Donnerstag, 18. Mai 2017 von Volker Schweizer

Der Jammer ist vorprogrammiert

Nach sieben Bürgerwerkstätten haben die Meßstetter Anfang der Woche ihre Wünsche zusammengetragen. Die Liste ist lang, sie darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stadt eigentlich so schlecht nicht da steht. Auch die kleinen Nachbarn können zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die Kindergärten sind gut ausgelastet, die Schulen im Großen und Ganzen auch, und das tägliche Brot kann man noch beim Bäcker im Ort kaufen. Ganz aktuell muss der Obernheimer Bürgermeister aber vermelden, dass ab Juni keine Busse mehr nach Wehingen und Gosheim fahren. Warum? Obwohl sie vehement gefordert wurde, wird die Verkehrsanbindung in den Nachbarkreis so gut wie gar nicht angenommen. Nicht einmal von Schülern und Berufspendlern, denn auch die ziehen wohl lieber das Auto vor. Josef Ungermann findet’s schade, zumal er und seine Kollegen sich wahrlich dafür verkämpft haben. Der dringende Appell von Tarzisius Eichenlaub bei der Abschlusspräsention im Rahmen der „Agenda Meßstetten 2030“, geschaffene Angebote zu nutzen, um sie erhalten zu können, war deshalb mehr als richtig. Denn sind erst mal die kleinen Hallenbäder und Büchereien oder das Fachgeschäft um die Ecke zu, ist das Gejammere groß.

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Samstag, 8. April 2017 von Volker Schweizer

Gerätscht wird heute noch

Palmsonntag, das ist der Tag der Frühaufsteher. Wer sich als Letzter in der Familie aus den Federn wälzt, wird als Palmesel verspottet. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, und die ist reich an Traditionen – vor allem in den katholischen Gemeinden. In den Kirchen werden die Kreuze verhüllt und die Blumen entfernt. Vom Gloria beim letzten Abendmahl am Gründonnerstag an schweigen die Glocken, weil sie anscheinend nach Rom fliegen. Dafür sind wir Ministranten früher mit einer Rätsche durchs Dorf gezogen und haben mit dem Ruf „S’erscht, s’ander ond zemma en d’Kircha“ an die Gottesdienste erinnert. Den Lohn holten wir uns später beim Gang von Haus zu Haus. Den Brauch gibt es immer noch, auch den Heischespruch „Eier in Gratta“. Damals wie heute freuen sich die Messdiener aber mehr über Süßigkeiten und klingelndes Silber.

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Samstag, 1. April 2017 von Volker Schweizer

Spaß mit Felix und Pia

Vor bald drei Jahren sind Felix und Pia bei uns eingezogen. Felix ist ein richtiger Wonneproppen, behäbig und ruhig. Seine Freundin Pia hat dagegen Dampf unterm Fell – vor allem wenn’s ums Futter geht. Bekommen die Vierbeiner ihre Lieblingsleckerlis, gibt’s oft ein kurzes Gerangel, das meistens sie gewinnt. Felix mit dem osterhasenfarbenen Fell ist nicht lange beleidigt, nur wenige Minuten später liegen die beiden einträchtig ausgestreckt nebeneinander und kuscheln. Dieser Tage durften die Zwergkaninchen zum ersten Mal wieder auf die Wiese im Garten. Die Tiere vollführten wahre Freudensprünge und wälzten sich im frischen Grün. Da kam richtig Frühlingsstimmung auf. Bleibt zu hoffen, dass uns das herrliche Wetter lange erhalten bleibt. Auf einen launischen April hat wohl keiner Lust. Auch nicht unsere beiden Mitbewohner.

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Dienstag, 7. März 2017 von Volker Schweizer

Weder Rosinen noch Parmesan

Mittlerweile ist die Fasnet vorbei, die Funkenfeuer sind abgebrannt, jetzt könnte er eigentlich kommen. Aber leider ziert sich der Frühling noch. Dabei haben wir doch wohl alle die Nase gestrichen voll von Kälte, Glatteis und Matsch. Seit wenigen Tagen lässt sich die warme Jahreszeit wenigstens schmecken: Die meisten Eisdielen stehen wieder offen. Ich habe mir am Sonntag gleich mal zwei fruchtige Kugeln gegönnt. An einer weiteren Sorte komme ich in dieser Saison aber wohl auch nicht vorbei. Uniteis, der Verband der handwerklich arbeitenden Speiseeishersteller in Deutschland, hat auf der 57. Internationalen Speiseeismesse (MIG – Mostra Internazionale del Gelato) in Longarone das Eis des Jahres 2017 für den deutschen Markt vorgestellt – Zartbitterschokolade ohne Milch oder einfach: Schokoladensorbet. Die Wahl erstaunt: Schließlich gehörten in den vergangenen Jahren Erdbeer-Balsamico, Birne mit Parmesan oder Limone-Basilikum zu den Favoriten. Balsamico und Parmesan? Im Salat oder auf Nudeln ja, aber bitte doch nicht in der Waffel. Malaga übrigens auch nicht – ich hasse Rosinen.

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Freitag, 10. Februar 2017 von Volker Schweizer

Ein schöner und leckerer Brauch

Sie sind süß und schön fett: Überall lachen einen wieder Fasnetsküchle an. Wer die Teile mag, sollte am „Schmotziga“ nach Obernheim gehen. Dort gibt es sie im Pfarrhaus in großer Zahl. Hinter dieser Tradition steckt eine jahrhundertealte Absprache – allerdings mit einer tiefschneidenden Zäsur. Die Narren sind der Mitfeier der Gottesdienste nicht in ausreichendem Maße nachgekommen, wird als möglicher Grund in der Chronik für die Aufhebung der Vereinbarung durch Vogt und Pfarrherr im Jahr 1834 genannt. 2014, als die Hexenzunft 75. Geburtstag feierte, belebte die Kirche wieder den Brauch unter der Maßgabe, dass das Gefolge von Ritter Konradin wenigstens einmal jährlich, bevorzugt am Aschermittwoch, an der Messe teilnimmt. Bei der Aschenbestreuung muss die Kirche in den letzten drei Jahren gut besucht gewesen sein, denn im Amtsblatt ruft Kirchengemeinderat Günter Moser die Gläubigen wieder zum Küchle-Backen auf. Er bindet aber auch das Rathaus ein. Bürgermeister Josef Ungermann, ein Freund der Fasnet, nimmt den Auftrag, Mehlbestellungen entgegenzunehmen, sicherlich gerne an. Weil's einfach ein schöner und leckerer Brauch ist.

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