Donnerstag, 10. September 2009 von Volker Schweizer

Haushalt gegen neue Urkunde

Im Obernheimer Gemeinderat gab es in dieser Woche gleich drei Premieren: Die Sitzung dauerte statt vier nur knapp eineinhalb Stunden, man verzichtete auf eine Raucherpause und statt verbissen zu diskutieren wurde sogar herzhaft gelacht. Für „Stimmung“ sorgte Marianne Nepple. Für sie, die einzige Frau im Gremium, war es die letzte Sitzung nach zehn Amtsjahren. Dafür erhielt sie, wie auch ihre ausgeschiedenen Kollegen, eine Urkunde. Allerdings schaute sich wohl das wertvolle Dokument vor der Übergabe niemand mehr an, denn die Gemeinderätin wurde als „Herr Marianne Nepple“ bezeichnet. Der Bürgermeister entschuldigte sich für die „Tücken des PC“ und bat im gleichen Atemzug die Ex-Räte, den Nachfolgern den Haushalt für 2009 zu überlassen. Dies war ihm sichtlich peinlich, „denn wir haben beim Druck nicht gedacht, dass Wahlen sind“. Nepple konterte daraufhin pfiffig: „Ich stifte meinen Wälzer nur, wenn ich eine 'richtige' Urkunde erhalte.“ Auf diesen Deal ging Maier gerne ein, wohl wissend, dass die ganze Sache „guten Stoff“ für die nächste Fasnet bietet. Davon ist auszugehen, denn mit am Ratstisch sitzt jetzt Joachim Schnell, der für seine flotten Sprüche als „Ritter Konradin“ bekannt ist.

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Freitag, 28. August 2009 von Volker Schweizer

Freundschaften pflegen

Geht’s Ihnen auch so? Man trifft Bekannte oder Verwandte auf der Straße, plaudert nett miteinander und verabschiedet sich mit der festen Absicht, sich mal wieder zu treffen. In der Regel wird daraus nichts, meist kommen andere Sachen dazwischen oder man ist nach einer stressigen Woche froh, zwei Tage niemanden sehen oder hören zu müssen. Meine Familie und ich haben die Urlaubszeit genutzt, einige Freundschaften, die auf Sparflamme köchelten, wieder zu „entflammen“. Und wir sind dankbar dafür und wollen sie weiter pflegen. Vor allen Dingen jetzt, wenn der Stress wieder beginnt. Denn soziale Kontakte sind ein wichtiger Faktor für innere Ausgeglichenheit, ist gut gemeinten Ratgebern immer wieder zu entnehmen. Man kommt auf andere Gedanken und die Zufriedenheit wird gefördert. Studien der Wissenschaftler David Spiegel (Stanford University School of Medicine) und Eric Loucks (Harvard School of Public Health) zufolge, kann schon ein einziger enger Freund lebensverlängernd wirken und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man sich von einer schweren Krankheit wieder erholt. Pflegen wir also unsere Beziehungen und lassen uns vom Alltagstrubel nicht vereinnahmen.

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Mittwoch, 29. Juli 2009 von Volker Schweizer

Von wegen „Sommerloch“

Wer an eigenen Beispielen erfahren hat, wie es um unser Gesundheitswesen bestellt ist, kriegt echt einen dicken Hals: Während viele Kranke in dunklen Fluren liegen, Ärzte und Pflegekräfte fast schon im Akkord schuften müssen, macht sich die dafür zuständige Ministerin einen schönen Lenz in Spanien – mit Staatskarosse und Fahrer. Und so nebenbei verplempert sie an die 10 000 Euro auf Kosten der Steuerzahler. „Willkommen im Sommer“, sagt Frau Schmitt dann noch dreist, als sie von Journalisten „überfallen“ wird. Nein, mit dem „Sommerloch“ hat die Sache nichts zu tun. Gut, wenn die Kollegen am Ball bleiben, denn es ist davon auszugehen, dass noch nicht alle Details der Öffentlichkeit bekannt sind. Vielleicht kommen in diesem Zusammenhang auch andere Fehltritte ans Tageslicht. Was die lieben Volksvertreter so „treiben“, interessiert uns gerade jetzt, acht Wochen vor der Bundestagswahl.

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Donnerstag, 23. Juli 2009 von Volker Schweizer

Bewegung ja – aber in Maßen

Bewegung ja, aber bitte in Maßen und ohne Gefährdung der Gesundheit – dieser Gedanken schoss mir diese Woche durch den Kopf, als ich am früheren Abend bei noch über 30 Grad zu einem Termin nach Obernheim unterwegs war. Vor mir fuhren zwei Radler den Buckel hinunter. Allerdings nicht auf dem parallel verlaufenden Radweg, sondern auf der Straße. Vorne draus ein gestandener Kerl mit breitem Kreuz und strammen Waden. Sein Pendant war genau das Gegenteil: ein Kopf kleiner, hager und sicherlich nicht älter als 15 Jahre. Mit einem Affenzahn fuhr der Vater oder vielleicht auch Trainer des Jugendlichen in die Kurve, der junge Kerl versuchte mitzuhalten, trat wie wild in die Pedale. Wahrscheinlich hatte man ihm im Vorfeld die Bedienung der Gangschaltung nicht richtig erklärt. Zum guten Glück schaltete die Ampel an der Kreuzung auf Rot. Zeit zum Verschnaufen. Die Pause währte nicht lange. Und schon ging es weiter. Ich bog ab und hoffte inständig, dass man den jungen Mann nicht auch noch den Lochenpass hochjagt. Dort bin ich an diesem schwül-heißen Abend vielen schnaufenden (Möchtegern-)Athleten begegnet.

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Dienstag, 14. Juli 2009 von Volker Schweizer

Sport- und festfreudig

Vom schlechten Wetter lassen sich die Freizeitaktivisten in meiner Nachbarschaft nicht abhalten. Man radelt, joggt und walkt, einzeln und im Rudel, zu früher Morgenstund’ und zu fast schon nachtschlafender Nacht. Doch nicht allein der Sport regiert das Viertel. Auch für die Ohren gibt’s die volle Dröhnung. Seit Wochen probt eine Gugga- oder Lumpamusik gegenüber. Natürlich nicht drinnen, da bekommt’s ja keiner mit, sondern draußen auf dem Schulhof. Mich freut’s meistens, die Haus- oder Gartenarbeit geht so viel schneller von der Hand. Allerdings könnten die „Schrägen Samstagsspieler“ mal ihr Repertoire erweitern. Ja und am Sonntag wird dem Enthusiasmus noch eins drauf gesetzt, wenn die heimische Elf ins gegnerische Tor trifft oder irgendein Verein ein Fass aufmacht. Kurzum: Mir gefällt’s in meiner Straße. Zugegebenermaßen plagt mich aber manchmal das schlechte Gewissen, was das sportliche „Treiben“ anbelangt. Dafür klappt’s aber mit dem Festen besser...

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