Samstag, 25. Juni 2011 von Dagmar Stuhrmann

Mit Kannen auf Kriegsfuß

Hinterher ist man immer klüger – das gilt besonders für den Umgang mit Kaffeekannen. Deren Hersteller scheinen sich einen hinterhältigen Spaß daraus zu machen, immer wieder neue Verschlussvarianten zu erfinden. Wären sie Zeuge meines jüngsten Versuchs, mir beim Frühstück in einem Hotelrestaurant aus einem silberglänzenden, sehr avantgardistisch anmutenden Hightech-Exemplar der Gattung Kaffeekanne eine Tasse des schwarzen Gebräus einzuschenken, hätten sie sich vermutlich köstlich amüsiert und sich gegenseitig auf die Schultern geklopft, weil es ihnen wieder einmal gelungen ist, einen arglosen Kaffeetrinker in die Bredouille zu bringen. Als ich die Kanne kippte und nur ein dünnes Rinnsal in meine Tasse tröpfelte, drückte ich nämlich den kleinen Hebel am Deckel ganz leicht hinunter, ohne vorher die Kanne wieder senkrecht gestellt zu haben, so dass sich die heiße schwarze Flüssigkeit in einem mächtigen Schwall über Tasse, Untertasse, Tischset und den halben Tisch ergoss, bevor ich auch nur ansatzweise reagieren konnte. „Jede Kanne ist anders,“ kam es tröstend vom Nachbartisch. Dass ich nicht die Einzige bin, die mit Kannen auf dem Kriegsfuß steht, bestätigte mir der Kommentar des verständnisvoll lächelnden Kellners: „Sie sind heute schon die Fünfte, der das passiert ist.“

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Donnerstag, 5. Mai 2011 von Dagmar Stuhrmann

Interview mit dem Bürger

Die Volkszählung geht in die heiße Phase. Stichtag ist der kommende Montag, die ersten Interview-Anfragen sind bereits bei den Bürgern in der Post. Die ehrenamtlichen Fragesteller müssen wohl mit wenig Widerstand rechnen: Obwohl viele beim Thema „Datenschutz“ ständig im Alarmzustand zu sein scheinen und im Zweifel beispielsweise lieber ihre Häuser „verpixeln“ lassen würden, haben die Bürger mit der anstehenden Datenerhebung offenbar keine Probleme. Der „Zensus 2011“ lässt die Deutschen mehrheitlich anscheinend eher kalt. Wie eine Umfrage des „Stern“ zeigt, wird die Volkszählung von weiten Teilen der Bevölkerung akzeptiert. 78 Prozent der vom „Stern“ Befragten erklärten, sie würden offen Auskunft geben, sollten sie im Rahmen der Zensus-Befragung dafür ausgewählt werden. Fast drei Viertel (72 Prozent) der Jüngeren (18- bis 29-Jährige) und sogar 83 Prozent der Älteren (60 Jahre und älter) wollen gerne alle Fragen beantworten. Das war bei der letzten Volkszählung 1987 noch ganz anders: Damals riefen Hunderttausende zum Boykott auf.

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Volkszählung

Vieleicht bin ich einer der wenigen, die denken das der Staat schon viel zu viel über die Bürger weiss. Ich möchte nicht alle Fragen beantworten. Das einzige was ich beantworte ist, wann und wo ich geboren bin und meine Anschrift. Der Rest meine Privatsache und geht daher niemanden etwas an. Der Kluh an der ganzenn Sache und worüber ich mich am meisten aufrege ist, das man auch noch unter androhung einer Ordnungsstrafe dazu gezwungen wird.

Markus Hersch am 17.05.2011 14:05:16

700 Mill. verprellt.

Wenn einen der Aufwand von 700 Mill. Euro
anscheinend kalt lässt, bin ich nur entsetzt.
Die Verantwortlichen sollen für die 700 Mill. haften.
Es ist mehr als alles bereits erfasst. Vom Hündchen bis zum Konfirmant. - Zum Ko.zen.

Um.Denker am 05.05.2011 16:55:32

Antwort auf 700 Mill. verprellt.

Eigentlich kann ich die Nörgeleien nicht mehr hören, wenn es heißt: "...Was das wieder kostet...";"...wie die unser Geld verschleudern..." etc.
Meine Beobachtungen in den letzten Jahren haben Erstaunliches gezeigt. Die größten Nörgler und Stänkerer sind die "Staatsfaulenzer im Sozialbezug" und damit meine ich nicht den Arbeitslosen, der gerne würde aber nicht darf, sondern vielmehr diejenigen die könnten ab partout nicht wollen.

Meinem Vorkommentator muss ich hinsichtlich der Volkszählung uneingeschränkt Recht geben. Die Euros könnte man genauso gut verbrennen, da ich auch nach längerer Recherche keine verhältnismäßigen Gründe entdeckt habe, die diesen Aufwand rechtfertigen. Ein blosse elektronische Aktenauswertung hätte genügt, wobei ich mir dennoch die Frage stelle "Für was denn eigentlich?"

Den o.g. nörgelnden "Staatsfaulenzern" könnte man doch die Leistungen streichen, dann hätten sie zumindest einen Grund zu stänkern.

Warum ich diesen Zusammenhang so darstelle? Weil ich erst letzte Woche zufällig in ein Gespräch mit so einem "Lebenskünstler" verwickelt wurde, welcher intelligent, gesund und geschickt ist, mit seinen 45 Jahren eine Nettoarbeitszeit von 1 Jahr vozuweisen hat und den Rest der Zeit von uns arbeitenden Idioten finanziert wurde. Dieser Herr nörgelte eben an der exakten Verschwendung "seines"(!) Geldes. Ich dachte ich höre nicht richtig. Lebt wie die Made im Speck, besitzt vom Auto zum Motorrad, Flachbildschirm, Premiere, Iphone (die Liste ist noch lange nicht zu Ende) und nörgelt noch am "Drecksstaat" rum und über die "Asozialen" dies sich auf dem Arbeitsamt rumtreiben um Arbeit zu suchen. Das Sahnehäubchen bildet dann noch die Aussage, dass die arbeitende Bevölkerung eh eine Schuss hat und niemand zum Arbeiten gezwungen werden kann, womit der angebotene 1€-Job nach einer Woche wieder an den Nagel gehängt wurde.

So lange dieses Lumpenpack von "meinem" Geld unterstützt wird ist es mir tatsächlich wurscht ob die Volkszählung 700Mio kostet. Bei einer Staatsverschuldung von 2Bio juckt das auch nicht mehr obwohl ich es natürlich schicker fände, man würde die Beträge in bedürftige Angelegenheiten stecken.

Zumindest werden die Interviewer bei der Zählung für Ihre Tätigkeit bezahlt (ich hoffe doch), dann hat diese Geschichte zumindest noch einen leicht humanitären Anstrich.

Nach.denker am 06.05.2011 10:53:25

Antwort auf Antwort auf 700 Mill. verprellt.

Habe Heute mehrere Formulare zur Häuserbefragung bekommen. Werde diese nach 2 schönen Viertele
ausfüllen. Eine Frage wie folgt: Wie viele Personen wohnen am 9.5. i. d. Wohnung: 28 "Mädchen" natürlich
"gewerblich" werd ich angeben. Schön auch die Frage: WC vorhanden !!!
Die Idioten wissen doch alles. Sonst würde ich ja
keine unzähligen Grundsteuerbescheide bekommen.
So fahren wir weiter an die Wand.

j.zuhälter am 06.05.2011 13:06:02

Donnerstag, 24. März 2011 von Dagmar Stuhrmann

Besondere Duftmarken

Jetzt, da nach der dunklen Jahreszeit der Frühling spürbar naht, sind sie endlich wieder da. Noch schwach, aber wahrnehmbar: die Düfte der Natur. Schnee ist geruchlos. Nasses Gras dagegen, das von der Sonne angewärmt wird, entfaltet sein ganz eigenes Bouquet. Bei Spaziergängen an wärmeren Tagen kann man den erdigen Wohlgeruch jetzt tief einatmen. Das ist es, was mir am scheidenden Winter gefällt: Endlich gibt es draußen wieder was zu riechen. Bekanntlich spielen Düfte für jeden von uns eine ganz wichtige Rolle. Sie rufen Erinnerungen wach, gute genauso wie schlechte. Wir verbinden mit Gerüchen bestimmte Erlebnisse. Wahrscheinlich mochte ich die Düfte der wieder erwachenden Natur deswegen schon immer so gern, weil sie für mich die sicheren Vorboten des bevorstehenden Sommers mit seinen intensiven „Duftmarken“ sind, die alle Jahre wieder die Vorfreude auf heiße Tage und laue Abende in mir wecken.

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Samstag, 19. Februar 2011 von Dagmar Stuhrmann

Nur Grünes auf dem Teller

Mit gleich bleibender Regelmäßigkeit gibt's immer nach dem Jahreswechsel die begehrten Tipps: „Schlank in drei Wochen“, „Fünf Pfund in fünf Tagen“, „Abnehmen für Genießer“ und so weiter und so fort. Viele machen sich nach den Festtagsschlemmereien Sorgen um die Bikinifigur und folglich haben Diäten in diesen Tagen Hochkonjunktur. Ob Low Carb, Trennkost oder Hollywood-Diät: Für jeden, so scheint's, ist das passende Kalorien-Sparkonzept auf dem Markt. Eine Bekannte erzählte mir unlängst allerdings von einer Variante, von der ich bis dahin noch nie gehört hatte. Sie isst seit ein paar Wochen nur noch Grünes. Salat, Spinat, Bohnen, Brokkoli, grüne Äpfel – Hauptsache grün. Dem Argument, das sei doch vielleicht ein bisschen einseitig, hält sie entgegen: „Gut möglich, aber Grünes ist gesund“. Deswegen, meint sie, könne man nicht genug davon essen. Bleibt die Frage, ob das auch für grüne Gummibärchen gilt...

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Donnerstag, 27. Januar 2011 von Dagmar Stuhrmann

Vom Fernweh gepackt

Ab und zu passiert es, dass man Dinge tut, die man normalerweise nicht tut: Zum Beispiel spätabends bei einer Dauerwerbesendung auf irgendeinem Fernsehkanal hängenbleiben, unfähig weiterzuzappen, weil das, was da über den Bildschirm flimmert, einen in eine Art magischen Sog zieht, aus dem man sich nicht befreien kann. Auf diese Weise kann es dann schon mal geschehen, dass man sich einen halbstündigen Promotionfilm für eine sechsteilige CD-Sammlung mit dem klingenden Namen „Die besten Schlager des Jahrhunderts“ anschaut. Da wird ein Titel nach dem anderen angespielt, in einer Art Endlosschleife, wieder und immer wieder aufs Neue. Mireille Mathieu verabschiedet sich von der Akropolis, Rex Gildo will eine Fiesta Mexicana feiern, Vicky Leandros fährt mit Theo nach Lodz. Was auffällt: Alle wollen weg. Es wäre sicher eine genauere Untersuchung wert – bestimmt gibt es die bereits –, wieso Schlager nur so vor Sehnsucht nach fernen Ländern strotzen. Demnächst soll es laut Programmhinweis eine Dauerwerbesendung in Sachen Countrymusik geben. Vielleicht schau ich da mal rein. Mal sehen, wie es sich bei Dolly Parton und Co. mit dem Fernweh verhält.

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