Mittwoch, 12. Mai 2010 von Andreas Westerhausen

Regentropfen, die an . . .

Kaum hat der Mai begonnen war Regen angesagt, in allen Spielarten und ohne eine Mengenbegrenzung. Zugegeben Mairegen soll schön machen, aber gilt das auch für Regen bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius. Und mal ganz ehrlich wer will schon so schön werden, dass es des ganzen Regens bedurft hätte.

Die Sonne entwickelt sich immer mehr zum unbekannten Wesen und das in einem Sonnenjahr nach dem hundertjährigen Kalender. Eigentlich sollte eine Sonnenjahr nach dem 100-jährigen Kalender mäßig warm, dafür aber hauptsächlich trocken sein. Mäßig warm stimmt ja, aber trocken sieht anders aus.

Aber glaubt man den Bauernregeln dann bringt Mairegen, Segen. Oder anders ausgedrückt: „Ist der Mai kühl und nass, füllt es dem Bauern Scheune und Fass. In die gleiche Kerbe schlägt auch : „Regen genug im Mai gibt dem ganzen Jahr Brot und Heu“. Unter dem Aspekt betrachtet hat der lang anhaltende Regen ja auch was Gutes und lässt sich so besser ertragen.

Hoffnung spendet auch die Wetterregel: „Heiliger Johann Nepomuk (16. Mai), treib uns die Wassergüss zurück.“ Tröstlich auch, dass jede Regenperiode einmal aufhört und die Hoffnung auf das nächste Azorenhoch stirbt zuletzt. Ob ich dann jedoch noch meinen Rasen mähen kann steht in den Sternen.

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Freitag, 19. März 2010 von Andreas Westerhausen

„Veronika, der Lenz ist da. . .

. .die Mädchen singen trallala“. Nicht nur die Mädchen werden trallala singen, wenn am Wochenende der Frühling Einzug hält. Nach dem meteorologischen Frühlingsanfang Anfang März ist es endlich auch im Kalender soweit, der Frühling kommt. Bei den eher winterlichen Temperaturen war von ihm bis jetzt wenig zu spüren. Deshalb werden seine wärmenden Sonnenstrahlen aller Orten sehnlichst erwartet.

Auch nach dem phänologischen Kalender zieht der Vorfrühling langsam in unsere Region ein, die Hasel- und Schneeglöckchenblüte zeigen dies an. Im Unterschied zu den astronomischen oder kalendarischen Jahreszeiten stehen die phänologischen Jahreszeiten nicht auf den Tag genau fest, sondern sind abhängig von den Jahr für Jahr zu unterschiedlichen Terminen einsetzenden Entwicklungen in der Natur. Jeder phänologischen Jahreszeit sind deshalb Zeigerpflanzen zugeordnet, die das Jahr in zehn biologisch begründete „phänologische Jahreszeiten“ einteilen.

Wichtige Wetterlostage für die Bauern um den Frühlingsanfang sind der Josefstag (19. März) und Maria Verkündigung (25. März). Bei schönem Wetter an diesem Tag folgt ein fruchtbares Jahr. Bleibt zu hoffen, dass der Frühling, wie der Dichter schon sagt, endlich sein blaues Band lässt flattern durch die Lüfte.

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Donnerstag, 31. Dezember 2009 von Andreas Westerhausen

Tage zwischen den Jahren

Nun ist sie wieder da, die dunkle Zeit, die Zeit zwischen den Jahren, die Zeit der Raunächte. Schon immer hatten die zwölf Nächte vom 25. Dezember bis zum 6. Januar eine besondere Bedeutung. So glaubten schon die alten Germanen, dass in dieser Zeit Odins wildes Heer umherzieht. In manchen Sagen ist davon heutzutage noch die Rede.

Mehr zum christlichen Kulturgut zählt das Ausräuchern von Stube und Stall, um die bösen Geister zu bannen. In manchen Gegenden wird dazu ein geweihter Palmbuschen oder Weihrauch genommen. Die zwölf Raunächte eigenen sich auch zum Orakeln. Neben dem Verlauf des Jahres soll sich vor allem das zu erwartende Wetter widerspiegeln. Jede Raunacht steht dabei für einen Monat. Wenn ich an die letzten Tage zurückdenke – dann Prost Mahlzeit für das Wetter im nächsten Jahr! In manchen Gegenden gelten die Vorhersagen jedoch nur, wenn der 6. Januar trocken bleibt – schneit oder regnet es, sind die Vorhersagen nicht zutreffend. Beliebt ist es auch, nach alter Bauernweise in dieser Zeit zwölf gleich große Zwiebelschalen aufs Fensterbrett zu legen und diese mit Salz zu bestreuen. Die Zwiebelschalen mit dem meisten Wasser zeigen die regenreichsten Monate an.

In der Zeit der Raunächte galt es, sich ruhig und still zu verhalten und keine wesentlichen Arbeiten zu verrichten. Zu den Verhaltensregeln zählte, in dieser Zeit nicht die Tür zuzuschlagen, da ansonsten im nächsten Jahr mit Blitz und Donner zu rechnen ist. Außerdem musste mit Fingerkrankheiten oder Kopfschmerzen rechnen, wer sich an diesen Tagen die Haare oder Fingernägel schnitt.

Bald ist die „dunkle Zeit“ überstanden, die Tage werden merklich länger, es geht wiedermal „dagegen“. Bei allem Orakeln, was bleibt ist die Hoffnung auf ein besseres neues Jahr. Oder bleiben wir bescheiden, auf ein gutes neues Jahr.

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Freitag, 18. Dezember 2009 von Andreas Westerhausen

Immer wieder sonntags. . .

. . kommt die Erinnerung“, so lautet ein Schlager vom Duo Cindy & Bert, mit dem sie 1973 großen Erfolg hatten. In unserer konsumgeilen Zeit kommt es jedoch immer häufiger vor, dass der Sonntag nicht zur Ruhe, sondern zum Einkaufen genutzt wird, als Ersatzarbeitstag heruntergewürdigt wird. Es gilt aufzupassen, dass der Sonntag als Familientag – „Sonntags gehört Papi mir“ – nicht zur Erinnerung wird.

Zu starken Auswüchsen diesen Treibens – wie im Lande Berlin – haben die Karlsruher Richter nun einen Riegel vorgeschoben. Dabei hoben sie den im Grundgesetz verankerten, besonderen Sonntagsschutz hervor. „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung geschützt.“ (Art. 140 GG) Der Sonntag ist somit nicht einfach arbeitsfreie Zeit, sondern dient auch der Entspannung und Besinnung.

Heutzutage stehen diese Werte nicht mehr so hoch im Kurs. Orte, wo nichts los ist, werden gemieden. Auch der Advent war einmal eine Zeit der Ruhe und Besinnung – diente der Vorbereitung auf die Ankunft des Herrn. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes – Verdrängung des Nikolauses / Christkindes durch den Weihnachtsmann – steigt in dieser Zeit jedoch der Stressfaktor. Von Ruhe und Erholung keine Spur. Im Advent sind die Weihnachtsplätzchen bei den Discountern schon längst ausverkauft. Bleibt die Hoffnung, dass im ganzen Weihnachtstrubel zwischen all den Einkäufen und Weihnachtsfeiern und -märkten noch ein paar besinnliche Momente bleiben. Dass ein jeder etwas Zeit findet, um sich Zeit zu nehmen, sich selbst zu finden.

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Donnerstag, 24. September 2009 von Andreas Westerhausen

Bunt sind schon die Wälder. . .

Noch nicht ganz, aber bald erstrahlen die Laubwälder auf der Alb und im Donautal wieder in den prächtigsten Herbstfarben. Ja der Herbst hat uns nun im Griff. Nach dem meteorologischen Herbstanfang Anfang des Monats ist es nun auch im Kalender Herbst geworden. Die Nächte werden nun immer länger, die Tage immer kürzer.

Früher – in der noch von der Landwirtschaft geprägten Zeit, begann nun eine ruhigere Zeit – die Ernte war eingebracht. Das Licht um das Tagwerk zu vollenden wurde weniger. Auch die Natur holte Atem. Heute in unserer nie dunkel werdenden Zeit besteht kaum noch die Möglichkeit anzuhalten, Luft zu schöpfen. Immer heißt es Volldampf voraus, egal ob im Beruf oder in der Freizeit. Heutzutage gibt es kaum noch ruhige Minuten, um innezuhalten, um vielleicht einen Blick zurück zu riskieren, um dankbar für das Erreichte zu sein. Apropos Dank. Der Herbst war früher auch die Zeit des Erntedanks, um für die Gaben aus Wald und Feld Dank zu sagen. Heute ist von den ursprünglichen Gedanken zum Erntedank nicht mehr viel zu spüren. Als kommerzialisierte Folklore feiern sie fröhliche Urstände.

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