Palmbühl: Paten für den Kreuzweg
Kirchengemeinde nimmt jetzt Sanierung der Kunstwerke in Angriff
Schömberg, 04.08.2000
von
Daniel Seeburger
Der Kreuzweg am Schömberger Palmbühl ist ein historisches Kleinod, dass immer mehr zerfällt. Durch das Engagement der Kirchengemeinde soll das Kunstwerk jetzt gerettet werden.
Bereits im Dezember 1998 wurden die unter Denkmalschutz stehenden 14 Kreuzwegbildstöcke genauestens inspiziert (wir haben bereits berichtet). Das Ergebnis der Bestandsaufnahme war erschreckend, der allgemeine Erhaltungszustand sei "besonders alarmierend", hieß es damals von kompetenter Seite. Die Bildstöcke seien sehr stark verwittert und flächig bemoost, die gesamten Oberflächen aufgebrochen und korrodiert. Die Kosten der Sanierung belaufen sich nach Schätzung der Sachverständigen auf rund 100 000 Mark.
Untersuchungen
Schon vor einigen Wochen waren Mitarbeiter der Landesdenkmalamtes und Spezialisten der Diözesanverwaltung nach einem Ortstermin von einem dringenden Sanierungsbedarf überzeugt Vor kurzem nun besichtigte der Schömberger Kirchengemeinderat zusammen mit Pfarrer Dr. Johannes Holdt und Palmbühl-Pater Kunibert die einzelnen Kreuzwegstationen. Angesichts der Dringlichkeit der Sanierung hoffen die Kirchengemeinderäte nun auch auf Zuschüsse vom Landesdenkmalamt, die allerdings noch mindestens bis zum nächsten Jahr auf sich warten lassen werden. Ohne diese Zuschüsse sei eine komplette Renovierung fast unmöglich, da die Kirchengemeinde hier auf Spenden angewiesen sei, hieß es von Seiten des Kirchengemeinderats. Die Verantwortlichen wollen nun mit der Sanierung der am meisten beschädigten Stationen beginnen. Mit der XI. Station beispielsweise, bei der von Kosten in Höhe von über 11 000 Mark ausgegangen wird. Sieben der 14 Stationen wurden jetzt zur Renovierung an die Arbeitsgemeinschaft Karl-Heinz Ströbel aus Schömberg und Willi Bucher aus Fridingen vergeben. An einer am Bruderhaus auf dem Palmbühl angebrachten Informationstafel, die von einem Mitglied des Schömberger Kirchengemeinderats erstellt worden ist, können sich Interessierte über die Beschädigungen, die notwendigen Maßnahmen und die anfallenden Kosten der einzelnen Stationen kundig machen. Die katholische Kirchengemeinde hofft, schon jetzt über Patenschaften Teile der Kreuzwegstationen erhalten und finanzieren zu können, denn, so ein Mitglied des Kirchengemeinderats, "der Zustand ist eigentlich so schlecht, dass keine Zeit mehr verschwendet werden sollte".Palmbühlfest
Der Erlös des Palmbühlfestes, das am Sonntag, 13. August, stattfindet, soll zugunsten der Sanierung der Kreuzwegstationen verwendet werden. Weiter ist geplant, die Einkünfte aus dem für November geplanten Kirchenfestes zur Renovierung der Kunstwerke zur Verfügung zu stellen. Wann aber die 14 im Jahr 1868 durch eine Stiftung geschaffenen Kreuzwegstationen im Gesamten fertig gestellt sein werden, steht bisher noch in den Sternen. Denn, und das wird von Seiten des Kirchengemeinderats unmissverständlich klar gestellt, "ohne Zuschüsse geht nichts". Auskünfte über Patenschaften oder über Spenden auf das Sonderkonto "Kreuzweg Palmbühl" gibt es bei Pater Kunibert auf dem Palmbühl, Telefon (0 74 27) 25 02 oder beim Katholischen Pfarramt bei Pfarrer Dr. Johannes Holdt, Telefon (0 74 27) 25 09.Mittels einer Schautafel am Bruderhaus werden die Interessierten über die Sanierungsmaßnahmen an den einzelnen Stationen des 140 Jahre alten Kreuzwegs informiert.
Foto:Daniel Seeburger
Angegriffen: Die XI. Station ist stark sanierungsbedürftig.
Foto:Daniel Seeburger