Dienstag, 21. Juni 2011 von Jasmin Alber

Woodstockflair im Regen

Neuhausen ob Eck hat rund 2 500 Einwohner. Eigentlich. Doch am Wochenende verliehen Musikfreunde aus ganz Europa dem Dorf wieder einen Hauch Woodstock-Flair. Zehntausende, vom Normalo bis zum schrägsten Vogel, feierten gemeinsam eine große Party – auf der Südseite des Lebens eben. Dass Gummistiefel oder improvisiertes Schuhwerk zeitweise knöcheltief im Matsch steckten und das Zelt vielleicht schon unter Wasser stand, schien niemanden zu stören. Viele Bands heizten der Menge ordentlich ein und machten dadurch das eigenwillige Wetter wett. Jedes Mal, wenn die Sonne durch die Wolkendecke blitzte, jubelte das zeltende Volk. Der Regenbogen bekam sogar Sonderapplaus. Nicht nur die Bilanz von Polizei und Rettungsdienst belegt, dass das Festivalwochenende friedlich verlief. Auf dem Campingplatz ist das nicht anders. Man leiht vom Zeltnachbarn einen Dosenöffner, um in den Genuss der obligatorischen Ravioli zu kommen, und sieht ihm auch laute Musik nach, wenn man eigentlich schlafen möchte. Dennoch bin ich wohl nicht die einzige der Festivalbesucher, die sich nach Regen, Kälte und dem Muskelkater vom Matschwaten – der einmaligen Stimmung zum Trotz – sehr auf die warme Dusche und das kuschelige Bett gefreut hat. Und ich werde sicherlich bald an den Satz denken, den ich aufgeschnappt habe: „Jetzt ist das Southside vorbei, dann kann der Sommer ja wieder kommen“.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 21. Mai 2011 von Jasmin Alber

Hatschi und Gesundheit!

Von Null auf 150 Stundenkilometer in wenigen Sekunden und das alles auf kürzestem Weg – nein, das schafft nicht nur der neueste Sportwagen, sondern auch unser Körper. Und zwar in der Nase. Meist kribbelt es in den unpassendsten Momenten. Versuche, es aufzuhalten, sind zwecklos: das Niesen. Vor allem in den kommenden Wochen und Monaten werden Pollen und Heu bei vielen wieder für die ein oder andere Attacke sorgen. Wie man sich dabei richtig verhält, fragte ich mich in letzter Zeit des öfteren, auch wenn ich nicht direkt betroffen bin. Adolph Freiherr Knigge kann da bestimmt helfen, dachte ich, denn bis heute sind die meisten seiner „Regeln“ gültig; wurden teils sogar an die modernen Ansprüche des 21. Jahrhunderts angepasst. Zum Niesen heißt es: „Muss man selbst oder aber eine andere Person in einem Raum niesen, ignoriert man dies als einen unerheblichen Zwischenfall. Dieser sollte nicht durch ein schallendes ,Gesundheit!' zu einem Drama gesundheitlichen Verfalls verfremdet werden.“

Da ich jedoch am Niesen nichts Dramatisches finden kann, geschweige denn Heuschnupfen als gesundheitlichen Verfall erachte, konnte Herr Knigge keine für mich nachvollziehbare Antwort geben. In diesem Sinne „Hatschi und Gesundheit!“ Auf dass die Heuschnupfenzeit für alle Allergiker möglichst kurz sein werde und die nächste Niessaison im Herbst noch lange auf sich warten lasse.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 6. April 2011 von Jasmin Alber

Royale Panne

Der große Tag rückt näher. Ende April heiraten Kate Middleton, die der Etikette wegen jetzt nur noch als Catherine angesprochen werden möchte, und Prinz William – endlich! Die Queen hat aus Platz- und Kostengründen eine 3D-Übertragung der Zeremonie abgelehnt. Nach wie vor ist nicht bekannt, welcher Designer das Kleid entworfen hat. Ein Plattenlabel möchte sogar eine Aufzeichnung der Hochzeitsfeier als CD vertreiben. Dem königlichen Ja-Wort steht nun nichts mehr im Wege. Ob es ein schlechtes Omen für die Hochzeit ist, dass Sonderbriefmarken mit Prinz Williams Kopf mit dem falschen Geburtsdatum versehen wurden, wird sich zeigen. Den Clou aber brachte ein Hersteller der bekannten englischen Souvenir-Teller.

Der „Designer“ hat entweder geschlafen, keine Kenntnis über die Monarchen in seinem Land oder schlichtweg Humor, ziert doch den kitschig-hübschen Wandschmuck aus Porzellan das Gesicht von Kate – pardon, Catherine – und Prinz Harry. Peinlich für die Firma, gewiss ärgerlich für „Königs“, amüsant für Außenstehende. Meiner Meinung nach ist der jüngere Prinz, trotz oder gerade wegen nicht standesgemäßen Verhaltens (man erinnere sich an Partybilder, auf denen der Thronfolger sich sichtlich amüsiert) sowieso der sympathischere von beiden.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 11. März 2011 von Jasmin Alber

Frühlingsgefühl

Jetzt geht es wieder los – das große Frühlingserwachen. Die ersten Vorboten waren in dieser Woche deutlich zu spüren: Sonnenschein, angenehmere Temperaturen und gut gelaunte Menschen, die ihren ersten Kaffee oder gar ein Eis im Freien genießen konnten. Für die Laune und Motivation ist außerdem förderlich, dass es morgens früher und abends länger hell ist. Sogar ein Vogel, bei dem scheinbar auch die Frühlingsgefühle ausgebrochen sind, zwitschert in den letzten Tagen wohl seiner Liebsten gerne ein Ständchen. Ohne ornithologisches Fachwissen freute ich mich zunächst darüber, dass dieser Piepmatz so viel Einsatz und Ausdauer zeigte. Diese Freude legte sich allerdings am vierten Morgen, als um halb sechs das Gepiepse wieder begann – direkt vor dem Fenster und das an einem Sonntag. Noch einige Tage lang hatte ich morgens meinen naturverbundenen und durchaus pünktlichen Wecker. Seit gestern allerdings hat er sich ein anderes Plätzchen gesucht. Vielleicht ja zusammen mit Frau Vogel? Nun muss ich mich wohl wieder auf die Technik verlassen. Und kann endlich wieder ein bisschen länger schlafen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 18. Februar 2011 von Jasmin Alber

Haarige Entscheidung

Morgens vor dem Spiegel – eine Situation, die wohl jede Frau mit Haaren ab Schulterlänge kennt: Was fange ich mit den oftmals eigenwilligen Strähnen heute an? Wenn es draußen kalt ist, trage ich das Haar, sozusagen als natürlichen Ohrenwärmer, am liebsten offen, was die Sache mit der Frisur um einiges erleichtert. Manchmal bevorzuge ich aber eine nackenfreie, gebändigte Version. Unabhängig, ob „Bad Hair Day“, ein wichtiger Termin oder ganz normaler Alltag ansteht, lege ich mich meist spontan fest. Dabei stellt sich neben dem Ob durchaus auch die relevante Frage des Wie.

Pferdeschwanz geflochten, gesteckt, gezwirbelt oder geknotet? Trage ich heute Scheitel oder – mal ganz seriös – das Haar straff nach hinten gebunden? Und ist auch diese schwierige Entscheidung gefallen, ergibt sich prompt die nächste. Denn nach all den Überlegungen und oft minutenlangem Ausprobieren muss das Gebinde ja auch noch fixiert werden. Hier sind der Fantasie wieder keine Grenzen gesetzt, gibt es doch Haargummis in den verschiedensten Variationen und Farben, Kammern, Spangen oder Neuheiten wie die „unsichtbare Plastikschnecke“ als Zopfhalter. Wenn die Frisur schließlich fertig ist, gefällt und sitzt, steht nur noch die Frage im Raum: Was ziehe ich heute eigentlich an?

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.