Dienstag, 15. Dezember 2009 von Volker Schweizer

„Stille Nacht“ statt Strand

Freuen Sie sich auch schon auf Weihrauchduft und Krippenspiel, O du fröhliche und viele kleine Lichtlein? Dann liegen Sie voll im bundesweiten Trend. Laut einer in der Hörzu veröffentlichen Umfrage zum „Fest der Feste“ besuchen mehr als die Hälfte der Deutschen an Weihnachten die Kirche, 44 Prozent besingen die „Stille Nacht“ und 77 Prozent haben einen Baum im Wohnzimmer stehen. Auch die Schweizers halten an diesen alten Traditionen fest, erfreuen sich an leuchtenden Kinderaugen und pflegen Familie. Weihnachten am Strand oder in den Bergen kommt für uns nicht in Frage. Ein weiteres Ergebnis beruhigt schon vorab das schlechte Gewissen: Drei von vier pfeifen auf Diäten, genießen selbst gebackene Plätzchen. Der Waagencheck hat also Pause bis nach der besinnlichen Zeit. In diesem Sinne: Frohes Fest!

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Dienstag, 8. Dezember 2009 von Volker Schweizer

Die ganze Welt gegen dich

Haben Sie nicht auch manchmal das Gefühl, die Welt hätte sich gegen Sie verschworen? Das fängt schon am Morgen an. Da will man sich schnell einen Kaffee machen und merkt, dass sich im Wassertank nur noch ein Rinnsal befindet, die elektrische Zahnbüste auf Sparflamme surrt, weil sie dringend „Saft“ bräuchte. Achja und der Akku vom Handy ist natürlich auch leer. Kurz vor knapp aus dem Haus, dann ist, man will’s zwar immer noch nicht glauben, das Türschloss zugefroren. Noch schlimmer, man muss „kratzen“, natürlich ohne Handschuhe, weil die just nicht auffindbar sind. Der Weg zum ersten Termin wird zur Nervensache, weil ein Lastwagen die Alb hochtuckert oder sich in der Stadt alle Ampeln gegen einen verschworen haben ... Gut, dass der Feierabend in Sicht ist. Hoffentlich wird dieses Vergnügen nicht durch einen Stau getrübt, weil einige unbelehrbare Zeitgenossen mal wieder mit Sommerreifen über Schnee und Eis schlittern. Ich hoffe, Sie, liebe Leser, sind gut in die Woche gestartet. Lassen Sie sich nur nicht stressen, der Endspurt vor Weihnachten birgt eh noch viele hektische Momente.

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Dienstag, 24. November 2009 von Volker Schweizer

Tränen bringen wohl mehr Geld

Ich bin ein bekennender „Zapper“. Bis die Kinder selig schlummern, hat oft schon der 20.15- Uhr-Film angefangen. Wenn das Programmheft nicht griffbereit liegt, wird eben die Fernbedienung strapaziert. Beim Durchschalten stockt mir oft der Atem. Was einem vor allem die privaten Kanäle servieren, lässt am Verstand der Macher und vor allem auch der Mitwirkenden zweifeln. Da tauschen Frauen ihre Familien, ohne Rücksicht darauf, ob die eigenen Kinder damit einverstanden sind. Tränenreiche Abschiede bringen wohl mehr Gage. Bei der Super-Nanny gibt es Fälle, da sollten die Kameras nach der ersten Minute abgeschaltet und das Jugendamt eingeschaltet werden. In einer anderen Sendung – zu neu- deutsch Doku-Soap – zeigt man Paare, die vom Arzt die furchtbare Nachricht erhalten, dass sich ihr Kinderwunsch wohl nie erfüllen wird. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Superstar und Dschungelkönig sind dagegen noch harmlose Formate. Doch bei allem gilt: Würde die Quote nicht stimmen, wäre sicherlich so manche Sendung schon abgesetzt worden. Letztendlich liegt es bei jedem Zuschauer selbst, die gewünschte Qualität im TV zu finden. Ich jedenfalls werde wieder öfters den DVD-Player einsetzen.

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Freitag, 9. Oktober 2009 von Volker Schweizer

Frühsport mit „Otto“

Der hat sie nicht mehr alle, werden sich meine Nachbarn gedacht haben, als ich mit meinem „Otto“ durch die Wohnsiedlung gejoggt bin. Normalerweise kommen die Müllmänner um die Mittagszeit. Neulich wurde wohl die Route geändert, denn da hörte ich den Wagen zu fast noch nachtschlafender Zeit am Haus vorbeidonnern. Aus Rücksicht auf diejenigen, die zu der Zeit sicherlich schon im Träumeland waren, wollte ich den randvollen Behälter am Abend vorher nicht mehr rausstellen. Und dann das. Der „Otto“ musste geleert werden, denn die nächste Ladung Windeln von unserer kleinen Tochter wartete schon auf ihre Entsorgung. Ich also schnell in die Jogginghose und raus. In unserer Straße war die Arbeit aber schon erledigt, weshalb mir nichts anderes übrig blieb, als auszukundschaften, wo in der Nachbarschaft die „Ottos“ noch voll waren. Nach ausgiebigem Frühsport bin ich schließlich fündig geworden. Nächstes Mal werde ich auf jeden Fall den Wecker stellen, wenn’s mal wieder spät wird. Positiv war die Erfahrung, dass etwas Bewegung am frühen Morgen hilft, leichter aus den Puschen zu kommen. Ich werde es wieder ausprobieren – aber ohne „Otto“ im Schlepptau.

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Donnerstag, 10. September 2009 von Volker Schweizer

Haushalt gegen neue Urkunde

Im Obernheimer Gemeinderat gab es in dieser Woche gleich drei Premieren: Die Sitzung dauerte statt vier nur knapp eineinhalb Stunden, man verzichtete auf eine Raucherpause und statt verbissen zu diskutieren wurde sogar herzhaft gelacht. Für „Stimmung“ sorgte Marianne Nepple. Für sie, die einzige Frau im Gremium, war es die letzte Sitzung nach zehn Amtsjahren. Dafür erhielt sie, wie auch ihre ausgeschiedenen Kollegen, eine Urkunde. Allerdings schaute sich wohl das wertvolle Dokument vor der Übergabe niemand mehr an, denn die Gemeinderätin wurde als „Herr Marianne Nepple“ bezeichnet. Der Bürgermeister entschuldigte sich für die „Tücken des PC“ und bat im gleichen Atemzug die Ex-Räte, den Nachfolgern den Haushalt für 2009 zu überlassen. Dies war ihm sichtlich peinlich, „denn wir haben beim Druck nicht gedacht, dass Wahlen sind“. Nepple konterte daraufhin pfiffig: „Ich stifte meinen Wälzer nur, wenn ich eine 'richtige' Urkunde erhalte.“ Auf diesen Deal ging Maier gerne ein, wohl wissend, dass die ganze Sache „guten Stoff“ für die nächste Fasnet bietet. Davon ist auszugehen, denn mit am Ratstisch sitzt jetzt Joachim Schnell, der für seine flotten Sprüche als „Ritter Konradin“ bekannt ist.

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