Mittwoch, 14. September 2011 von Nils Horst

Muss es immer Online sein?

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind. Nein, man wird auch ein Jahr älter. Von allen Seiten habe ich an meinem 28. Geburtstag nette Glückwünsche erhalten. Eigentlich nichts Besonderes an solch einem Tag. Das Faszinierende für mich war jedoch, dass die vielen Glückwünsche bis auf wenige Ausnahmen fast nur elektronisch waren. Was vor einigen Jahren noch Briefe und Glückwunschkarten von der Verwandtschaft, den Großeltern oder von meinen Schulkameraden waren, sind heutzutage elektronische Grüße via Facebook und Handy geworden.

Ich habe am Abend meines Geburtstages nicht schlecht gestaunt, als ich meinem Facebook-Account geöffnet habe: 74 Bekannte und Freunden haben mir gratuliert. Selbst Grüße aus Asien und Neuseeland waren dabei. Ich habe mich sehr gefreut, doch warum muss ein Geburtstagsgruß heutzutage nur noch online sein? Viel schöner wär es doch gewesen, wenn man kurz angerufen hätte oder eben doch eine kleine Grußkarte gesendet hätte. Ich auf alle Fälle hätte mich sicherlich mehr darüber gefreut als über eine Facebook-Nachricht, die man sowieso täglich von den anderen Nutzern erhält. Auch wenn die Plattform aus meiner Sicht ein großartiges Instrument der Kontaktpflege zu anderen Menschen ist, wird meine Hoffnung an die ein oder andere Geburtstagskarte nicht sterben. Denn wer weiß: Vielleicht bekomm ich ja nächstes Jahr eine persönliche Grußkarte.

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Dafür gibt´s TeaGreets.com

Text wird nicht angezeigt, da der Eintrag gegen Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Tina Dudenhöffer am 14.09.2011 19:41:22

Freitag, 2. September 2011 von Nils Horst

Schnitte mit Erinnerungen

Jeder Festivalbesucher kennt sie: die Festivalbändchen. Eigentlich haben sie nur den Zweck, als Eintrittskarte zu funktionieren. Da die Festivalbändchen jedoch hübsch aussehen und viele Festivalgänger ihre Bändchen regelrecht sammeln, um bei weiteren Festivalbesuchen oder Freunden Eindruck zu schinden, werden viele dieser kleinen bunten Armbänder etwas länger als für die Dauer des Festivals getragen.

Auch ich gehöre zu den Personen, die ihre Festivalbändchen etwas länger tragen als sonst. Nicht für Jahre, wie es viele der eingefleischten Festivalgänger machen, aber zumindest für eine Open-Air-Saison. Vergangenes Wochenende ist mit dem Festival Rock am See in Konstanz die tolle Zeit der Open-Air-Festivals für dieses Jahr vorbei gegangenen. Grund genug für mich, zur Schere zu greifen und die insgesamt fünf Bändchen abzuschneiden. Im Gegensatz zu meiner Freundin, die das Abschneiden natürlich sehr begrüßt hat, ist für mich jeder einzelne Schnitt mit Erinnerungen verbunden. Schließlich waren einige der Freiluftveranstaltungen, was das Wetter anbelangt, richtig anstrengend. Doch statt die Bändchen in den Müll zu schmeißen, werden sie aufgehoben. Und das an einem für mich ganz besonderem Platz: Auf einer Plastikhand wird jedes einzelne Band wieder angenäht und dann in der Vitrine zur Schau gestellt. Auch wenn viele über meine seltsame Aufbewahrungsmethode schmunzeln, so ist es für mich etwas ganz Besonderes. Jedes mal, wenn ich davor stehe, kann ich in Erinnerungen schwelgen und mich auf die nächste Open-Air-Saison freuen. Festivalherz, was willst du mehr.

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Samstag, 27. August 2011 von Nils Horst

Trubel in der Kirche

Die Kirche. Eigentlich ein Ort der Ruhe, in der man sich für kurze Zeit aus dem hektischen Alltag zurückziehen kann. Als ich jedoch kürzlich in Straßburg war und das dortige Liebfrauenmünster besichtigt habe, wurde mein Bild eines Kirchen- oder Münsterbesuches gänzlich zerstört. Lautsprecherdurchsagen, die auf die nächste Führung in den Turm hingewiesen haben und jede Menge Menschen, die sich in normaler Lautstärke unterhalten haben. Zudem wurde fotografiert, was das Zeug hielt. Von allen Seiten blitzte es. Es ist nichts Neues, dass sich Touristen die Sehenswürdigkeiten einer Stadt anschauen. Doch wenn ein geistlicher Ort der Ruhe eher einem Rummelplatz gleicht, ist es sehr schade. Eigentlich wollte ich die schönen Bleiglasfenster, die Orgel, die Skulpturengruppe „Christus am Ölberg“ oder die reich verzierte Kanzel genießen. Der Trubel in der Kirche bewog mich jedoch dazu, schnurstracks den Ausgang zu nehmen. Bleibt nur zu hoffen, das dies eine Ausnahme war und mein nächster Besuch in einem Münster oder einer Kirche in einer Touristenstadt wieder anders aussieht. Schließlich ist es doch schön, wenn man für kurze Zeit abschalten und alles genießen kann.

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Freitag, 19. August 2011 von Nils Horst

Lieber Schweiß statt Controler

Eine Bundesliga für Computerspiele? Ja, so etwas gibt es tatsächlich. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich kürzlich eine Reportage im Fernsehen verfolgt habe, die sich dem Phänomen des so genannten „E-Sport“ widmete. Entstanden in Amerika in den 70ern, ist der elektronische Sport besonders in China beliebt. Dort sind manche dieser Sportler, wie sie sich selbst nennen, richtige Volkshelden. Auch bei uns rücken dieser Tage die „E-Sportler“ vermehrt in den medialen Fokus, da in Köln die alljährliche Messe „Gamescom“ stattfindet. Dort treffen sich die besten Computerspieler der Welt und auch die nationale „Gaming-Elite“ kämpft wieder um Punkte auf dem Weg zu den Finalspielen eben dieser besagten Deutschen „Gaming Bundesliga ESL Pro Series“. Es ist nichts neues, dass sich viele Menschen der jüngeren Generation zu Computerpartys treffen oder zu Hause mit ihren Konsolen und Computern spielen. Ich selbst zähle mich auch zu den Menschen, die ab und an auf ihrer Konsole spielen. Es gibt mittlerweile viele kuriose Hobbys und auch Sportarten. Für mich bleibt die Konsole und der PC zu Hause jedoch weiterhin eine reine Freizeitbeschäftigung und hat nichts mit Sport zu tun. Wenn ich mich sportlich betätige, will ich lieber den Schweiß und meine Muskeln spüren statt nur auf der Maus oder dem Controler herumzuklicken.

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oh Nils

wieder einmal Zeilen, die die Welt nicht braucht!

heinrich heiner am 22.08.2011 14:17:13

Antwort auf oh Nils

Text wird nicht angezeigt, da der Eintrag gegen Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Daniel Düsentrieb am 30.08.2011 11:50:23

Samstag, 13. August 2011 von Nils Horst

Muss es immer eine Mauer sein?

Heute jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum fünfzigsten Mal. „Die Mauer“ wurde über Jahrzehnte zum Zeichen der Teilung Deutschlands und stand für ein abgegrenztes Leben hinter Betonwänden. Meine Erinnerungen an die Mauer sind rar, schließlich war ich 1989 bei dem historischen Ereignis erst sechs Jahre alt. Was für mich bis zum heutigen Tage ein Phänomen darstellt, ist die Tatsache, dass sich viele Menschen, speziell in ihren Gärten, große Mauern als Sichtschutz bauen lassen. Handelt es sich um bekannte Persönlichkeiten, stehen die großen Betonmauern oftmals um das ganze Grundstück. Für die Bevölkerung der damaligen DDR, die dieses Leben hautnah miterlebt hat, müsste das sicherlich unvorstellbar sein. Mir ginge es jedenfalls so. Doch viele Menschen haben wohl weiter das Bedürfnis, sich selbst von der Außenwelt abzugrenzen. Sicherlich muss man sich als „Häusle-Bauer“ früher oder später die Frage stellen, wie man seinen Grund und Boden nach außen hin etwas schützt. Doch muss es immer hohe Einfriedung sein? Viel schöner wäre es doch, wenn man kleinere Hecken nimmt, allenfalls niedrigere Mauern baut und vielleicht das ein oder andere mal einfach den Vorhang zuzieht.

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