Donnerstag, 8. Februar 2018 von Volker Schweizer

Das Brauchtum hochhalten

Fasnet – das ist die Faszination des Rollenspiels, der Vermummung und die Freude daran, für einige Tage aus dem Alltag auszubrechen. Leider bleibt vielen der ursprüngliche, tiefere Sinngehalt dieses Schwellenfestes vor der Fastenzeit verschlossen. Kein Jahr vergeht, wo nicht in irgendeinem Ort im Land durch Unfug oder Alkoholexzesse eine Veranstaltung aus dem Ruder läuft. Jüngstes Beispiel ist der Vorfall in Eppingen, wo die Beine einer Zuschauerin beim Umzug verbrüht wurden. Unter solchen schrecklichen Ereignissen haben auch die etablierten Zünfte zu leiden. Vor allem, weil dadurch die Narretei generell einen schlechten Ruf bekommt. Im aktuellen Fall wurde der Unfall im Internet mit Aufnahmen von Obernheimer Hexen illustriert. Als die Obernheimer dagegen Sturm gelaufen sind, tauschten einige Seitenmacher die Bilder einfach gegen Elzacher Schuttige aus.

Ein Unding ist auch, im Habitus von Ordensberufen zu feiern. Die Kostüme, die auch in den TV-Sitzungen immer wieder zu sehen sind, ergänzen ihre Träger oft noch mit Kreuz, Gesangbuch oder Rosenkranz. Und mit Klobürsten wird das Weihwassersprenkeln nachgeahmt. Ebenso wenig haben blecherne Trinkbecher an historischen Häsern etwas zu suchen.

Fasnet, und da hat Walter Sieber, der Präsident des Zollern-Alb-Ringes, in einem vor Jahren formulieren Appell vollkommen recht, ist mehr als nur eine Straßenparty. Um dem Wandel entgegenzuwirken, müsse der Nachwuchs frühzeitig mit eingebunden werden. Ein schönes Beispiel liefert der Ring selbst mit seiner sehr aktiven Narrenjugend.

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Freitag, 2. Februar 2018 von Volker Schweizer

Lichtmess, bei Tag ess

Es goht dagega! Die Hauptfasnet steht vor der Tür. Wenn man es beim Blick aus dem Fenster auch nicht meinen könnte, klopft doch schon auch ein klein wenig der Frühling an die Tür. Heute ist Mariä Lichtmess. „Lichtmess, bei Tag ess!“, besagt eine alte Bauernregel. Langsam aber sicher werden die Tage wieder länger. Das schlechte Wetter könnte uns eigentlich gerade recht sein, denn im Internet ist noch ein weiterer Spruch zu finden: „Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell.“ Gehen wir also guten Mutes in diesen trüben und kalten Februar. Vielleicht schaffen es auch schon die Narren mit Geschell und Geschrei, dem Winter ein abruptes Ende zu bereiten.

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Donnerstag, 4. Januar 2018 von Volker Schweizer

Innovatives Recycling

Schon ist’s wieder vorbei mit „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“. Und die letzten Silvesterböller sind mittlerweile auch verschossen. Zurück bleiben die Weihnachtsbäume. Wenn es nach einem schwedischen Möbelhaus gegangen wäre, hätten die nadelnden Tannen gleich nach den Feiertagen aus den Wohnzimmern verschwinden müssen. In der Werbung wird uns auch gezeigt, wie einfach das geht: Fenster auf, Tanne raus. Und dann? In den meisten Ortschaften richten eifrige Sänger oder Sportler Sammelstellen ein oder rücken nach Dreikönig aus, um die Tannen einzusammeln. Ersteren Service gibt es in meinem Wohngebiet nicht mehr. Leider. Um nicht den Geldbeutel zücken zu müssen, wurden regelmäßig viele Bäume schon einige Tage vor dem eigentlichen Sammeltermin in den bereits aufgestellten Container geschmissen. Mir bleibt also nichts anders übrig, als zur Axtschere zu greifen und mein Bäumchen Stück für Stück in der Tonne verschwinden zu lassen. Und was passiert mit den ganz Großen? In vielen Orten, zum Beispiel auch in Ebingen, bleiben sie einfach stehen. Die unteren Äste werden abgekappt, an den Rest kommen bunte Bändel. So lebt der Festbote als Narrenbaum noch einige Wochen weiter. Wenn das mal keine innovative Recycling-Kultur ist. Ein Hoch auf die (Narren-)Vereine!

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Donnerstag, 23. November 2017 von Volker Schweizer

Dieses Jahr ohne Stress?

Kaum zu glauben, aber es ist schon wieder fast soweit. In zehn Tagen brennt die erste Kerze am Adventskranz. Weihnachten steht vor der Tür – der Stress allerdings auch. Die Adventszeit fällt heuer besonders kurz aus, weil der Heilige Abend am vierten Advent ist. Viele, und dabei nehme ich mich nicht aus, wollen es deshalb dieses Jahr besser machen. Statt erst kurz vor knapp in den Keller zu gehen, um die eingestaubte Deko für den Baum zu holen und dann festzustellen, dass die Hälfte unbrauchbar ist, wäre es ratsam, sich alsbald darum zu kümmern. Wer einen Kalender mit eigenen Bildern verschenken möchte, sollte sich nicht erst zwei Tage vor dem Fest mit der Auswahl der Motive beschäftigen.

Besuche auf Weihnachtsmärkten können auch anstrengend sein. Vor allem an den Wochenenden ist der Andrang riesig. Wie wär’s deshalb mal mit einem Abstecher in die Dörfer, zum Beispiel nach Burgfelden oder Straßberg, Roßwangen oder Ratshausen. Kleinere Märkte bieten oft sehr viel mehr Atmosphäre. Und man kann ohne Geschubse nach Geschenken Ausschau halten.

Schön finde ich, dass trotz aller Hektik Menschen Zeit finden, sich für Andere einzusetzen. Über zwei tolle Beispiele haben wir erst in der vergangenen Woche berichtet. Ein Trio aus Tieringen hilft Kindern in Uganda, Frauen aus Schömberg unterstützen die Arbeit der Leidringer Missionsschwester Renate Hölle.

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Samstag, 21. Oktober 2017 von Volker Schweizer

Ich gelobe Besserung

Mein Auto wird zwar regelmäßig gewartet, erfährt aber selten eine ausgiebige Pflege. Das Auto putzen gehört eben nicht wirklich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Deshalb ist es nur in den wenigsten Fällen vorzeigbar. Steht aber ein Termin in der Werkstatt an, nehme ich mir die Zeit, durch die Waschstraße zu fahren und hinterher gefühlte Stunden den Staubwedel und den Putzlappen zu schwingen. Man will schließlich in der Werkstatt seines Vertrauens einen guten Eindruck hinterlassen. Vor kurzem war es wieder soweit. Da ich mich an die Regel „von O bis O“ halte und deshalb trotz des momentanen Sommerwetters die Winterreifen aufziehen ließ, erntete ich nach dem Wintercheck viel Lob vom neuen Werkstattchef. Das Auto habe nun schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, sehe aber aus wie fast neu. Wow, was für ein Kompliment. Mit der Pflege sei es nicht weit her, gestand ich, gelobte aber im Innersten Besserung. Ich habe mir vorgenommen, nun öfters mal zum Wassereimerchen und einem gut riechenden Mittel zu greifen. Dann ist auch der Aufwand geringer. Und ich muss nicht jedes Mal eine neue Entschuldigung suchen, wenn ich wieder mal jemand spontan mitnehme. Eine Bitte an meine Kinder und deren Freunde: Bitte künftig Chips und Kekse schon vor der Fahrt aufessen.

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