Freitag, 15. Januar 2010 von Zora Bombach

Es ist einfach nicht dasselbe

Vier kleine rote Kerzen auf einem Alukästchen. Ein tannengrüner Christbaum mit unzähligen schimmernden Anhängern. Freundlich lächelnde Menschen, wohin man auch geht. Selbst drei Geschenke darf ich auspacken.

Aber es ist nicht dasselbe wie sonst. Der Christbaum ist aus Plastik und die Geschenke sind von Freunden und Verwandten, die tausende Kilometer entfernt in ihren Wohnzimmern sitzen. Das einzig wirklich weihnachtliche auf einer Insel in Thailand sind die Erinnerungen an zu Hause. Bitterkalt muss es draußen sein, erst dann wärmen Adventskerzen. Und der Christbaum muss echt sein, selbst geschmückt mit Kugeln und Strohsternen aus der Weihnachtskiste vom Dachboden. Die Geschenke packt man nicht alleine aus, sondern gemeinsam mit der Familie und voller Vorfreude auf das besondere Weihnachtsessen...

Wenn einem dann bei diesen Erinnerungen ganz warm wird in der Brust, dann ist selbst auf einer Insel in Thailand ein bisschen Weihnachten.

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Dienstag, 12. Januar 2010 von Zora Bombach

Weltbekannt

Nach Thailand zieht es Reisende aus aller Welt. Auf einer Insel nahe der burmesischen Grenze habe ich vier junge Schweden getroffen, die wie ich in die Hitze der Tropen geflüchtet sind - Johann, Otto, Alexander und der zweite Johann. Ob sie Balingen kennen? Die Antwort überrascht mich: „Natürlich!“, erklären sie mir. Wenn sie nun Stuttgart oder Tübingen gekannt hätten . . . Aber Balingen? „Wir machen dort 2010 sogar Urlaub“, erklärt mir Johann. Ich muss ihn ziemlich ungläubig angesehen haben, denn er und seine Freunde lachen laut los. „Na' zum Bang Your Head, das kennt hier jeder Metal-Fan“.

Die vier sind schon richtig neugierig auf die Stadt, in der so Musik-Größen wie Deep Purple oder Alice Cooper gespielt haben. Und wie ich die Balinger kenne, freuen sie sich auch schon auf das lustige Völkchen, das Mitte Juli ihr Städtchen etwas bunter machen wird.

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Donnerstag, 8. Oktober 2009 von Zora Bombach

Im Land der Sterneköche

Noch immer zehre ich von den schönen Erinnerungen des Royan-Besuchs vor wenigen Wochen. Eine widerliche Kleinigkeit verfolgt mich allerdings. Was denn so schrecklich gewesen sein kann, bei einem Besuch im Land der Sterneköche, werden Sie sich fragen.

Ein Erklärungsversuch: Man hatte mich vor der Abfahrt vielfach gewarnt, was die kulinarischen „Genüsse“ anbelangt. Mindestens eine Auster müsse man dort verspeisen. Was für Aussichten – ich hasse Muscheln! Nach dem ersten Abendessen mit meiner Gastfamilie hatte ich die Warnungen vergessen. Denn was mir da aufgetischt wurde, schmeckte ausnahmslos hervorragend.

Dann aber kam der Sonntag. . . Drohend kündigten auf der Fahrt zur „Cabanne“, der Austernfischerhütte, große farbige Abbildungen von den „exquisiten“ Meeresfrüchten. Mit Händen und Füßen versuchte ich mich gegen die Kostprobe zu wehren. Es gibt Dinge, die muss man nicht probiert haben! Meine gute Erziehung siegte jedoch. Angeleitet von erfahrenen Royan-Besuchern löste ich meine Auster aus der Schale, um sie sodann zu „genießen“, aus reiner Höflichkeit, versteht sich.

Wie sie geschmeckt hat? Das kann ich Ihnen beim besten Willen nicht sagen. Ich schluckte das glibberige Zeug einfach runter! Es war nämlich meine erste und letzte Auster. . .

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Freitag, 11. September 2009 von Zora Bombach

Vertraute Fremde

Immer wieder sehe ich vermeintlich Fremde, die ich nicht recht einordnen kann. Ich weiß genau: „Dich hab' ich schon mal irgendwo gesehen!“ Aber wo?

Eine dieser mir so vertraut erscheinenden Fremden finde ich besonders faszinierend. Gestern, auf dem Weg zu Arbeit, habe ich sie wieder gesehen. Die junge Frau mit den langen braunen Haaren und den gelben Kopfhörern. Jeden Tag sehe ich sie an einer anderen Stelle in Balingen. Immer hat sie ihre Handtasche locker am rechten Arm baumeln, immer scheint sie in Gedanken versunken. Sie strahlt eine Ruhe und Gelassenheit aus, die ich bei anderen Passanten selten entdecke.

Ich war schon oft kurz davor anzuhalten und sie auf einen Kaffee einzuladen, weil ich sie so faszinierend finde . . . „Wie heißt du? Welche Musik hörst du? Was bewegt dich? Wo gehst du hin? “, möchte ich sie fragen. Doch dann fahre ich weiter. In der Hoffnung, dass ich sie am nächsten Tag wiedersehe und die Chance bekomme, doch anzuhalten und sie kennen zu lernen . . . Sobald ich mich getraut habe, erzähle ich Ihnen davon!

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Freitag, 12. Juni 2009 von Zora Bombach

Flädle oder Pfannkuchen ?

Zur diesjährigen Spargelzeit entflammte in meiner Familie eine rege Diskussion über die Teigfladen, mit denen wir unser „königliches Gemüse“, ob saftig weiß oder knackig grün, zu umwickeln pflegen. Mh, lecker: Eine Scheibe Kochschinken, drei gegarte Spargelstangen und ein großer Klecks cremiger Sauce Hollandaise, alles zusammen eingewickelt in . . . Ja was denn nun? In Eierkuchen???

Der eine Teil unserer sonntäglichen Familienrunde, zum Teil mit Ebinger Wurzeln, besteht auf der Bezeichnung „Pfannkuchen“. Der andere Teil, mit Wurzeln in Ludwigsburg, besteht darauf, das Gebäck „Flädle“ zu nennen. Dem haben die Ebinger striktes entgegen zu setzen: „Flädle sind in Streifen geschnittene Pfannkuchen - vor dem Schneiden, also am Stück, ist und bleibt es ein Pfannkuchen!“. Ich für meinen Teil schwanke: Einerseits hätte man mit „Flädle“ als Einheitslösung dem schwäbischen Dialekt geschmeichelt. Andererseits würde die Aufteilung in zweierlei Begriffe die Unterscheidung erleichtern.

Letztendlich konnten wir auch in der Familienrunde keine Einigung erzielen. Zwar gibt Wikipedia den schwäbischen Flädle-Liebhabern Recht . . . Bei uns gibt es aber weiterhin beides und somit viel Diskussionsstoff für das nächste gemeinsame Spargelessen.

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