Samstag, 27. Juni 2009 von Rolf Bitzer

Heute ist Siebenschläfer

Hätten Menschen nicht das Bedürfnis, Näheres über die Zukunft erfahren zu wollen, gäbe es keine Horoskope und wohl auch nicht die über 400 Wettervorhersagen in Form alter Bauernregeln. Viele Bauernregeln gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Heute, am 27. Juni, ist der Siebenschläfer-Tag und würde man der alten Bauernregel glauben, ist es der Tag, an dem sich das Wetter für die nächsten sieben Wochen abzeichnet.

Die Siebenschläfer-Regel stammt vermutlich aus der Zeit vor der gregorianischen Kalenderreform im Jahre 1582. Dann wäre allerdings nicht der 27. Juni der „Stichtag“, er würde je nach Berechnung zwischen dem 5. und 8. Juli liegen. Ausgehend vom heutigen Wetter würde es schwülwarm bleiben. Bei der labilen Lage besteht vor allem ab dem Mittag die Gefahr von Schauern und Gewittern, die örtlich auch unwetterartigen Charakter haben können. Keine Spur also von dem von vielen ersehnten Sommerhoch, wie beispielsweise 2006 zur Fußballweltmeisterschaft. Glaubt man der Zehn-Tages-Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes, soll sich die Wetterlage nicht grundlegend ändern. Demnach würde es also auch nichts ausmachen, wenn man den Siebenschläfer-Tag in den Juli verschiebt.

Ein Meteorologe geht in seiner vor 20 Jahren verfassten Veröffentlichung über die Trefferquote von Bauernregeln bei der Siebenschläfer-Regel von einer die Wahrscheinlichkeit von knapp über 60 Prozent aus, dass sich in den folgenden Wochen das Wetter nicht grundlegend ändern wird. Viel anfangen lässt sich mit dieser Erkenntnis sicher nicht. Doch auch die moderne Meteorologie, mit gigantischen Computern und Wetterverkäufern à la Kachelmann hat nicht mehr an langfristigen Vorhersagen zu bieten. Wie wär’s da mit einer Bauernregel, die 100prozentig trifft: „Kräht der Hahn auf dem Mist ändert sich's Wetter - oder's bleibt wie es ist“.

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Samstag, 20. Juni 2009 von Rolf Bitzer

Bescheidener Sommeranfang

Man mag es kaum glauben, wird es aber bald merken, ab der kommenden Woche werden die Tage wieder kürzer, die Nächte länger. Am Sonntag, 21. Juni, um 7.45 Uhr MESZ ist der diesjährige astronomische/kalendarische Sommeranfang. Dann erreicht die Sonne ihre nördlichste Stellung. Auf dem Wendekreis bei 23,4 Grad nördlicher Breite steht die Sonne dann genau im Zenit. Der Sommeranfang ist mit einer Tageslänge von 16 Stunden für die hiesige Region auch der längste Tag im Jahr. Je weiter man nach Norden kommt, desto länger bleibt es hell, am Polarkreis geht die Sonne am 21. Juni bekanntlich gar nicht unter. Abgelöst wird der Sommer 2009 in drei Monaten am 22. September um 23.18 Uhr, dann beginnt der Herbst. Bei den Meteorologen ticken die Uhren etwas anders, sie haben die Jahreszeiten unter anderem wegen der Beobachtungsstatistik von Wetter- und Klimadaten den Kalendermonaten zugeordnet. Der meteorologische Sommer beginnt immer am 1. Juni und endet mit dem 31. August.

Doch die derzeitige Wetterlage orientiert sich weder am astronomischen Fixpunkt noch an der Statistik der Wetterfrösche. Vom Sommer mit Freibad- und Biergartenambiente bekommt man dieses Wochenende wenig zu spüren, dafür plagt kein Sonnenbrand und da man unter keiner drückenden Schwüle leidet, lässt sich in den ohnehin kurzen Nächten wenigstens gut schlafen. Die Sonne macht sich rar am Wochenende, graue Wolken bringen immer wieder Schauer und einzelne Gewitter, das Thermometer wird die 20 Grad Marke kaum übersteigen. Ein kleiner Trost für die bevorstehende erste kalendarische Sommerwoche, es wird wärmer. Allerdings sind unter zyklonalem Einfluss die schwülwarmen Luftmassen recht labil, es bleibt also unbeständig und vor allem nachmittags und abends wird man bei Schauern und Gewitter auf so manches sommerliche Vergnügen verzichten müssen.

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