Donnerstag, 17. Oktober 2013 von Jasmin Alber

Invasion der Kürbisse

„Frische Kürbissuppe“ prangt auf sämtlichen Menükarten, Rezepte für Kürbisstrudel, Kürbisauflauf und Kürbiskuchen gibt es zuhauf in Fernseh-Kochsendungen und Zeitungen. Sogar ein Hochglanz-Modemagazin pries das orangegelbe Gewächs in der jüngsten Ausgabe als wahres Multitalent an. War das schon immer so? Mir scheint nämlich, dass Kürbisse erst seit ein, zwei Jahren ziemlich „hip“ sind. Und zwar nicht als gruselig-geschnitzte Laterne oder als Dekogegenstand, sondern auf dem Teller – möglichst noch in einer außergewöhnlichen Form. Die guten alten, allerdings meist namenlosen Gartenkürbisse weichen scheinbar den Trendmodellen „Hokkaido“, „Squashy“ und „Butternut“. Keine Frage, lecker sind die daraus zubereiteten Gerichte allemal. Dass es aber Sekt, Marmelade oder sogar Eiscreme in der Geschmacksrichtung Kürbis gibt, hat mich einigermaßen überrascht. Bei näherer Betrachtung ergibt das aber Sinn: Denn sogar der zentnerschwere Wettbewerbskürbis zählt – rein botanisch gesehen – zu den Beerenfrüchten. „Artgenossen“ des Kürbisses sind im Gegensatz zu Erd- und Himbeeren übrigens Paprika, Banane und Zitrusfrüchte. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Dienstag, 8. Oktober 2013 von Jasmin Alber

Auf den Fersen

Haben Sie am Freitag ein besonderes Verhalten bei Ihren Mitmenschen bemerkt? Nein? Ich auch nicht. Gerade am Welttag des Lächelns hätte ich ehrlich gesagt mit etwas mehr, naja, Lächeln und Rücksicht gerechnet. Beim Einkauf zum Beispiel. Nach Feierabend hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass der große Ansturm bereits vorbei ist. Pustekuchen! Da war ich wohl nicht die Einzige mit der glorreichen Idee, den Nachmittagszulauf umgehen zu können. Trotz relativ später Stunde waren die Gänge zwischen den Regalen von Einkaufswagen regelrecht zugeparkt; fast so, als gäbe es eine Woche lang nichts mehr zu kaufen. Nach scheinbar ewig dauerndem Einkaufs-„Vergnügen“ habe ich meine Lektion gelernt: Liegt zwischen Feiertag und Wochenende ein Arbeitstag, Einkaufsmärkte meiden. So spare ich mir nicht nur das lange Warten, vor allem beim Bezahlen – wobei man den Kassierern bei der riesigen Anzahl an Kunden keinerlei Schuld geben kann –, sondern auch den Ärger über manche Miteinkäufer. Denn wenn der Wagen meines „Hintermanns“ beinahe an meine Knöchel stößt oder ich den Atem des hinter mir Wartenden fast schon auf den Schulter spüren kann, reißt bei mir der Geduldsfaden. Und das eigentlich nicht nur während der Rushhour im Supermarkt, sondern generell in Warteschlangen. Schneller geht es deshalb nämlich gewiss nicht . . .

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Samstag, 31. August 2013 von Jasmin Alber

Musikalischer Wahlkampf

Dieses Mal wird's musikalisch. Popsongs und Schlager haben die Politiker landauf, landab, von der Kommunal- bis zur Bundesebene, offenbar für sich und ihre Zwecke entdeckt. Wer kann positiv gestimmte und zuversichtliche Lieder nicht besser nutzen, als die Politik? Für das „Anheizen“ bei Wahlkampfveranstaltungen bedienen sich gerade die größten deutschen Parteien gerne in der (deutschen) Musikschublade. Sehr zum Ärgernis der Interpreten. Eine Bürgermeisterin aus Niederbayern, die Ex-CSU- und jetzige FDP-Politikerin Josefa Schmid, coverte wohl zur Wählergewinnung für die anstehenden Landtagswahlen den Rainhard-Fendrich-Hit „Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk“, stellte ihn online – und kassierte eine Unterlassungsklage. Ein Lied der Toten Hosen, die Vorzeigepunks schlechthin, wurde – Achtung, Ironie! – auf Wahlkampfveranstaltungen von SPD und CDU gespielt. Campino und Band waren darüber ganz und gar nicht erfreut, teilten in einer Pressemeldung mit, dass ihnen letztlich egal sei, ob ihre Musik in Festzelten auf dem Oktoberfest oder in typischen Punkschuppen gespielt werde. Klares „No-Go“ seien allerdings politische Events. „Tage wie diese“ darf demnach nicht mehr aus den Lautsprechern neben Steinbrück, Merkel und Co. schallen. Aber es gibt ja noch eine Menge Alternativen. Immerhin haben zum Beispiel die Stones vor zig Jahren ein Lied namens „Angie“ herausgebracht . . .

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Freitag, 16. August 2013 von Jasmin Alber

Fünf Wünsche an Laurentius

Die (Hobby-)Astronomen, die dieser Tage abends zur Sternwarte in Brittheim kamen, hatten ebensolches Pech wie viele andere Himmelsgucker im Raum Balingen: Wolken verwehrten vielerorts die Sicht in den Sternenhimmel. Auf den Anhöhen des Heubergs, genauer gesagt auf rund 900 Metern über dem Meer, war die Aussicht nach oben spektakulär. In der sternenklaren Nacht konnte man das Weltall weinen sehen. Nun ja, zumindest die „Tränen des Laurentius“ beobachten. Nach diesem Märtyrer sind, ob seines Namenstags am 10. August, die Sternschnuppennächte Mitte des Sommermonats benannt. Unzählige weiße Punkte funkelten am Himmelszelt um die Wette, was allein schon beeindruckend war. Und dann, trotz Ankündigung, kam sie völlig unerwartet: Die erste Sternschnuppe. Auch wenn man nach Mitternacht offenbar die besten Chancen hat, einen Meteor, wie diese Himmelserscheinungen im Fachjargon korrekt heißen, zu sehen, hatte man auch zu früherer Stunde schon Erfolg. Fünf habe ich insgesamt beobachtet, und fünfmal habe mir etwas gewünscht. Um die Chancen zu erhöhen, natürlich immer dasselbe und nicht verschiedene Dinge. Man will ja nicht gierig sein . . . Nun hoffe ich, dass es nicht nur Weltraumschrott war, der beim Eintritt in die Atmosphäre verglühte. Auch dieser sieht nämlich laut erfahrenen Himmelsobservatoren meist wie eine Sternschnuppe aus – hat aber bestimmt nicht die „Kraft“, Wünsche zu erfüllen.

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Samstag, 10. August 2013 von Jasmin Alber

Hochsaison für die Gestreiften

Derzeit kommt man an keiner Kaffeetafel, keinem Eiscafé und keinem Imbiss vorbei, ohne auf Tuchfühlung mit den Gestreiften zu gehen. Nein, damit meine ich weder modisch in mehr oder weniger figurfreundliche Längs- respektive Querstreifen gekleidete Menschen noch irgendwelche Dekorationen. Vielmehr darf man allerorten die Gesellschaft von schwarz-gelben Insekten genießen. Während ich Bienen bisher gerne gewähren ließ, hatte ich eine Abneigung gegen die – zurecht ? – als aggressiv charakterisierten Wespen. Bis ich durch Zufall auf ein Infoblatt über die intelligenten und fleißigen Gattungsgenossen der Honiglieferanten gestoßen bin. Meist kennt man sie wegen ihren heimtückischen Stichen (glücklich kann sein, wer nicht allergisch reagiert). Aber was machen sie sonst, die Tierchen, die ob ihrer filigranen Figur Namensgeber für die Wespentaille sind? Die Antwort ist einfach: Essen. Und zwar nicht nur unsere süßen Sommererfrischungen, sondern hauptsächlich Blattläuse und weitere Pflanzenschädlinge. Wespen sind demnach ein Indikator für ein gesundes Ökosystem. Wären sie nicht, gäbe es eine wahre Schädlingsplage, prophezeien Experten. Eben jene geben außerdem den Tipp, nicht hektisch um sich zu schlagen, wenn eine Wespe im Anflug ist, und darauf zu achten, dass sie nicht in den Mund oder die Luftröhre gelangen (falls sie doch einmal zustechen sollten). Und sollte sich ein Wespenvolk einquartiert haben, ist Hilfe vom Profi angesagt, so die einhellige Meinung von Kammerjägern und Imkern. Selbst Hand anzulegen, um die Insekten aus Rollladenkästen oder Verschalungen zu vertreiben, kann nämlich ganz schön schmerzhaft werden.

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