Donnerstag, 5. September 2013 von Andreas Westerhausen

S'goht dagega!

Deutlich ist es zu spüren, der Herbst steht vor der Tür. Die Temperaturen am Morgen sind schon einstellig und der Nebel oder Tau in der Nacht lässt die Spinnweben in Sträuchern und Hecken weiß glitzern.

Hauptursache für die kühleren Nächte ist, dass die Tage schon deutlich kürzer geworden sind. Derzeit beträgt die mittlere Tageslänge in Deutschland nur noch etwa 14 Stunden. Wobei die Sonne im Norden noch 40 Minuten länger zu sehen ist als im Süden. Somit ist der Tag fast zwei Stunden kürzer als Mitte Juni zur Sommersonnenwende. Die Tageslänge ändert sich nicht gleichmäßig: Nach der Sommersonnenwende nimmt die Tageslänge anfangs nur langsam ab. Schon Ende August werden die Tage um 25 Minuten pro Woche kürzer.

Unaufhaltsam steuern wir auf den Herbst zu, der per definitionem am vergangenen Sonntag begonnen hat (Beginn des meteorologischen Herbstes ist am 1. September). Nach all den Hitzewellen und Gewitterereignissen bleibt dann noch die Hoffnung auf einen schönen, goldenen „Altweibersommer“.

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Freitag, 10. August 2012 von Andreas Westerhausen

Tränen des Laurentius

Nun ist es wieder soweit, jedes Jahr Mitte August trifft der Meteoritenschwarm der Perseiden auf die Erdatmosphäre. Deren Verglühen führt zu einem vermehrten Sternschnuppenregen. Der Name Perseiden stammt daher, dass es von der Erde so aussieht, als kämen sie vom Sternbild Perseus direkt auf den Planeten zugeflogen. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um Weltraumstaub vom Kometen Swift-Tuttle.

Im Volksmund werden sie auch „Tränen des Laurentius“ genannt, da sie um den Laurentiustag, 10. August, besonders häufig auftreten. Der Begriff „Laurentius-Tränen“ leitet sich vom Märtyrer Laurentius her. Laut Legende soll der römische Diakon am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein. Wolkenfreier Himmel ist natürlich Voraussetzung zum beobachten der Fülle von Sternschnuppen. Dementsprechend lautet eine alte Bauernregel, „Laurentius im Sonnenschein – wird der Herbst gesegnet sein“.

Und da ist dann noch die Sache, dass Sternschnuppen beim Wünsche erfüllen helfen. Jeder der eine Sternschnuppe sieht, darf sich etwas Wünschen. Voraussetzung für die Erfüllung des Wunsches ist, das der Wunsch niemanden mitgeteilt wird. Insoweit ist die Überprüfung ob Sternschnuppen bei der Erfüllung von Wünschen hilfreich sind schwierig. Aber es ist ein schöner Gedanke.

Gut lassen sich die kleinen Meteoriten mit dem bloßen Auge betrachten. Wer sich dem Schwarm der Perseiden nähern möchte, kann dies am 11. August mit der Sternwarte Zollern-Alb in Brittheim tun. Beginn ist um 21 Uhr mit einem einführenden Vortrag. Viel Spaß beim Blick in den Himmel und das Wünschen nicht vergessen.

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Dienstag, 3. April 2012 von Andreas Westerhausen

Hilfreiche Suppe

Hilfe, wie die Zeit vergeht. Gerade war noch Fasnet – und schon steht die Karwoche vor der Tür. Es ist wieder Zeit für die Gründonnerstagssuppe. Wer daran glaubt, für den ist sie hilfreich, schützt sie doch das ganze Jahr über vor Erkältungen. Die Wirkung der Kräutersuppe, deren Kräuter am Gründonnerstag gesammelt, zubereitet und gegessen werden sollen, ist seit langem bekannt. Galt es doch schon vor Urzeiten als heilsam, das erste Grün des Jahres zu essen.

Traditionell werden neun Kräuter für die Gründonnerstagssuppe hergenommen. Je nach Ostertermin muss man sich in manchen Jahren auch nur mit sieben Kräutern begnügen. Zum Grundstock gehören auf alle Fälle Bärlauch, Brennnessel sowie Giersch. Zu den weiteren Kräutern zählt das Vitamin-C-haltige Scharbockskraut. Jedoch ist es nur vor der Blüte zu gebrauchen. Denn sobald einem die goldenen Blütensterne entgegenleuchten werden die Blätter leicht giftig und somit ungenießbar. Das Scharbockskraut lässt sich dann durch Brunnenkresse ersetzen. Hinein gehören in die Suppe auch noch Sauerampfer, junge Löwenzahnblätter und Wegerich. Je nach Fortschritt der Natur kann man noch Gänseblümchenblüten, Vogelsternmiere, Petersilie, oder Kerbel hinzunehmen. Und wer sich mit Kräutern auskennt, für den sind junge Scharfgarbenblätter, bitteres Schaumkraut, Wiesenlabkraut, Wiesenbärenklau oder Gundermann Alternativen. Zur Bindung kommen noch zwei Schalotten und drei mehlig kochende Kartoffeln hinzu – fertig ist das Gründonnerstagssüppchen.

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Donnerstag, 23. Februar 2012 von Andreas Westerhausen

Wenn der Winter Ade sagt

Kaum sind die Temperaturen etwas über Null Grad, bricht bei den Meisten der gefühlte Frühling aus. Bei dem sonnigen Wetter, jetzt Ende Februar, ist auch deutlich zu spüren, wie die Tage länger werden. Jede Minute mehr Tageslicht hebt die Lebensfreude. Nach den frostigen Tagen sehnen Alle endlich die warme Jahreszeit herbei.

Laut den Bauernregeln zeigen die letzten beiden Tage – St. Felix (21. Februar) und St. Peter (22. Februar) – an, wie in den nächsten 40 Tagen das Wetter wird. So heißt es: „Ist St. Peter kalt, hat der Winter noch lange Halt.“ Gott sei Dank war es gestern nicht kalt, eher warm.

Es besteht also die Hoffnung, dass es mit zunehmender Sonnenscheindauer auch wieder wärmer wird. Diese Hoffnung wird noch durch den Funkensonntag genährt. Am ersten Sonntag nach Aschermittwoch, dem ersten Fastensonntag, wird nach altem Brauch mit einem großen Funkenfeuer die Winterhexe verbrannt. Durch diesen Brauch soll die Kraft des Winters langsam aber sicher gebrochen werden.

Beruhigend ist zudem, dass auch der Deutsche Wetterdienst für die nächsten Tage mildere Temperaturen voraussagt. Und wenn nicht, kann man sich am Funkenfeuer immer noch mit Tee oder Glühwein wärmen. Denn bis der „Frühling lässt sein blaues Band, flattern durch die Lüfte“, dauert es noch ein Weilchen.

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Freitag, 23. Dezember 2011 von Andreas Westerhausen

Licht kann erhellend sein

Eigentlich ist die dunkle Jahreszeit eine lichterfüllte Zeit. Denken wir nur an St. Martin, den Adventskranz, das Luciafest (13. Dezember) oder den mit Lichtern festlich geschmückten Weihnachtsbaum. Ganz abgesehen von dem Drang einzelner Zeitgenossen aus ihren Vorgärten und Hauswänden eine wahre Lichtorgie zu machen.

Aber Licht kostet auch Energie. Bei den heutigen Energiepreisen ist es nicht verwunderlich, dass auch hierbei gespart wird. Davon ist das Licht am Auto nicht ausgenommen, es frisst Benzin. So ist es nicht verwunderlich, dass einige Autofahrer ihre Lichtquelle äußerst sparsam einsetzen, um Treibstoff zu sparen.

Für mich ist es immer ein besonderes Erlebnis, wenn sich plötzlich aus den weißen Nebelschwaden unerwartet ein silberfarbener Van herausschält um kurz darauf wieder in der weißen Watte zu verschwinden. Ebenso ergeht es einem bei Regenschleiern oder einsetzender Dämmerung. Immer ist der Überraschungseffekt gewährleistet. Ich nenne es den „Titanic-Effekt“, nur dass es dabei nicht um Eisberge sondern um unerkannte Fahr-Objekte (UFO) geht, die plötzlich auftauchen. Ich versuche, mich dann weder zu erschrecken noch zu ärgern, und denke Hauptsache Energie gespart.

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