Dienstag, 20. Februar 2018 von Rosalinde Conzelmann

Mit Mieze nachts on Tour

Diese Fragen treiben jeden Katzenbesitzer um, der seine Mieze rauslässt. Wo hat der Stubentiger sein Revier? Wie weit sind seine Wege? Wo nur treibt er sich tagelang rum, wenn er wie vom Erdboden verschwunden ist? Dieser Tage gab es Antworten in einer interessanten Reportage, in der Katzenfreunde ihre Lieblinge mit einem GPS-Sender ausstatten ließen. Dabei kam Erstaunliches zu Tage. Kater Felix beispielsweise, ein sieben Kilogramm unkastriertes Schwergewicht, überquert regelmäßig nachts eine Schnellstraße. Er sitzt dann am Straßenrand und wartet bis kein Auto mehr kommt. Erst dann überquert er die gefährliche Trasse. Wilhelmine, eine gescheckte Diva, bevorzugt nicht Mäuse anstatt ihres Dosenfutters, wie ihre Familie vermutet. Nein, sie hat ein zweites Zuhause, wo ihr Edleres kredenzt wird. Der Besuch von Wilhelmines Frauchen war den „Adoptiveltern“dann richtig peinlich. Wilhelmine hat das Ganze eher kalt gelassen. Bis zu fünf Kilometern legen die Miezen bei ihrer nächtlichen Tour zurück. Dabei meiden sie den Kontakt zu Wildkatzen. Mal sehen, ob wir unsere roten Tiger Oskar und Fritz auch mal mit einem GPS-Sender ausstatten. Obwohl, im Grunde genommen, will ich gar nicht so genau wissen, wo die beiden sich bei ihren Streifzügen rumtreiben. Hauptsache, sie finden jederzeit den Weg nach Hause zurück.

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Samstag, 17. Februar 2018 von Holger Much

Beherrschung fällt schwer

Die Sehnsucht wird übermächtig. Und es wird von Tag zu Tag schwerer, die Beherrschung zu bewahren. Die Beherrschung, die dazugehört, nicht jedes Primelchen zu kaufen, das irgendwo in der Auslage steht. Es zieht mich mit unwiderstehlicher Kraft in den Garten. Ich möchte graben und buddeln. Ich möchte das alte graue Laub wegrechen, das zarte Grün darunter endlich vom Schmutz und der eisigen Umarmung des Winters befreien und mit jedem Blümchen, das ich in die Erde pflanze, den milden Frühling ein kleines Stückchen mehr heraufbeschwören.

All das nicht zu tun kostet große Überwindung, ich gestehe es. Doch jeder Tag, der vergeht, nimmt mir etwas mehr von der Kraft, der Blumensucht zu widerstehen und endlich wieder Farben und Düfte im Garten zu genießen. Aber immerhin befinden wir uns im Endspurt. Dienstag, 20. März, ist Frühlingsanfang. Bis dahin schaffe ich es gerade noch.

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Freitag, 16. Februar 2018 von Thomas Godawa

Langsamkeit ist angesagt

Eigentlich ist ja die neue Langsamkeit voll im Trend und wird in den unterschiedlichsten Publikationen gefeiert und selbst auf Arte, einem meiner Lieblings-Fernsehsender, beleuchtet. Raus in die Natur, das Handy weg und dafür einen Esel am Zügel führen, am besten über steile Passwege. Und so ganz daneben ist die Empfehlung zur Langsamkeit nicht, wie ich jüngst selbst erlebt habe. In meinem Falle hieß es Achtsamkeit gegenüber sich selbst. Das geht auch ohne Esel am Zügel, erfordert aber Disziplin und Konzentration. Klingt jetzt ein bisschen komisch, ist aber so. Die Ruhe wieder zu entdecken und sich einmal am Tag auf seine innere Mitte zu besinnen, hat etwas Wohltuendes. Ganz vorne dabei sind Qigong und Yoga. Es wird derzeit wissenschaftlich begleitet, was es mit der Meditation auf sich hat, und welche Hirnregionen dadurch aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden. Wie war das doch mit dem Spruch, in der Ruhe liegt die Kraft und mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen? Beides hat mit dem oben genannten Trend zu tun.

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Donnerstag, 15. Februar 2018 von Holger Much

Immer noch Cowboys

Manche Dinge ändern sich scheinbar nie, und das har durchaus auch seine guten Seiten. Das dachte ich jüngst, als ich mich dienstlich in den Fasnetstrubel werfen musste.

Verkleiden ist und war schon immer eine faszinierende Angelegenheit für die Menschheit. Das schlüpfen in ein Kostüm, in eine andere Haut und damit das testen und Ausleben eines anderen, vielleicht mutigeren, heldenhafteren oder vermeintlich schöneren Ichs begeistert natürlich auch vor allem die Kinder. Und hier scheint so ein ganz klein wenig die Welt still zu stehen, ganz im positiven Sinne.

Denn wer sich die Verkleidungen der Kleinen so anschaut, der entdeckt auch heute noch die alten Klassiker, den Cowboy, die Prinzessin, den Ritter oder die Pippi Langstrumpf. Und die Kinder haben ihre helle Freude an diesen Kostümen. Das freut sogar so einen Verkleidungsmuffel wie mich, der ständig nur in seinem schwarzen Trauerflor herum rennt.

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Mittwoch, 14. Februar 2018

Verzicht statt Hüftgold

Selbst die Fasnet hat ihre Sonnenseiten. Also für Nichtnärrische, meine ich natürlich. Ja, zum einen ist es der Aschermittwoch, an dem der Trubel, der nicht überall mit Tradition einher geht, wieder vorüber ist. Zum anderen war (ja, leider benötigt es die Vergangenheitsform) bislang auch der Fasnetsdienstag hier in unserer Redaktion ein kleiner Freudentag. Dann nämlich, wenn eine Kollegin am Morgen mit einer großen Schüssel voller Köstlichkeiten daher kam: frische Fasnetsküchle – made in Onstmettingen. Keine Stunde aus dem Ofen, waren sie noch schön warm und besonders lecker. Kalt wurden die meisten sowieso nicht, zu schnell war das gezuckerte Heißgebäck vergriffen. Kein gelernter Bäcker oder versierter Konditor könnte sie besser fabrizieren als die Mutter der Kollegin. Weil diese schaffige Schwäbin nach altem Schlage halt nun auch nicht jünger wird und jeder Verständnis aufbringt, dass sie nicht mehr frühmorgens um Sechse in der Küche an der Fettpfanne stehen möchte, fing die redaktionelle Fastenzeit 2018 nun schon einen Tag früher an als geplant. Als Trost bleibt die Gewissheit, wenigstens das Hüftgold nicht zusätzlich gepflegt zu haben.

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