Mittwoch, 6. Juni 2012 von Nils Horst

Die kreativen Hersteller...

Nur noch wenige Tage müssen wir warten, bis das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft (EM) 2012 zwischen Polen und Griechenland stattfindet. Die Vorfreude auf die EM in Polen und der Ukraine wächst. Immer mehr Deutschlandfahnen sind zu sehen, die Autofahrer haben ihre Autos mit Fähnchen geschmückt. Auf den Bolzplätzen kicken die Jugendlichen in den Nationalmannschafts-Trikots. Ja, man kann es erkennen: Das große Volksereignis steht unmittelbar bevor.

Nicht mehr wegzudenken sind die beliebten schwarz-rot-goldenen Fan-Utensilien. Bei meinem jüngsten Supermarktbesuch musste ich feststellen, dass sich die Hersteller der Fanartikel mit jedem Turnier kreativer zeigen. Wer ein Fußball-Grillfest organisieren will, hat buchstäblich die Qual der Wahl. Neben Papptellern in den Nationalfarben gibt es EM-Bratwürste, schwarz-rot-goldene Grillzangen, Schürzen mit den Köpfen des Nationalteams und vieles mehr... Auch die Bäcker zeigen sich kreativ und backen Brote in der Form eines Fußballs.

Doch was nützen diverse Fan-Utensilien, wenn das Team von Bundestrainer Joachim Löw nicht den gewünschten Erfolg hat? Ich auf alle Fälle genieße das Turnier und sein besonderes Flair auf den Straßen, in den Kneipen und mit meinen Freunden bei Grillfesten. Für ein gemütliches Brutzeln im Freien benötige ich keine EM-Bratwurst oder gar einen schwarz-rot-goldenen-Pappteller. Herstellerideen hin oder her...

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Mittwoch, 23. Mai 2012 von Nils Horst

Bunte Dirndl in allen Formen

Frühlings- und Volksfeste sind ohne das klassische Dirndl und die Lederhose kaum noch vorstellbar. Längst hat dieses traditionelle Kleid über die Grenzen Bayerns hinaus Fans gefunden. Auch ich habe dieses Phänomen beim Besuch des Stuttgarter Frühlingsfestes abermals festgestellt. Ob in der Schlange vor dem Bierzelt, in luftiger Höhe im Kettenkarussell oder vor dem bunten Süßwarenstand – wohin man blickt, Dirndl in allen Farben und Formen. Der Trend hat sich längst etabliert. Vor etwa fünf Jahren war das noch anders. Hat man eine Lederhose getragen, wurde man komisch angeschaut. Heute tragen Jung und Alt die Tracht. Doch worauf ist das Phänomen zurückzuführen?

Für die Münchener Ethnologin Simone Egger kommt es daher, dass die „Gesellschaft immer mobiler und flexibler wird und gleichzeitig doch nach Formen sucht, die identifizieren lassen“. Zwar gebe es den Trend zur Tracht noch gar nicht lange. „Werte wie Heimat und Tradition werden aber gerade dann spürbar wichtiger, wenn vor allem die Flexibilität weltweit anwächst.“ Ich kann ihr nur zustimmen.

Als bei meinem jüngsten Wasenbesuch einer meiner Freunde mit Lederhose und Trachtenhemd vor mir stand, musste ich staunen. Ich kenne ihn nur mit Anzug und Krawatte, weil er beruflich von einer Großstadt in die andere muss. Seine Antwort trifft die Aussage der Wissenschaft: „Warum nicht, schließlich gehört das zu uns und der Region“. Ich bin auf alle Fälle gespannt, wie viele junge Leute beim Balinger Volksfest Dirndl und Tracht tragen.

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Mittwoch, 9. Mai 2012 von Nils Horst

Gyros und Tanzen

„München ist Schickimicki. München ist Promistadt. Am Türsteher des P1 kommt niemand vorbei“. Über keine andere Stadt kursieren so viele Mythen. Trotz allem bietet die bayrische Landeshauptstadt für ihre Besucher aber auch viele Überraschungen. Als ich am vergangenen Wochenende meine Freundin dort besucht habe, sind wir zusammen am Abend nach einer „Sightseeing-Tour“ mit Bekannten in ein griechisches Restaurant gegangen. Eigentlich nichts Spektakuläres, wäre da nicht dieses gewisse Extra, für das Großstädte stehen, gewesen. Ohne Vorkenntnis sind wir in ein für mich unscheinbares griechisches Restaurant gegangen. Beim bloßen Essen blieb es aber nicht. Noch während die Hauptspeise an unseren Tisch kam, wurde das Licht gedämpft und die Musik etwas lauter gedreht. Das Restaurant verwandelte sich in einen Saal mit ausgelassener Stimmung. Die Kellner sangen und tanzten, animierten ihre Gäste zum Mitmachen. Während manche Gäste bereits auf den Tischen tanzten, waren andere noch am Essen oder bekamen ihren Gyros-Teller. Es herrschte ausgelassene Stimmung, es wurden Servietten geworfen, Polonaisen durch das Restaurant gemacht... Das Konzept wird belohnt. Das Restaurant ist voll. Etliche Gäste stehen an und warten, bis etwas frei wird. Wir haben den Abend sichtlich genossen. Schließlich isst man ja nicht jeden Tag sein Gyros inmitten von tanzenden und singenden Kellnern, die einen zum Mitmachen animieren.

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Donnerstag, 19. April 2012 von Nils Horst

Unterhaltung ohne Strom

Sonntagabend, 20 Uhr. Nach einem schönen Ausflugstag setze ich mich am Abend gemütlich auf mein Sofa. Noch eine Viertelstunde bis zum Tatort mit meinen Lieblingskommissaren aus Münster. Die Titelmelodie erklingt. Doch plötzlich macht es „knack“– und der Bildschirm samt aller Lichter im Haus sind Dunkel. Stromausfall im ganzen Dorf. Ich taste mich über den Wohnzimmertisch und suche mein Handy. Mit ein paar Klicks leuchtet die Taschenlampe auf. Ein Blick aus dem Fenster verrät mir, dass auch die Nachbarschaft die gleiche Idee hatte. Man hätte meinen können, dass Hochkonjunktur für Einbrecher herrscht. Mit der Handy-Taschenlampe in der Hand suche ich einige Kerzen, die den Raum erhellen. Doch der Fernseher bleibt dunkel. Was tun?

Zusammen mit meiner Freundin trinke ich gemütlich ein Glas Wein, wir reden über dies und das und lesen gemütlich in unseren Büchern. Auch wenn ich den Tatort gern geschaut hätte, so muss ich sagen, dass diese Abendgestaltung etwas hatte. Gerade in der heutigen Zeit, in der wir uns an die moderne Technik gewöhnt haben und sie kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken ist, können ein paar Stunden ohne Strom und Unterhaltung aus der Röhre wirklich schön und vor allem besonders sein. Gerne wieder.

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Mittwoch, 11. April 2012 von Nils Horst

Der Kampf um den Hasen

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch der Osterhase. Man freut sich auf gemütliche Tage in der Familie mit leckerem Essen. Meine Vorfreude auf das Osterfest wurde am vergangenen Samstag jäh gebremst. Wie viele andere musste auch ich mich noch auf den Weg zum Einkaufen machen. Schon kurz nachdem ich den Supermarkt betreten hatte, war mir klar, dass dieser Einkauf kein normaler werden würde. Es herrschten Verhältnisse wie auf einem Basar. Man hätte meinen können, dass eine Katastrophe bevorsteht und es ab morgen nichts mehr einzukaufen gibt. Wie verrückt machte sich die einkaufswütige Meute über die Ware her. Als ich mich zum Osterhasen-Regal vorgekämpft hatte, war die Auswahl nicht mehr groß. Gerade einmal einer lachte mich noch an. In dem Moment, als ich den Hasen greifen wollte, schnappte ihn eine Dame vor meinen Augen weg, grinste mich an und sagte „Pech gehabt“. Dreister geht es nicht!, aber wohl Realität so kurz vor den Feiertagen. Anstatt eines großen Schoko-Osterhasen verschenkte ich einen in Miniaturform. Ich werde meine Besorgungen das nächste Mal auf alle Fälle vor den Feiertagen machen. Denn nichts ist schlimmer als der Kampf um den Hasen.

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Und was lernen Sie daraus ?

Sie sind leider nicht besser wie der ganze Ostermob, der am Samstag die Läden überfällt und sich dann beschwert, dass er nichts mehr bekommt bzw. ihm etwas weggeschnappt wird.
Vielmehr sind Sie ein Problem desselben und jeder der an Tagen wie diesem einkaufen gehen will/muss.

Ach ja, wir waren bereits am Mittwoch beim einkaufen und Sie werden es nicht glauben, wir haben bis heute überlebt ! Unglaublich nicht.

Fazit: Man darf sich niemals über derartige Vorkommnisse aufregen, da man als Betroffener gleichzeitig Täter ist.

Tim Mahler am 11.04.2012 15:55:24