Zollernalbkurier Logo

Ein echter Sohn des heiligen Franziskus

Pater Kunibert feiert Jubiläum - 25 Jahre auf dem Schömberger Palmbühl

Schömberg, 01.10.2002 von
Siegfried Seeburger

"Er hat etwas aus dem Palmbühl gemacht", stellte Schömbergs Stadtpfarrer Dr. Johannes Holdt in seiner Ansprache bei der Dankandacht in der vollbesetzten Walfahrtskirche am Sonntagnachmittag fest, und er meinte damit Pater Kunibert, der seit nunmehr 25 Jahren dort als "geistlicher Herr" die Geschicke lenkt. Wunschgemäß wolle er keine Lobrede auf den Pater halten, betonte der Seelsorger, sondern den Stellenwert des weit über die Grenzen hinaus bekannten und beliebten Wallfahrtsortes darstellen, der natürlich auf das Engste mit der Person des Franziskanerpaters verbunden ist.

Passend zum Franziskustag steht Pater Kunibert als Tierfreund mit seiner jährlichen Tiersegnung besonders im Mittelpunkt, denn nicht nur Hühner, Gänse und Ziegen bevölkern den priesterlichen Garten, sondern eine Vielzahl von großen und kleinen Tieren hatten sich vormittags um den Geistlichen geschart, der Mensch und Tier den göttlichen Segen spendete. Dieses traute Miteinander gebe dem Palmbühl ein besonders Flair, und man fühle sich zurückversetzt in die Zeit des Heiligen Franziskus, umschrieb Dr. Holdt die den Palmbühl prägende, eigentümliche Atmosphäre: "Dann kann man hier ein Stück Schöpfungsgeschichte einatmen, und das weitab von der lauten Welt um uns her".

Die Organisatoren des Leonhard-Ritts hatten den Pater an seinem Ehrentag mit einem Vierspänner durch die Straßen des Schlichemstädtchen kutschiert. Es war der Wunsch des Palmbühl-Paters, dass der Laudator nicht auf die baulichen Aktivitäten im Bereich des Walfahrts-Areals einging. Der Stadtpfarrer hob jedoch deutlich hervor, dass der Palmbühl keine Mark aus den Kirchengeldern benötige: "Der Palmbühl trägt sich selbst". Pater Kunibert sei als Mann in der braunen Kutte ein echter Sohn des Heiligen Franziskus, der hier noch viele Jahre segensreich wirken möge, war der Wunsch des Schömberger Stadtpfarrers.

Als Dank und Anerkennung überreichte Dr. Johannes Holdt dem Jubilar eine Marienstola. In seiner ruhigen und herzlichen Art machte Pater Kunibert in wenigen Sätzen deutlich, dass er sich auf dem Palmbühl wohl fühle dank der angenehmen Wärme von Landschaft und Menschen. Für ihn sei der Marien-Wallfahrtsort Palmbühl eine Sache des Herzens und er zitierte Konrad Adenauer mit dem Satz: "Wallfahrtsorte sind die eigentlichen Hauptstädte der Menschen".

Schömbergs Bürgermeister Berthold Waizenegger lobte nach der Dankandacht in der Palmbühl-Klause auch das segensreiche Wirken des Paters. Er sei für den Palmbühl und die Stadt Schömberg gleichermaßen ein Glücksfall, denn man könne mit ihm auf allen Gebieten gut zusammenarbeiten, sagte das Stadtoberhaupt und fügte hinzu "Oft hat er Lücken geschlossen, kurzfristige ausgeholfen, und er ist im Schömberger Bereich so etwas wie der 15. Nothelfer".

Pater Kunibert erinnerte beiläufig daran, dass er auch das 30-jährige Priesterjubiläum feiern könne. Er bedankte sich bei all seinen Helfern und vor allem bei Hans Wuhrer, der seit 30 Jahren dem Palmbühl als Mesner dient.

Der Palmbühl trage deutliche Spuren von Pater Kunibert, betonte der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Richard Ege, und lobte die segensreiche Arbeit des Geistlichen.

Pater Kunibert (rechts) und Stadtpfarrer Dr. Johannes Holdt bei der Dankandacht in der Palmbühlkirche.

Foto:Siegfried Seeburger