Donnerstag, 19. September 2013 von Dagmar Stuhrmann

Ist denn schon Weihnachten?

Es ist schon wieder soweit: Mitte September – und in den Supermarktregalen türmen sich bereits die Christstollen, Lebkuchen und Marzipankugeln. Kaum macht sich der Sommer mit seinen Hitzerekorden daran, gemächlich in den kühleren, dunkleren Herbst hinüberzugleiten, zwingen uns die Läden quasi zum Zeitsprung in den Winter. Alle Jahre wieder ist meine erste Reaktion auf die verfrühten Verlockungen: Verweigerung. Nein, ich will das alles jetzt noch nicht essen. Weihnachten ist doch noch sooo weit weg... Erfahrungsgemäß hält mein „Widerstand“ allerdings nie allzu lange an. Spätestens im Oktober ist er gebrochen und ich trage – unzufrieden mit mir selbst wegen mangelnder Willensstärke – die ersten Lebkuchen in meinem Einkaufskorb nach Hause.

Wenn man davon ausgeht, dass Warenanbieter eine Nachfrage bedienen wollen, dann müssen viele Kunden offenbar schon jetzt Gelüste auf Weihnachtliches haben. Das kann ich aber andererseits nicht wirklich glauben. So gesehen wird die Vorverlegung der Vorweihnachtszeit in den Spätsommer für mich wohl ein ewiges Mysterium bleiben.

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Dienstag, 6. August 2013 von Dagmar Stuhrmann

Sportmuffel verlieren Zeit

Es war quer durch den Blätterwald zu lesen: Einer Studie zufolge gibt es in Deutschland immer mehr Sportmuffel. Ich gehöre auch dazu (aber sagen Sie es nicht weiter!) Zwei Drittel der Befragten kommen nicht einmal auf eine Stunde Bewegung am Tag, den Gang zum Kopierer eingerechnet. Dabei sind die Trägen oft nicht zufrieden mit sich (stimmt!): Viele würden gern mehr Sport machen, doch der „innere Schweinehund“ und die Anziehungskraft von Sofa und Fernbedienung sind stärker. Und das, obwohl wir ja alle wissen: Bewegung tut gut und ist gesund. Wenn da bloß nicht all die „guten Gründe“ wären, die einen vom Joggen oder Walken abhalten. Suchen Sie sich einen aus: Es ist zu kalt, es ist zu heiß, es ist zu nass, ich fühle mich nicht wohl, ich habe überhaupt keine Zeit...

Letzteres ist, nach meiner Erfahrung, bei Sportverweigerern die Ausrede Nummer eins. Das Kuriose ist: Langfristig gewinnt man Zeit durch Sport – Lebenszeit nämlich. „Selbst leichte Bewegung verlängert das Leben“ lautet das Ergebnis einer zweiten Studie. Sport lohnt sich, und wie: Wer wöchentlich zweieinhalb Stunden stramm marschiert, steigert seine Lebenserwartung im Vergleich zu Bewegungsmuffeln um mehr als drei Jahre...

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Samstag, 25. Mai 2013 von Dagmar Stuhrmann

Schampus mit Johann

Es war ein Riesenevent mit vielen sportlichen Höhepunkten: Beim UCI Weltcup in Albstadt war an Pfingsten die Elite der Mountainbikeszene am Start. Eine tolle Sache, auch wenn die absoluten Stars verletzungsbedingt ausfielen. Die Radsportfans kamen dennoch auf ihre Kosten. Mein „persönliches Highlight“ an diesen drei ereignisreichen Tagen war allerdings ein ganz anderes und verglichen mit dem, was die Fahrer den Zuschauern an der spektakulären Strecke im Bullentäle boten, eher unbedeutendes Erlebnis. Und doch werde ich mich sicher auch noch in ein paar Jahren gern daran erinnern: Während draußen noch der Wettkampf tobte, lud mich Johann Lafer im Zelt des Teams, das er bekochte, zu einem Gläschen Champagner ein und so konnte ich ihm ganz nebenbei am Herd und beim Tischdecken über die Schulter gucken. Was ich nicht erwartet hätte: Auch ein Starkoch wird nervös, wenn das Essen fertig ist, die Gäste aber auf sich warten lassen. Als dann endlich alle da waren, war auch „der Johann“ ganz schnell wieder entspannt und brachte seine Köstlichkeiten mit wahrer Hingabe an den Mann und an die Frau.

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Dienstag, 23. April 2013 von Dagmar Stuhrmann

Hotline mit Geduld

Nicht immer sind die Erfahrungen mit Hotlines positiv – manchmal aber doch. Zumindest hatte ich vor ein paar Tagen ein erfreuliches Erlebnis mit einem sympathischen Ratgeber am anderen Ende der Leitung. Der Auslöser für meinen Hotline-„Hilferuf“ war eine schnöde Störung in meiner Telefonleitung. Nachdem ich von einer etwas blechern klingenden Stimme vom Band weitergeleitet worden war, meldete sich ein freundlicher Berater aus Fleisch und Blut, der auch dann noch freundlich war, als er mich 1. darüber aufgeklärt hatte, dass ich meinen Computer in Telefonnähe bringen und hochfahren müsse – was dann einige Minuten in Anspruch nahm, weil ich mich ständig vertippte –, 2. dazu gebracht hatte, gegen den Widerstand dieses wirklich störrischen Geräts den Rooter aus seiner Wandhalterung auszubauen – was sich als komplizierter erwies als gedacht –, und 3. beruhigt hatte, dass ich es ganz bestimmt schaffen würde, das Ding wieder einzubauen (was ich zunächst stark bezweifelt hatte). Während ich also immer hektischer wurde, blieb mein Gesprächspartner ganz ruhig: „Keine Eile, ich bin bis um 20 Uhr hier,“ meinte er geduldig, nachmittags um zwei. So viel Gelassenheit brachte mich dann doch zum Lachen, und damit war ein Problem auch schon gelöst. Um das andere, das mit der Störung, mussten sich letztlich „Spezialisten“ kümmern. Mit Erfolg.

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Freitag, 22. Februar 2013 von Dagmar Stuhrmann

Kurzlebiger Sinneswandel

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell das, was heute in aller Munde ist und für Wellen der Entrüstung sorgt, morgen schon keinen mehr interessiert. Wochenlang reden alle von Rinderwahnsinn, Vogelgrippe, Klebefleisch und Gammeldöner, den meisten von uns vergeht von jetzt auf nachher gründlich der Appetit auf Steaks und Co. – und dann ist's auf einmal kein Thema mehr und wir essen genau so weiter als wäre nichts geschehen. Rund 89 Kilogramm Fleisch vertilgt ein Deutscher im Durchschnitt pro Jahr. Immer noch. Die Fleisch-Lust scheint ungebrochen und daran wird wohl auch der jüngste Pferdefleisch-Skandal nichts ändern. Auch davon nämlich wird schon bald keiner mehr reden. Sobald die erste große Empörung verdaut ist, wird sich manch einer schon wieder seine Fertig-Lasagne aus dem Kühlregal schmecken lassen. Ich frage mich: Warum vergessen (oder verdrängen?) wir eigentlich so schnell? Schließlich muss doch jedem klar sein, dass ein Problem leider nicht allein dadurch verschwindet, dass nicht mehr darüber berichtet wird.

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