Freitag, 14. Januar 2011 von Jasmin Alber

Autofahrer oben ohne

Die ersten Sonnenstrahlen aus blauem Himmel lockten diese Woche schon wieder viele Stubenhocker nach Draußen. Wie ich haben sie wohl mit Wintersport nicht viel am Hut und bleiben bei Schnee und Eis lieber im Warmen, um sich zum Beispiel hinter ein Buch zu verkriechen. Mit dauerkalten Händen und Füßen bevorzuge ich das leider oft auch bei winterlichem Sonnenschein, um der Kälte zu entgehen. Was mich deshalb etwas erstaunte, als ich kürzlich Richtung Ebingen fuhr, war der Sportwagenfahrer vor mir. Ihnen wird ja oft nachgesagt, rücksichtslose Raser zu sein, doch der Fahrer des schicken, silbernen Zweisitzers mit Lindauer Kennzeichen vor mir genoss unsere schöne Alblandschaft gemächlich – oben ohne. Dick eingepackt mit Ledermütze, Handschuhen und wahrscheinlich voll aufgedrehter Heizung, nutzte der Fahrer die wesentlichste Eigenschaft seines Cabrios bei dem schönen Wetter mit immerhin ganzen zwei Plusgraden vollkommen aus. Als dann etwas später der Schneeregen einsetzte, musste ich im gut beheizten Büro kurz an ihn denken. Ob er wohl mittlerweile sein Ziel erreicht hat? Oder musste er anhalten, um sich vor dem kalten Nass zu schützen?

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Dienstag, 14. Dezember 2010 von Jasmin Alber

Post an das Christkind

In der Vorweihnachtszeit entkommt man ihnen kaum, den beleibten Weihnachtsmännern im roten Kostüm. Die Coca-Cola-Werbefigur aus den 1930er-Jahren grinst auch in Deutschland aus Schaufenstern, von Karten und Geschenkpapier oder sogar als überlebensgroße Dekopuppe aus den Gärten. Ich bin zwar nicht sonderlich bibelfest, aber eines weiß ich: zur Geburt Jesu kam weder ein korpulenter Weißbärtiger mit Geschenkesack, geschweige denn eine Rentierarmada mit seltsamen amerikanischen Namen. Mir stellt sich nun die Frage, warum das Christkindle nicht auch zur Weihnachtszeit viel präsenter ist und dadurch – meiner Meinung nach verdienterweise – mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommt? Man könnte es mit der Universal-Entschuldigung „Globalisierung“ erklären. Aber darf das gute, alte Christkindle, dessen Geburt wir ja an Weihnachten feiern, einfach in den Hintergrund gerückt werden? Warum also nicht einmal einen Wunschbrief ans Weihnachtspostamt schreiben? An das Christkind, Kirchplatz 3 in 97267 Himmelstadt – bis 17. Dezember mit gut lesbarem Absender losschicken und in den meisten Fällen flattert die Antwort schon wenige Tage später ins Haus.

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