leidenschaft aus Kindheitstagen, in denen man bereits Briefmarken, Spielkarten oder Sticker sammelte, befriedigt: Der Mensch als (Schnäppchen-)Jäger und Sammler. Auf mich wirkt's – zahlreiche Panini-Heftchen und ersammelte Bekleidung sprechen Bände.

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